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E-Sport FIFA: So will Doppelpass Digital bis zur EM noch viel bekannter werden

Das Team von Doppelpass Digital: Patrick Baur (l.), Gerrit Kremer und Marcel Fitzek (r.).
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Das Team von Doppelpass Digital: Patrick Baur (l.), Gerrit Kremer und Marcel Fitzek (r.).

Start-up geht strategische Partnerschaft mit dem Sportartikelhersteller Derbystar ein

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar beginnt erst Ende November. Doch Patrick Baur hat bereits die Europameisterschaft 2024 im Blick. Wenn diese startet, sollen die meisten Sportvereine in Deutschland schon einmal von der „Pro League“ gehört haben. In dem Liga-System der Doppelpass Digital GmbH treten elfköpfige Teams in der Fußball-Simulation FIFA gegeneinander an – jeder der 22 Teilnehmer steuert einen virtuellen Kicker. Aufmerksamkeit für sein Vorhaben möchte das Solinger Start-up unter anderem mit Kooperationen erzeugen. Jüngst wurde eine strategische Partnerschaft mit dem Sportartikelhersteller Derbystar vereinbart.

Patrick Baur und Gerrit Kremer haben das Unternehmen im August 2020 gegründet. Das ursprüngliche Geschäftsmodell: Über eine Plattform sollten Mitglieder die Möglichkeit haben, das Geschehen in ihrem Verein mitzubestimmen. „Im Entwicklungsprozess haben wir uns intensiv mit virtuellem Sport auseinandergesetzt“, blickt Baur, der aus Remscheid kommt, zurück.

Dabei sei aufgefallen, dass FIFA im Bereich E-Sports zwar eine große Rolle spielt. Doch die meisten Akteure legen den Fokus auf den klassischen Modus, bei dem zwei Spieler mit ihrem Team virtuell gegeneinander antreten. „Das hat nichts mit Mannschaftssport zu tun“, findet Patrick Baur.

Deshalb konzentriert sich Doppelpass Digital auf das Elf gegen Elf – bis zu 22 Spieler kontrollieren je einen Akteur auf dem Rasen und treten in Teams gegeneinander an. Pro Clubs heißt dieser Modus. „Da gab es eine Lücke, die wir schließen möchten.“

Konkret spricht das Start-up Sportvereine an, ob sie sich dafür interessieren, ein Pro-Clubs-Team aufzubauen, um ihr Angebot zu erweitern. 40 haben sich bislang für diesen Schritt entschieden und sich der Pro League angeschlossen. Mit weiteren befindet sich Doppelpass Digital in Kontakt.

„Es geht nicht darum, die Leute vor die Konsole zu bringen, sondern in die Vereine“, betont Patrick Baur. Denn wer gerne Sportsimulationen spiele, mache das bereits jetzt – meist alleine für sich.

Die Hoffnung: Die Attraktivität der Clubs steigt für bestehende und neue Mitglieder. Zudem biete das System die Möglichkeit, auch Menschen mit Handicap ins Vereinsleben einzubinden und geschlechterübergreifende Teams zu bilden.

„Da gab es eine Lücke, die wir schließen möchten.“

Patrick Baur, Doppelpass Digital

Gleichzeitig erhofft sich Patrick Baur einen weiteren Effekt: „Wir gehen davon aus, dass der organisierte Sport einen positiven Einfluss auf Gamer hat.“ Unter Umständen gelinge es so, die Videospieler auch zu analogen Bewegungsangeboten zu motivieren.

Für das dreiköpfige Team – Mitarbeiter Marcel Fitzek unterstützt Baur und Kremer seit einigen Monaten – steht fest: Es sei eine Frage der seit, bis sich alle Sportvereine mit E-Sport beschäftigen müssen. Partnerschaften wie mit Derbystar sollen helfen, diesen Prozess zu beschleunigen.

Einerseits soll der Sportartikelhersteller Vereine, die Doppelpass Digital betreut, mit Trikots und Co. ausstatten. Andererseits ist die Hoffnung der Verantwortlichen, dass die Zusammenarbeit das Netzwerk beider Seiten stärkt: Doppelpass Digital empfiehlt Clubs eine Kooperation mit Derbystar – und umgekehrt.

Bereits vor einigen Wochen hat das Start-up einen strategischen Partner bekanntgegeben: die Solinger Deuser Sports GmbH. Der Anbieter von Sport-Zubehör möchte Gamern dabei helfen, körperlich fit zu bleiben. Das sei auch essenziell, um an der Konsole Höchstleistungen zu bringen, betont Patrick Baur.

Mit Kooperationen wie diesen ist es das Ziel von Doppelpass Digital, in den kommenden Jahren zu wachsen. Mit der bisherigen Entwicklung sind die Gründer zufrieden. „Wir bleiben aber ein Start-up im Entwicklungsprozess und sind noch nicht am Ziel“, betont Patrick Baur. Etwas Zeit bleibt auch noch. Am 14. Juni 2024 findet das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft in München statt.

Unternehmen

Einnahmen generiert Doppelpass Digital unter anderem mit Teilnahmegebühren für die „Pro League“, Partnerschaften und Sponsoren. Mit der Marke „E-Sport-Manager“ tritt das Start-up als Broadcaster auf und veranstaltet Gaming-Veranstaltungen.

www.doppelpass.digital

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