Islamisches Zentrum

Ditib plant auf 12.500 Quadratmetern

Canan Can präsentiert die Pläne. Dabei handelt es sich aber lediglich um erste Entwürfe. Neben der Moschee (r.) ist auch ein Unterrichts- und Bürogebäude (l.) geplant. Foto: Christian Beier .
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Canan Can präsentiert die Pläne. Dabei handelt es sich aber lediglich um erste Entwürfe. Neben der Moschee (r.) ist auch ein Unterrichts- und Bürogebäude (l.) geplant.

Neben einer Moschee sind ein Unterrichts- und Bürogebäude sowie eine Mehrzweckhalle angedacht. Eine Bauvoranfrage läuft.

Von Manuel Böhnke

Seit 1989 hat die muslimische Ditib-Gemeinde in der Innenstadt ihren Sitz an der Kasernenstraße. Das könnte sich mittelfristig ändern. Die Mitglieder planen, auf einem rund 12 500 Quadratmeter großen Gelände an der Schlachthofstraße ein neues Zentrum zu bauen. Neben einer Moschee sollen dort ein Unterrichts- und Bürogebäude sowie eine Mehrzweckhalle entstehen.

Die aktuellen Räumlichkeiten bieten nicht mehr genug Platz, sagt Ditib-Vorstandsmitglied Canan Can. Rund 520 Mitglieder zählt die Gemeinde. Die ersten Entwürfe für das neue Zentrum zeichnete ein Solinger Architekt. Die Planung befinde sich allerdings noch in einem frühen Stadium.

Standpunkt von Manuel Böhnke

Die neue Moschee soll rund 400 Gläubigen Platz bieten. Im benachbarten Unterrichts- und Bürogebäude sind etwa Religionsunterricht, Nachhilfestunden und Deutschkurse angedacht. Eine Mehrzweckhalle mit rund 300 Plätzen soll für Seminare, Vorträge, interreligiöse Treffen oder das gemeinsame Fastenbrechen genutzt werden. Angepeilt wird, ein Drittel des Geländes als Grünfläche anzulegen.

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Der Ditib-Vorstand rechnet mit Gesamtkosten in mittlerer siebenstelliger Höhe. „Wir finanzieren das komplett selbst“, sagt Can. Dies machen laut ihrer Aussage die Mitglieder sowie andere Spender möglich. Finanzielle Unterstützung der türkischen Regierung gebe es nicht (» Kasten). Die Kosten seien zwar hoch, dabei handele es sich aber um eine „Investition in die Zukunft“. Denkbar sei perspektivisch, auf dem Gelände zu expandieren. Immer wieder war von einem Ditib-Kindergarten die Rede. Diese Idee habe man im Kopf. Sie zu stemmen, sei aber derzeit unrealistisch und nicht Teil der Bauvoranfrage, sagt Can.

Erste Vorschläge waren aus Sicht der Stadt nicht umsetzbar

Die Gedanken an ein neues Zentrum sind nicht neu: An rund einem halben Dutzend Grundstücken oder Gebäuden zeigte Ditib in den vergangenen Jahren Interesse. Nun ist die Sache allerdings deutlich konkreter. Laut Canan Can ist der Kaufvertrag für das Gelände bereits unterschrieben. Allerdings besitzen ihr zufolge beide Seiten – Käufer wie Verkäufer – ein Rücktrittsrecht. Moritz Kalkum wollte diese Aussage am Mittwoch im Gespräch mit dem ST weder bestätigen noch dementieren. Er ist Geschäftsführer der Otto Kalkum & Söhne GmbH & Co. KG, die ihren Sitz auf dem Gelände an der Schlachthofstraße hat. Vor einigen Wochen bestätigte Kalkum, dass die Hallenstruktur auf dem Grundstück nicht optimal sei. Darum sucht er eine kleinere Fläche mit einer Halle, die effektiver zu nutzen sei.

DIE ROLLE DES DACHVERBANDES

DITIB Übersetzt steht die Abkürzung Ditib für „Türkisch-Islamische Union – Anstalt für Religionen“. Dem Dachverband mit Sitz in Köln gehören bundesweit etwa 900 Moscheenvereine an. Er untersteht dem türkischen Präsidium für religiöse Angelegenheiten („Diyanet“) und damit der türkischen Staatsregierung.

IMAM Hunderte von der Religionsbehörde Diyanet ausgebildete Imame predigen als türkische Beamte in Deutschland. Im Regelfall bleiben sie für fünf Jahre in einer Gemeinde.

SOLINGEN Neben dem Standort Mitte gibt es eine Ditib-Moschee in Wald an der Heukämpchenstraße.

Derzeit läuft laut dem Ditib-Vorstand eine Bauvoranfrage bei der Stadt. Dabei gehe es darum, herauszufinden, was auf dem Gelände rechtlich machbar ist und „den besten Kompromiss zu finden“. Die Stadtverwaltung erklärt auf ST-Nachfrage zu den Gesprächen: „Erste Vorschläge, die der Stadt vorgelegt wurden, waren so nicht umsetzbar. Deshalb sind wir jetzt in konstruktiven Arbeitsgesprächen.“ Ginge es nach dem Ditib-Vorstand soll aus den Plänen „so schnell wie möglich“ ein Bauantrag werden. Die endgültigen Baupläne möchte man zur gegebenen Zeit der Öffentlichkeit präsentieren. Für Anregungen sei man offen. Wenn es so weit ist, wird es mit der Eröffnung allerdings noch dauern. Die Planung nehme noch rund zwei Jahre in Anspruch. Der Bau vielleicht sogar ein wenig länger. Ditib peilt eine Eröffnung in knapp fünf Jahren an.

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