Sammelleidenschaft

Diese Solinger Kuriositäten hat er in seiner Vitrine

Lutz Heinrichs zeigt „Musikalische Grüße aus der Klingenstadt“, . . .
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Lutz Heinrichs zeigt „Musikalische Grüße aus der Klingenstadt“, . . .

Der Walder Lutz Heinrichs sammelt Historisches und Kuriositäten aus Solingen.

Von Holger Hoeck

Solingen. Im Vergleich zu den anderen Möbeln wirkt die Größe der Glasvitrine in einer Ecke des Wohnzimmers des Ehepaars Lutz und Edith Heinrichs doch eher bescheiden. Dafür hat es der Inhalt jedoch zweifellos in sich: Zahlreiche Schätzchen mit Bezug zur Stadt Solingen und insbesondere zum Stadtteil Wald, wo der 78-jährige ehemalige kaufmännische Angestellte geboren und aufgewachsen ist, haben dort ihren Platz gefunden und sind stumme Zeugen zurückliegender Zeiten.

...döt on dat en Solger Platt“, . . .

Zwischen der Langspielplatte „Musikalische Grüße aus der Klingenstadt Solingen“, der Videokassette „Solingen – eine historische Stadtrundfahrt“ oder dem Buch „Solingen-Wald – Erinnerungen in Bildern“ befinden sich mit einem Walder Kalender, Infos über die Bergische Kaffeetafel und einigen Schneekugeln aus der Serie zur Walder Kirche nur einige der weiteren geschichtlichen Ausstellungsstücke in der gläsernen Auslage.

Mannschaftsfotos längst aufgelöster Vereine stapeln sich

Lutz Heinrichs greift weiter nach hinten und bringt alte Postkarten sowie ein Jubiläumsheft des VfL Wald, der 1974 mit dem OSC Solingen zur SG Union fusionierte, zum Vorschein. „Das sind alles Relikte, die mich an meinen alten Stadtteil erinnern. Da komm' ich her, und da möchte ich auch begraben werden“, ist dem zweifachen Vater und dreifachem Opa die Liebe zu Wald deutlich anzumerken.

Zu jedem Bild, Faltblatt oder Buch könne er unzählige Anekdoten erzählen, fügt Heinrichs schmunzelnd an, während er alte Zeitungsartikel durchstöbert. Schon bald stapeln sich Mannschaftsfotos diverser, längst aufgelöster Vereine oder Aufnahmen des ehemaligen Solinger Tanzorchesters auf dem Tisch. „Mit der Tochter eines Mitglieds bin ich zur Schule gegangen, und ihre Eltern hatten mit uns auf einer Ebene gewohnt“, erinnert er sich.

die beliebten Walder Schneekugeln. . .

Besonderer Stolz erfüllt ihn jedoch mit Blick auf eine eingerahmte Glückwunschanzeige, die vermutlich die Großmutter anlässlich der Geburt ihres Enkels Lutz in Auftrag gegeben hatte. „Diesen Zeitungsausschnitt, der mitten im Krieg wahrscheinlich im Völkischen Beobachter veröffentlicht wurde, vom Tag meiner Geburt, überreichte mir meine Frau an meinem 49. Geburtstag. Das war ein großartiges Geschenk, und dafür bin ich sehr dankbar!“ Auch zum Wohl seiner Frau Edith ist Lutz Heinrichs jedoch kein fanatischer Sammler. „Ich suche nicht gezielt im Internet oder treibe mich ausschließlich auf Floh- und Trödelmärkten rum. Etwas zu finden, sollte sich einfach so ergeben. Es darf auf keinen Fall zur Sucht werden.“

und klingenstätische Stangentaxis.

Lutz Heinrichs wünscht sich, dass eines seiner Kinder die historischen Sachen eines Tages übernehmen wird. „Und wenn nicht, dann freut sich vielleicht das Stadtarchiv über einige Dinge, die sie vorher noch nicht besaßen.“

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