2021

Diese Nachrichten wünschen sich Solinger

Schlagzeilen, die bekannte Solinger in diesem Jahr gern lesen würden.
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Schlagzeilen, die bekannte Solinger in diesem Jahr gern lesen würden.

Hoffnungen für 2021 – formuliert als Schlagzeilen.

Von Björn Boch, Manuel Böhnke, Philipp Müller und Andreas Tews

Solingen. „Neues Jahr, neues Glück“: Das gilt für 2021 besonders. Corona hat das vergangene Jahr geprägt. Wir haben Solinger befragt: Welche Schlagzeile möchten Sie 2021 im ST lesen? Viele Hoffnungen liegen auf einem Ende der Pandemie. Bei den sehr persönlichen Antworten wird schnell klar, wie jede und jeder von den Corona-Auswirkungen betroffen war und ist.

Claudia Schepanski ist Chefin der Solinger Polizei.

Claudia Schepanski, Solingens Polizei-Chefin, stellt den Wunsch ins Zentrum, dass die Pandemie endet – und die Arbeit der Polizei rund um das Virus. „Leider treffen wir auf extreme Rücksichtslosigkeit. Wenn man engen Kontakt hatte, etwa mit jemandem, der Widerstand leistet, und dann stellt sich heraus, dass die Person eigentlich in Quarantäne oder sogar positiv getestet ist, ist das eine hohe Belastung.“ Gut sei, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt sehr eng geworden ist. „Da sind kurze Wege etabliert worden, Kooperation geht auf Zuruf. Ich wünsche mir, dass das so bleibt.“

Tim Kurzbach leitet als OB die Geschicke der Stadt.

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister, hofft auf die Schlagzeile: „Corona: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf null – Kultur, Gastronomie und Einzelhandel wieder ohne Einschränkungen möglich“. „Die Solingerinnen und Solinger mussten 2020 auf so vieles verzichten: auf Feiern und Feste, Theater und Kino, Sportveranstaltungen und Kultur. Uns alle erfüllt die Sehnsucht nach der Rückkehr zur Normalität“, erklärt er. Der OB hat in der Bevölkerung einen „großen Hunger nach dem fröhlichen und bunten Stadtleben“ ausgemacht. Er zeigt sich überzeugt, „dass wir es gemeinsam schaffen, die Pandemie zu überwinden. Aber es liegt noch ein Stück des Weges vor uns.“

Andrea Kleimt leitet das Tierheim in Glüder.

Andrea Kleimt, Leiterin des Tierheims, wünscht sich diese Schlagzeile: „Tierheim feiert erfolgreiches Sommerfest mit vielen Besuchern“. Dann hätte sich die Corona-Lage entspannt. Die beliebte Veranstaltung, die 2020 ausfallen musste, ist von großer Bedeutung für die Einrichtung. „Unsere Ehrenamtler haben bei der Vorbereitung viel Freude.“ Immer wieder komme es zudem vor, dass das Tierheim bei den Sommerfesten die Vermittlung eines Vierbeiners auf den Weg bringt und neue Helfer gewinnt. Auch die Spenden seien wichtig.

Ralf Lindl ist Center-Manager im Hofgarten.

Ralf Lindl, Center-Manager im Hofgarten, hofft auf diese Nachricht: „Verbreitung von Falschmeldungen wird gestoppt – Social-Media-Plattformen übernehmen mehr Verantwortung“. Lindl ist besorgt, weil sich einige nicht bei seriösen Quellen wie Zeitungen oder dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk informierten, „sondern irgendwo schauen. Das ist teilweise hanebüchener Unfug“, so Lindl, der hofft, dass dagegen stärker vorgegangen wird. „Das würde das Zusammenleben erleichtern und viel Aggressivität verhindern. Gerade in der Pandemie wird viel Unsinn verbreitet.“

Gisela Elbracht-Iglhaut ist Direktorin des Kunstmuseum.

Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin des Kunstmuseums, läse gerne: „Die Museumspädagogik im Kunstmuseum fährt wieder hoch“. „2019 hatten wir mit 269 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche einen Rekord. Corona hat das jäh beendet. Wir haben auf Instagram Videos von Klassen erhalten, die uns mitgeteilt haben, wie sehr sie das Museum vermissen.“ Das Online-Angebot ersetze nicht das Erlebnis vor dem Original. Im Oktober würde sie sich freuen, „wenn wir 25 Jahre Kunstmuseum, 75 Jahre Bergische Kunstausstellung und Erhöhung des Preisgeldes auf 10 000 Euro mit vielen Menschen vor Ort bei der Eröffnung der Bergischen begehen könnten“.

Prof. Winfried J. Randerath ist Chefarzt in Bethanien.

Prof. Winfried J. Randerath, Chefarzt in Bethanien, denkt „an 2020 mit ganz viel Dankbarkeit – für die tollen Menschen, mit denen ich im Krankenhaus zusammenarbeiten darf, für ihr Engagement, ihren Mut und ihre Fröhlichkeit, für die ermutigende Anerkennung von Patienten und ihren Angehörigen, aber auch ganz Unbekannten, für die Zusammenarbeit mit so vielen in der Stadt. Das ist eine unglaubliche Erfahrung!“ Für 2021 wünscht er sich: Vernunft, Mitgefühl und Anpacken. Mitgefühl nehme die in den Blick, die es besonders brauchen, die an Covid-19-Erkrankten oder alle, die Angehörige verloren haben. „Mitgefühl muss aktiv werden. Aktive Solidarität, Nächstenliebe. Das heißt jetzt vor allem, sich impfen zu lassen.“ Das tue jeder und jede nicht nur für sich, sondern für die Nächsten. Darum wünsche er sich Vernunft: „Lassen wir uns nicht verunsichern von all dem unbegründeten, unvernünftigen Gerede im Internet, rennen wir nicht mehr den Angstpropheten des 21. Jahrhunderts nach.“

Dr. Ottmar Müller ist Chef der Solinger Feuerwehr.

Dr. Ottmar Müller, Chef der Solinger Feuerwehr, hofft, dass die Feuerwehr auch 2021 allen Menschen hilft und alle Kollegen gesund von den Einsätzen zurückkommen. Für den November hofft er, mit der Berufs- und der freiwilligen Feuerwehr Kollegen zu ehren und in den Ruhestand zu verabschieden. Und er wünscht sich, „dass die Abrissbagger kommen und mit dem Neubau der Feuer- und Rettungswache 2 begonnen werden kann“.

Dr. Stephan Kochen engagiert sich bei Solimed und impft.

Dr. Stephan Kochen, engagiert beim Ärztenetzwerk Solimed und den Impfungen in Altenheimen, wünscht sich diese Nachricht: „Der Zusammenhalt in Solingen bleibt groß.“ Viele Helfer hätten die Impfungen möglich gemacht. „Sie alle eint der Glaube an die Gesellschaft – und daran, sie mit Engagement zu verbessern. Mit dieser Hilfsbereitschaft kriegen wir Dinge gestemmt, die wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten.“

Christian Busch ist Hauptgesellschafter von Walbusch.

Christian Busch, Walbusch-Hauptgesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung, hofft, dass die Herdenimmunität früher als geplant erreicht werden kann. Sein Unternehmen ist gut durch die Krise gekommen. „Wir haben den Plan erreicht, den wir uns vor Corona vorgenommen haben. Wenn Sie mir das im März gesagt hätten, hätte ich Sie für verrückt erklärt.“ So ende das Jahr mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und einem Bonus für die Mitarbeiter. Doch alle sehnen sich nach Normalität. Busch ist gespannt, welche Trends 2020 überdauern. Ob etwa weiter viel gewandert wird oder ob Strand-Kleidung wieder stärker nachgefragt wird. Und ob Anzüge an Bedeutung verlieren, wenn Videokonferenzen berufliche Treffen ersetzen.

Tina Julia Thiermann ist Geschäftsführerin des Paritätischen.

Tina Julia Thiermann, Geschäftsführerin des Paritätischen, wünscht sich ein rasches Ende der Pandemie und wirksame Maßnahmen gegen ihre Folgen. Ihre Wunsch-Schlagzeile: „Krise gemeistert, Chancen genutzt“. Erfahrungen und Lehren aus der Krise sollen zum Motor der nachhaltigen Gestaltung der Gesellschaft werden. Ihre Hoffnung: „Die hohe Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Kreativität aus 2020 zeigt sich 2021 in einem neuen Zusammenhalt“ für Aufgaben wie Digitalisierung, Fachkräftemangel und stärkere Zusammenarbeit – national wie international. 

Standpunkt

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Björn Boch

Das Jahr, das gerade zu Ende gegangen ist, war ein Jahr im Ausnahmezustand. Dementsprechend außergewöhnlich stark sind auch die Hoffnungen, die viele in das noch junge 2021 setzen. Jeder der Wünsche, die uns Solingerinnen und Solinger für das neue Jahr verraten haben, hat auf die eine oder andere Weise mit Corona zu tun. Das ist nur logisch, denn die Pandemie hat alle getroffen. Und sie betrifft die Menschen weiter. 

Corona ist nicht ausgestanden, die Infektionszahlen sind jüngst vor allem deshalb gesunken, weil viel weniger Tests gemacht wurden. Und die Zahl der Menschen, die täglich sterben, steigt leider weiter. Dementsprechend ist so gut wie ausgemacht, dass es auch über den 10. Januar hinaus starke Einschränkungen geben wird, geben muss – und Geschäfte, Restaurants, Sportstätten und Kultureinrichtungen geschlossen bleiben. Deshalb wird es noch eine Weile dauern, bis die Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung gehen können. Doch es ist gut, dass Hoffnung keimt. Und daher berichten auch wir heute gerne ausnahmsweise einmal nicht darüber, was ist. Sondern darüber, was sein sollte.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisert.

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