Konzert

Die Symphoniker treffen Romeo und Julia

Familienkonzert bot mit viel Witz einen Ausflug in die Weltliteratur.

Von Jutta Schreiber-Lenz

424 Jahre und 17 Tage sind Romeo und Julia nun ein Paar und längst ist der vielzitierte Lack ab. Statt des in der Literatur beschriebenen Todesgiftes war damals nämlich ein Trank in dem Fläschchen, der ewig leben lässt, und nun haben sich beide restlos satt und ranzen sich permanent zu passenden symphonischen Klängen permanent an. Im geblümten Hausfrauenkittel Wäsche aufhängen und im Schlabber-Bademantel Zeitung lesen, das kann es doch nicht gewesen sein, oder? Erst recht nicht, wenn die orchestrale Begleitung das aufziehende Donnerwetter ahnen macht. Malte und Anna Maria Arkana inszenierten am Sonntagnachmittag im Schulterschluss mit den Bergischen Symphonikern den amüsanten Gedanken, wie es mit dem berühmtesten Liebespaar der Literatur wohl weitergegangen wäre, und präsentierten eine knappe Stunde lang Unterhaltung vom Feinsten.

Mit schmissigen und lebhaften „Mambo“-Klängen des Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Huppert kehrte in Romeo, inzwischen ein bequemer Faulpelz geworden, plötzlich wieder ein Hauch von Pep und alter Leidenschaft zurück. Er schwelgte in Erinnerungen an die Geschehnisse in Verona, als „alles begann“. Für die vielen anwesenden Kinder, die an diesem Sonntagnachmittag mit Eltern oder Großeltern im Pina-Bausch-Saal saßen, war das ein plastischer, origineller und einprägsamer Ausflug in die Weltliteratur.

Aber so leicht ließ sich erkaltetes Begehren eben nicht wieder reaktivieren – und hier war das Publikum gefragt. Ohne jede Berührungsangst holte sich Romeo mehrfachen Rat von Zuschauern, wie man eine abgekühlte Beziehung wieder flott kriegen könnte. Dabei überwand er kurzerhand auch die Saaltreppe bis zur letzten Reihe und eilte genauso schnell wieder zurück auf die Bühne. Mit viel spontanem Witz, Selbstironie und für die kleineren Zuschauer gelegentlich auch mal einem Kalauer, hielt Malte Arkana im Schulterschluss mit seiner Frau Anna Maria die Aktionsfäden in der Hand.

Als Zugaben gibt es den „Mambo“

Daniel Huppert mischte sich mit den Bergischen Symphonikern immer weder mit Musik von Schostakowitsch und Tschaikowsky ins Geschehen ein, akzentuierte hier, vertiefte dort und trug auf diese Weise zu einem gelungenen Unterhaltungspaket bei, das allen spürbar großen Spaß machte.

Kräftiger Schluss-Beifall holte alle Hauptdarsteller immer wieder auf die Bühne und natürlich gab es eine Wiederholung des „Mambo“ als Zugabe.

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