Historisches Foto

Wer erkennt die Veranstaltung oder den Platz in Höhscheid?

Heute suchen wir ein Fest, das zu den traditionsreichsten in der Klingenstadt gehörte. Wer erkennt die Veranstaltung oder den Platz im Herzen von Höhscheid? Wer erinnert sich daran, selbst die Veranstaltung besucht zu haben? Wer möchte uns seine Geschichten oder Erinnerungen rund um das Fest schicken?Schreiben Sie uns bis Donnerstag, 14. Juli, an Solinger Tageblatt, Historisches Foto, Mummstraße 9 oder gerne per Mail anredaktion@solinger-tageblatt.de
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Heute suchen wir ein Fest, das zu den traditionsreichsten in der Klingenstadt gehörte. 

Viele Leser erkannten den jüdischen Friedhof auf dem historischen Foto.

Von Simone Theyßen-Speich

Heute suchen wir ein Fest, das zu den traditionsreichsten in der Klingenstadt gehörte. Wer erkennt die Veranstaltung oder den Platz im Herzen von Höhscheid? Wer erinnert sich daran, selbst die Veranstaltung besucht zu haben? Wer möchte uns seine Geschichten oder Erinnerungen rund um das Fest schicken?

Schreiben Sie uns bis Donnerstag, 14. Juli, an Solinger Tageblatt, Historisches Foto, Mummstraße 9 oder gerne per Mail an redaktion@solinger-tageblatt.de

Die letzte Beerdigung am Estherweg fand 1941 statt

Den jüdischen Friedhof am Estherweg haben auf dem historischen Foto vom vergangenen Samstag viele Leserinnen und Leser erkannt. Elke Steinhaus hat dort vor einiger Zeit sogar an einer Führung teilgenommen. Und sie hat noch viele Daten parat. „Der Friedhof wird schon 1718 erstmals erwähnt. Der älteste Grabstein ist von 1820, die letzte Beerdigung war dort 1938.“ Simone Sassin schreibt hingegen, dass die letzte Beerdigung am 7. April 1941 stattfand.

Das Foto zeigte das Grab von Zacharias Oppenheimer und das Kindergrab von Robert Feist auf dem jüdischen Friedhof.

Elke Steinhaus schreibt auch von der Gesamtschule, die 1987 die Pflege des Friedhofs übernommen hat. Seit 2015 heißt die Schule Alexander-Coppel-Schule, nach dem jüdischen Industriellen, der sich für soziale Wohlfahrt in Solingen eingesetzt hat und auch dort beerdigt ist. „Mich fasziniert an jüdischen Friedhöfen, dass die Gräber nicht bepflanzt werden, man lässt sie mit Efeu bewachsen und ruhen. Die Gräber existieren auch nicht nur 30 Jahre wie bei uns, sondern bleiben ewig bestehen. Sehr schön finde ich den Brauch, beim Besuch eines Grabes einen Stein auf den Grabstein zu legen“, so Steinhaus weiter.

Als Leiterin der AG „Jüdischer Friedhof“ der Alexander-Coppel-Gesamtschule hat natürlich auch Simone Sassin das Foto sofort erkannt – „diesen zauberhaften historischen Ort“. „Darauf zu sehen ist mein Lieblingsgrabstein von dem kleinen Robert Feist. Die Schrift auf dem Stein ist kaum noch lesbar, dort steht ,Blühte wie eine Blume vom Frühlingsreif geknickt. Hier ruht in Frieden unser Liebling Robert Feist, geb. 4. Mai 1904, gest. 2. Juli 1908'.“ Auch die Eltern, die das Stahlwarenwerk Luna führten, seien in außergewöhnlich gestalteten Grabstätten auf dem Friedhof beerdigt, so Sassin.

Aus Sicherheitsgründen ist das Friedhofsgelände abgeschlossen, das Foto deshalb nur über den Zaun möglich.

Auch ihr Vorgänger Michael Sandmöller, der von 1990 bis 2017 die AG „Jüdischer Friedhof“ geleitet hat, kennt noch viele Details zu den Grabstätten. Die Familie Feist, deren Nachkommen heute in Portugal, Deutschland, USA und Schweden lebten, sei Solingen immer noch sehr verbunden, weiß er. „Sie waren 2010 und 1018 und in diesem Jahr bei der Stolpersteinverlegung hier zu Besuch. 14 Grabstätten der Familie Feist gibt es auf dem Friedhof, noch mehr von der Familie Coppel.“ Auf dem veröffentlichten Foto sei links neben dem Grab von Robert Feist auch das von Zacharias Oppenheimer zu sehen.

Friedhof hat den Statuseiner Gedenkstätte

Auch der Journalist Max Leven ist auf dem Friedhof beerdigt, ergänzt Norbert H. Posthum. Er freut sich, dass dieses letzte Zeugnis jüdischer Kultur in Solingen heute den Status einer Gedenkstätte hat. „Ich werde bei nächster Gelegenheit an einer der Führungen teilnehmen“, hat sich Posthum vorgenommen.

In der Reichspogromnacht sei auch der Friedhof von den Nazischergen verwüstet, die Kapelle in Brand gesteckt worden, schildert Simone Sassin. Bernhard Erkelenz erinnert sich, dass in seiner Schulzeit – er hat 1966 Abitur gemacht – der jüdische Friedhof kein Thema gewesen sei, ebenso wenig wie das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938. „Erst seit Mitte der 1970er Jahre gibt es dieses Gedenken, in den ersten Jahren fand im Rahmen der Erinnerung auch ein Gang zum jüdischen Friedhof statt.“

Schreiben Sie uns Ihre Erinnerungen

Grundsätzlich ist der jüdische Friedhof am Estherweg aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Geführt besichtigt werden könne der Friedhof von kleinen Gruppen aber auf Anfrage an das Sekretariat der Alexander-Coppel-Gesamtschule, erklärt Simone Sassin.

Für die Öffentlichkeit findet zweimal jährlich eine Führung statt. Die nächste ist am Sonntag, 18. September, um 11 Uhr. „Die männlichen Besucher werden gebeten, den Friedhof mit einer Kopfbedeckung zu betreten“, betont die Leiterin der AG „Jüdischer Friedhof“. Vor Ort erfahren die Besucher viele Details über die Verstobenen oder über die Symbole, Gebräuche und Geschichten des Judentums, ebenso über die pädagogische Arbeit mit den Schülern.

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