Immobilien- und Standortgemeinschaft

Die ISG Wald möchte im Herbst durchstarten

Treiben die Gründung einer gesetzlichen Immobilien- und Standortgemeinschaft für Wald voran (v. l.): Hans-Joachim Marten, Werner Krautmacher, Dirk Gebler und Bernd Reinzhagen. Foto: Christian Beier
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Treiben die Gründung einer gesetzlichen Immobilien- und Standortgemeinschaft für Wald voran (v. l.): Hans-Joachim Marten, Werner Krautmacher, Dirk Gebler und Bernd Reinzhagen.

Aus dem Verein soll eine gesetzliche Immobilien- und Standortgemeinschaft werden.

Von Manuel Böhnke

Wald In Wald tut sich etwas. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) nimmt Fahrt auf. Auf dem Gelände der Firma Breuer & Schmitz und dem früheren Grossmann-Areal sind zudem große Bauprojekte geplant. „Wir möchten in der Entwicklung des Stadtteils ein Mosaikstein sein“, sagt Bernd Reinzhagen. Er ist Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Wald. Aktuell bremst die Corona-Pandemie den Verein etwas aus. Die Mitglieder hoffen allerdings, in der zweiten Jahreshälfte durchstarten zu können.

Konkret bedeutet das, dass aus der derzeit noch freiwilligen eine gesetzliche ISG wird. Der Unterschied: Bei einer gesetzlichen ISG werden die Immobilieneigentümer eines definierten Satzungsgebietes für maximal fünf Jahre dazu verpflichtet, sich an den Kosten eines Maßnahmenkonzeptes zu beteiligen.

Davor sind allerdings einige Hürden zu nehmen. Zum einen braucht es Konzepte für die finanzielle und inhaltliche Ausrichtung der ISG. Beide sind derzeit in Arbeit, erklärt Bernd Reinzhagen. Dazu befinde man sich mit der Bergischen Industrie- und Handelskammer sowie der Stadt in Gesprächen. „Wir bekommen wirklich große Unterstützung von der Verwaltung“, betont Werner Krautmacher. Er ist der Kassenwart des Vereins.

„Potenzial gibt es in Wald definitiv genug.“

Hans-Joachim Marten, Vorstandsmitglied der ISG Wald

Letztendlich muss der Stadtrat der Gründung einer ISG zustimmen. Und zwei Drittel der Immobilieneigentümer im betroffenen Gebiet. Das erstreckt sich in den derzeitigen Planungen vom ehemaligen Rathaus ausgehend die Friedrich-Ebert-Straße entlang in Richtung Walder Kirche. Außerdem sollen der Rundling und Teile des Schlauchs dazugehören. Rund 120 Immobilieneigentümer gibt es in diesem Gebiet. Knapp bei einem Drittel hat der ISG-Vorstand bisher für sein Vorhaben geworben.

Bernd Reinzhagen berichtet von geteilten Reaktionen: „Die einen sehen nicht die Sinnhaftigkeit, die anderen wollen die gute Sache unterstützen.“ Derzeit wird mit einem Jahresbeitrag für die gesetzliche ISG in Höhe von 0,95 Prozent des Einheitswertes kalkuliert. Das persönliche Gespräch zu den übrigen Eigentümern zu suchen, ist eine der zentralen Aufgaben von Reinzhagen und seinen Mitstreitern in den kommenden Wochen und Monaten. Die Corona-Krise hat diesen Schritt im vergangenen Jahr erheblich erschwert.

Dennoch sind die 21 ISG-Mitglieder optimistisch, dass ihr Plan aufgeht. Nicht zuletzt, weil sie von den Vorteilen einer gesetzlichen Immobilien- und Standortgemeinschaft überzeugt sind. „Potenzial gibt es in Wald definitiv genug“, betont Hans-Joachim Marten. Dabei führt der Schriftführer der ISG vor allem die Bereiche Bildung, Kultur, Sport und Handel als Stärken an. Es gehe auch darum, dass der Stadtteil im Vergleich mit Mitte, Ohligs und Gräfrath nicht abgehängt wird. „Unser Wunsch ist, mit der Attraktivität des Standorts auch den Wert der Immobilien zu steigern“, erläutert Marten.

Um das zu erreichen, hat die ISG sieben Ziele ausgegeben: Sauberkeit, Stärkung und Entwicklung des Einkaufsstandorts Wald, Gestaltung des Walder Stadtzentrums, Verkehr und Orientierung, Standortprofil und Marketing, Menschen verbinden sowie Finanzierung/Erschließung von Fördermöglichkeiten.

„Ganz oben auf unserer Liste steht die Umfeldverschönerung“, erklärt Werner Krautmacher. Ihm schweben unter anderem eine attraktivere Bepflanzung und Blumenampeln entlang der Friedrich-Ebert-Straße vor. Auch Fassadenbeleuchtung und Leerstandsmanagement sind Thema. „Manchmal sind kleine Maßnahmen ausreichend, um einen großen Effekt zu erzielen“, sagt Krautmacher. Positiv auf die Aufenthaltsqualität soll sich auch der geplante Ausbau des Freifunk-Netzes auswirken, von dem der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dirk Gebler berichtet.

Obwohl die Gründung einer gesetzlichen ISG noch aussteht, verfügt der Verein bereits jetzt über finanzielle Mittel. Sie stammen aus Mitglieds- und Förderbeiträgen. Von dem Geld sollen unter anderem Plakate angefertigt werden, die für die Immobilien- und Standortgemeinschaft werben.

Bereits seit einiger Zeit im Einsatz ist in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen ein Straßenmeister. Täglich sammelt er im Walder Zentrum Müll auf, pflegt Beete, entfernt Schmierereien und übernimmt kleinere Reparaturen. „Allein dafür“, merkt Bernd Reinzhagen an, „lohnt sich die Mitgliedschaft in der ISG.“

www.isg-wald.de

Geschäftsführung

Der Gründung einer gesetzlichen Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Wald müssen der Stadtrat und zwei Drittel der Immobilieneigentümer im ISG-Gebiet zustimmen. Sollte das Projekt im Laufe der zweiten Jahreshälfte wie geplant Fahrt aufnehmen, bräuchte die ISG einen hauptamtlichen Geschäftsführer. „Das ist eine ganz entscheidende Position“, bestätigt der ISG-Vorsitzende Bernd Reinzhagen. Einen Favoriten auf den Posten gebe es bisher nicht.

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