Theologen laden im ST zur Andacht ein

Die Frage nach der Berufung endet nie

Alexander Grüder ist seit September 2020 als Gemeindeassistent und seit September 2022 als Gemeindereferent in St. Sebastian tätig.
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Alexander Grüder ist seit September 2020 als Gemeindeassistent und seit September 2022 als Gemeindereferent in St. Sebastian tätig.

Heute kommt die Andacht vom katholischen Gemeindereferent Alexander Grüder.

Liebe Leserin,
lieber Leser,

am Samstag vor drei Wochen wurde ich im Kölner Dom zum Gemeindereferenten für das Erzbistum Köln und für die Pfarrei St. Sebastian Solingen beauftragt – ein Ereignis, das bis heute in mir nachhallt. Nach fünf Jahren des Studiums und drei Jahren der Berufseinführung war dies ein großer Meilenstein für mich. Mit mir wurden neun weitere Frauen und Männer zu Gemeinde- und Pastoralreferentinnen für das Erzbistum Köln beauftragt. Im Hinblick auf den Personalmangel eine beachtliche Zahl!

Anders als Priester und Diakone empfangen Gemeinde- und Pastoralreferenten und -referentinnen nicht das Sakrament der Weihe und zählen damit nicht zu den Klerikern, sondern zu den „Laien“. Die Sakramente der Taufe und der Firmung geben ihnen für diesen Beruf die spirituell und sakramental nötige „Befähigung“, abgesehen von der fachlich-theologischen Qualifikation. Aber bei alldem spielt auch die Frage nach der eigenen Berufung eine wesentliche Rolle.

Die Feier der Beauftragung zum Gemeinde- und Pastoralreferenten ist eine eindrucksvolle Liturgie, die die Frage nach der eigenen Berufung durch vier Schritte in das Bewusstsein ruft: Die Erinnerung an die Taufe, die Frage nach der Berufung, die persönliche Ansprache Gottes und die Sendung zum Dienst. Es sind Gedanken, die nicht nur jenen gelten, die zu einem pastoralen Dienst berufen sind, sondern sie sind für jede Christin und jeden Christen von Bedeutung, um sich der eigenen Berufung bewusst zu werden. Was ist meine Berufung? Zu was bin ich berufen?

Durch die Taufe wurden alle in die eine Kirche Christi eingegliedert. Gott spricht durch die Taufe jedem Menschen bewusst zu: „Du bist mein geliebter Sohn/meine geliebte Tochter!“. In der Bibel lese ich verschiedene Berufungsgeschichten, jeder geht seinen Weg vor Gott, ausgestattet mit verschiedenen Talenten und Begabungen, die er oder sie von Gott geschenkt bekommen hat.

Auch heute beruft Gott jeden Menschen zu verschiedenen Tätigkeiten, um die Welt zu gestalten und sich für Gottes Gerechtigkeit einzusetzen. Die Frage nach Berufung endet allerdings nie. Immer wieder soll ich mich fragen, was meine Berufung in meinem Leben sein soll. Warum ich zu dem berufen bin, was ich ausübe.

Eine Herausforderung, die sich nicht immer einfach gestaltet

Wer berufen und gerufen ist, der wird mit einem Auftrag versehen und gesendet. Jesus sendet bei seiner Himmelfahrt seine Jünger und Jüngerinnen mit den Worten „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,30) aus. Als Christ bin ich von Christus in diese Welt gesendet, um sein Evangelium hier und heute zu leben in Wort und in Tat.

Das ist eine Herausforderung, die sich nicht immer einfach gestaltet, eben weil ich doch eigentlich schwach bin und nicht perfekt, aber ich kann auf Christus vertrauen und er vertraut mir, weil er mich in seine Kirche aufgenommen, mich berufen, mich gerufen und gesendet hat. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“

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