Kultur in Coronazeiten

Erstes Konzert und Solala: Bandszene in Solingen startet wieder durch

„No Mess“, die Band um Frontfrau Elena Fuchs, hatte am Samstagabend ein breitgefächertes Repertoire an Funk-, Soul-, und Reggae-Stücken im Gepäck. Fotos: Andreas Horn
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„No Mess“, die Band um Frontfrau Elena Fuchs, hatte am Samstagabend ein breitgefächertes Repertoire an Funk-, Soul-, und Reggae-Stücken im Gepäck.

Nach der Corona-Pause traten drei Gruppen im Theater und Konzerthaus auf: DJ Mallon, No Mess und Senjam. Am Sonntag gab´s das Solala-Festival.

Von Susan Jörges

Solingen. Abgesagte oder verschobene Konzerte, geschlossene Kultureinrichtungen und Kontaktbeschränkungen haben es Kunst- und Kulturschaffenden nicht leicht gemacht. Nun, da öffentliches Leben Stück für Stück wieder hochgefahren wird, sollen auch Solinger Bands auf die Bühne zurückkehren können. Der „Music Restart“ – ein Neustart für die Solinger Bandszene – am Samstagabend im Theater- und Konzerthaus machte den Auftakt.

Gleich drei Solinger Bands erhielten eine professionelle Auftrittsmöglichkeit und konnten vor Publikum spielen. Organisiert wurde das Konzert von dem Kulturmanagement der Stadt und Timm Kronenberg vom City Art Project.

Ab 17 Uhr stimmte DJ Mallon das Publikum mit Dancehall und Reggae Musik auf den Konzertabend ein.

Music Restart: Zurück auf die Bühne in Solingen

Um 18 Uhr folgte die fünfköpfige Band No Mess mit Frontsängerin Elena Fuchs, die ruhige als auch kräftige Funk-, Soul- und Reggae-Stücke mitbrachte. Erst Anfang 2020 hatten die Musiker zusammengefunden und in der Pandemie nur wenige Auftritts- und Probemöglichkeiten gehabt. Stattdessen hatten die Musiker die Zeit genutzt, um gleich sechs eigene Stücke in einem Tonstudio aufzunehmen. „Jetzt kann es live hoffentlich richtig losgehen, die Band-Szene braucht einen Neustart“, sagte Keyboarder Achim Pütz, der auch in der Band Senjam mitspielt, die No Mess ab 20 Uhr ablöste.

Sie gab dem Abend mit Saxofon, Percussion-Instrumenten und senegalischem Gesang eine neue Richtung. Seit 1997 spielt die Solinger Band Reggae, Salsa und Afrobeat, auch Eigenkompositionen. Wo Salsa-Stücke normalerweise zum Mittanzen einladen, mussten diesmal die Füße nicht unter, aber wenigstens nahe den zugewiesenen Stehtischen bleiben. „Ein Kompromiss zu Sitzplätzen, aber doch corona-konform“, findet Abiramy Arulrasa aus dem Team Kulturprogramme des Konzerthauses, die Music Restart organisiert hatte. Eigentlich hätte das Konzert in der Muschel des Walder Stadtparks stattfinden sollen, aufgrund des Wetters zog man in das Theater um.

Die Band Senjam heißte den Konzertbesuchern im späteren Verlauf des Abends mächtig ein.

Sonntag ging´s mit Solala weiter

Am Sonntagvormittag ging das Musikwochenende mit der bekannten A-Cappella-Festival-Reihe Solala in eine zweite Runde: Zu Gast waren unter anderem For You aus der Slowakei, die rein mit ihren Singstimmen englischsprachige Hit-Cover und Eigenkompositionen präsentierten – und das ohne Instrumente. Ebenfalls dabei bei den Festivaltagen war Leonora.

Moderne Konzertformate sollen jüngere Besucher anlocken

Ein Music Restart ist dem Kulturmanagement gelungen. „Endlich wieder Musik live zu erleben“, dafür war auch das Publikum dankbar. „Ein großes Lob an den Veranstalter, der das Beste aus den derzeitigen Rahmenbedingungen gemacht hat“, betonten die Konzertbesucher Sabina Lengert und Hans Grenke. Trotz der guten Stimmung am Wochenende bemerkte das Kulturmanagement die Zurückhaltung des Publikums, einige Tische blieben leer: „Die Menschen aus dem Bergischen sind weiterhin vorsichtig und zurückhaltend beim Ticket-Kauf“, sagt Organisatorin Arulrasa.

Auch Open-Air-Konzerte und Stadtteil-Aktionen stehen an

In der aktuellen Spielsaison stehen hauptsächlich Veranstaltungen aus der Saison 2020/21 auf dem Programm, manche Vorstellungen mussten auch auf die Spielzeit 2022/23 verschoben werden. Mit Music Restart möchte das Kulturmanagement das Theater- und Konzerthaus für eine breitere Zielgruppe öffnen.

Auch weitere moderne Konzertformate sollen künftig zum Programm gehören: „Wir würden uns freuen, wenn auch die jüngere Generation den Weg zu uns findet. Dafür wollen wir raus in die Stadtteile gehen und auch Open-Air-Konzerte anbieten“, erklärt Arulrasa. Auch in Hinblick auf die Teilmodernisierung des Konzerthauses ab Spätsommer 2022 sei man bestrebt, alternative Spielstätten zu erschließen.

Prozente sparen mit der Theater-Card

Seit dieser Spielzeit bietet das Kulturmanagement die Theater-Card Bronze, Silber und Gold an. Card-Besitzer erhalten 10, 20 oder 30 Prozent Ermäßigung auf den regulären Kartenpreis einer Veranstaltung des Kulturmanagements: Tel. 20 48 20.

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