Corona-Krise

Industrieumsätze in Solingen brechen um mehr als 40 Prozent ein

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Das sind deutliche Zahlen, aber auch nur eine Momentaufnahme.

Von Sven Schlickowey

Die Umsätze der Solinger Industrie sind im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Das geht aus Daten hervor, die die Bergische IHK basierend auf Zahlen des statistischen Landesamtes veröffentlicht hat. Demnach nahmen die Umsätze im gesamten Gebiet der Kammer, neben Solingen gehören dazu Remscheid und Wuppertal, um 25,3 Prozent ab. Zum Vergleich: Landesweit lag der Rückgang bei 22,3 Prozent.

„Das entspricht in etwa den Zahlen, wie wir sie in der Finanzmarktkrise gesehen haben“, sagt Uwe Mensch, der als Geschäftsführer bei der IHK für Wirtschafts- und Konjunkturpolitik zuständig ist. Dafür dass Solingen so viel stärker als die beiden anderen Städte betroffen ist, seien verschiedene Erklärungsansätze denkbar, so Mensch. So habe sich die in Solingen weit verbreitete Schneidwarenindustrie vor der Krise auf einem höhren Niveau bewegt als zum Beispiel die für Remscheid typische Werkzeugindustrie.

Für Uwe Mensch haben aber ohnehin die Zahlen für einen einzelnen Monat keine allzu hohe Aussagekraft: „Das können schon einzelne Unternehmen beeinflussen, wenn zum Beispiel ein Großauftrag später fakturiert wird.“ Betrachte man hingegen die ersten vier Monate des Jahres, liege der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei rund 6,5 Prozent.

Und andere Daten wie der ifo-Geschäftsklimaindex für Mai würden vermuten lassen, dass es bereits wieder leicht aufwärts gehe: „Die Unternehmen haben schon wieder Hoffnung geschöpft“, sagt Mensch. „Wenn auch auf einem sehr niedrigen Niveau.“

Gleichwohl gebe es Branche, die die derzeitige Krise hart treffe, so Mensch. Während im Städtedreieck viele Bereiche, etwa die Elektro- und Chemieindustrie, in den ersten vier Monaten Rückgänge im einstelligen Bereich zu verzeichnen hatten, trifft es andere Brachen wie die Metallerzeugung (-24,4 Prozent) oder den Fahrzeugbau (-37,4 Prozent) sehr viel härter. Dagegen konnten die Nahrungsmittel- und die Kunststoffindustrie sogar Steigerungen verbuchen.

Für Uwe Mensch sind die Zahlen für April kein Grund zur Panik. „Panik ist sowieso ein schlechter Ratgeber.“ Viele Unternehmen hätten aus der Finanzmarktkrise 2008 und 2009 gelernt, zudem greife das Instrument der Kurzarbeit. Und auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung bekommt Lob vom IHK-Geschäftsführer: „Das ist viel besser als gedacht.“

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