Andacht

Der Zukunftsplan Hoffnung

Heute Abend, 17 Uhr in der Walder Kirche, gestaltet Pfarrerin Kerstin Heider mit einem Team aus evangelischen und katholischen Frauen einen ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag. Archivfotos: Christian Beier
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Freitagabend, 17 Uhr in der Walder Kirche, gestaltet Pfarrerin Kerstin Heider mit einem Team aus evangelischen und katholischen Frauen einen ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag.

Zum Weltgebetstag lädt die evangelische Pfarrerin Kerstin Heider zur Andacht im ST ein.

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie Pläne für den Sommer? Ein Urlaub, der im letzten Jahr ausfallen musste? Der Besuch bei Freunden, die Sie so lange nicht gesehen haben? In diesem Sommer könnte es was werden. Aber wie sieht es mit Plänen für den Winter aus? Mir persönlich fällt das schwer. Wir haben uns Dinge vorgenommen, aber immer unter Vorbehalt. Vielleicht, wenn es geht… aber nicht zu sehr freuen, man weiß ja nie.

Seit letzter Woche ist es noch einmal schwieriger geworden. Zwar spielen sich meine Pläne weit entfernt von der Ukraine ab, aber trotzdem ist jede kleine Vorfreude getrübt. Ist jetzt wirklich die richtige Zeit, um weitreichende Pläne zu machen?

Doch genau dazu fordert der Weltgebetstag, der heute rund um die Welt gefeiert wird, auf: zum Plänemachen. Uns wird zugemutet, hoffnungsvoll für die Zukunft zu planen, gerade in diesen schweren Zeiten. „Zukunftsplan: Hoffnung“ - so lautet der Titel des Gottesdienstes, den Frauen aus 18 verschiedenen christlichen Kirchen in England, Wales und Nordirland gestaltet haben. Diese Botschaft geben sie den Christinnen und Christen rund um den Globus mit auf den Weg.

Dabei beziehen sie sich auf biblische Worte, die der Prophet Jeremia vor mehr als 2500 Jahren an seine Landsleute im Exil geschrieben hat. Die Älteren von ihnen hatten noch miterlebt, wie ihre Heimat und alles, was sie aufgebaut hatten, zerstört worden war. Sie waren verschleppt worden und mussten in der Fremde neu Fuß fassen. Die Jüngeren kannten das nur aus Erzählungen. 50 Jahre würde das Exil in Babylon dauern. Das wissen wir heute aus der Geschichtsschreibung. Die Menschen damals hatten keine Ahnung, wie lange der Ausnahmezustand dauern würde: Würden sie ihre Heimat überhaupt noch einmal wiedersehen? Würde es je wieder sein wie früher?

In diese Unsicherheit hinein schreibt Jeremia seinen Brief. Was eine baldige Rückkehr betrifft, macht er ihnen keine Hoffnung. Sie würden noch lange in Babylon bleiben müssen. Doch das sei kein Grund, den Glauben zu verlieren! Jetzt sei erst recht die Zeit zum Hoffen und Planen. Und dann wird der Prophet ganz praktisch.

Ist jetzt wirklich die richtige Zeit, um weitreichende Pläne zu machen?

Fast therapeutisch rät er den Menschen, wie sie trotz aller Schicksalsschläge nun weiterleben können. Ein erster Schritt: Akzeptieren! Ihr könnt es nicht ändern. Diese Erkenntnis ist so schwer. Aber erst, wenn ihr das akzeptiert habt, könnt ihr weitermachen. Ein zweiter Schritt: Tätig werden! Am Grundproblem könnt ihr vielleicht nichts ändern. Aber vieles andere könnt ihr angehen und gestalten. Für die Menschen damals hieß das: Häuser bauen, Gärten anlegen und sich ein Leben einrichten. Wie früher ist es nicht, aber es ist ein Leben. Und es kann gut werden. Das ist der dritte Schritt: Hoffnung wagen! Auch wenn es nicht genau wie früher wird, so kann es doch so schön werden wie früher. Hofft das Beste und vertraut auf Gott, der selbst gute Pläne für euch hat!

Ich freue mich darauf, heute diesen Weltgebetstag zu feiern. Denn dabei sind wir verbunden mit Christinnen und Christen auf der ganzen Welt. Für mich ist das ein gutes Zeichen angesichts der schockierenden Nachrichten aus dem Osten Europas. Menschen in vielen Ländern und aus allen Konfessionen - evangelisch, katholisch, orthodox - sind vereint im Gebet, in der Hoffnung auf Gemeinschaft und Frieden, im Glauben daran, dass Gott einen Plan für eine gute Zukunft hat: „Mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr.“ (Jeremia 29,11)

Ihre Pfarrerin Kerstin Heider

Zur Person

Pfarrerin Kerstin Heider

Kerstin Heider ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Wald. Am Freitagabend um 17 Uhr feiert sie gemeinsam mit einem Team aus evangelischen und katholischen Frauen den Weltgebetstag in der Walder Kirche.

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