Der Turm der Liebfrauenkirche hat das letzte Wort

Die zehnte Tour der Bergischen Literaturperformance machte an der Liebfrauenkirche in Löhdorf Halt. Foto: Andreas Horn
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Die zehnte Tour der Bergischen Literaturperformance machte an der Liebfrauenkirche in Löhdorf Halt.

Bergische Literaturperformance gastiert in Löhdorf

Von Tanja Alandt

Nach zehn Jahren „Die Türme“ hatte bei der diesjährigen Tour der Bergischen Literaturperformance der Glockenturm der Liebfrauenkirche Löhdorf das letzte Wort: Illuminiert gab der Turm dem Künstler zu seinen Füßen Antwort – von Schauspieler und Synchronsprecher Olaf Reitz in einen Dialog verwickelt, den Theaterregisseur Andy Dino Iussa mit seinen Textzeilen vorgab. Vom Turm schallte die vorab produzierte Aufnahme der Schauspielerin Caoline Keufen aus einer Lautsprecherbox, die so klang, als würde sie tatsächlich aus dem rot angestrahlten Turm herunterrufen.

In das Gespräch mischte sich zudem Mickey Neher mit seinem Schlagzeug ein, der nicht nur zum Staunen von Sabina Vermeegen von der Engagementförderung der Katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian parallel noch Xylophon spielen konnte. Ob es generell der letzte Turm war, der zum Sprechen gebracht wurde oder es nächstes Jahr weitergeht, wollen Reitz und Iussa sich noch überlegen.

Rund 40 bis 80 Theatertexte liest sich Iussa vor jeder Saison durch und montiert daraus jeweils 20 bis 50 Textteile von Shakespeare und Goethe bis Falk Richter. Aktuell seien die Türme in der Gegenwart angekommen. „Früher waren die Türme allwissend, aber immer auf Augenhöhe, obwohl der Turm deutlich höher ist“, so Iussa.

Damals arbeiteten sie anstatt den Solo-Künstlern mit einer Choralschule. Bisher haben sie zwar immer weitergemacht, gerne würden sie jedoch etwas Neues ausprobieren – schließlich würden sie ja nicht wie die Rolling Stones enden wollen, die immer noch die gleichen Sachen machen, scherzte Reitz.

Begonnen hatte es vor zehn Jahren, als sie aus einem Straßencafé auf einen Turm geblickt hatten und sich fragten, was dieser alte Turm nicht schon alles gesehen und gehört haben müsse. Die Türme sprechen zu lassen war außerdem eine gute Gelegenheit, Kunst und Kultur in den öffentlichen Raum zu bekommen, berichteten sie.

Zuhörer genossen eine gut gemachte Inszenierung

Die Zuhörer Gerda und Meinolf Held genossen die gut gemachte Darbietung im Innenhof. Manchmal habe man zwar einen Kompass benötigen können, so durcheinander sei es gegangen, so Meinolf Held. Aber man habe sich eben nicht irritieren lassen dürfen.

Am 22. November findet um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Mariä, Eifelstraße 105, ein Gespräch mit Simon Linder über das Engagement in der Kirche statt.

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