Bühne

„Der kleine Vampir“ wird zur modernen Sitcom

Die moderne Inszenierung im Pina-Bausch-Saal gefiel sowohl den Kindern als auch den Eltern gut.
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Die moderne Inszenierung im Pina-Bausch-Saal gefiel sowohl den Kindern als auch den Eltern gut.

Westfälisches Landestheater interpretierte Kinderstück neu.

Von Paul-Ruben Reis

Was das Kinder- und Jugendensemble des Westfälischen Landestheater am Sonntagabend im Pina-Bausch-Saal zeigte, war keine reine Nacherzählung: Die 60-minütige Interpretation von „Der kleine Vampir“ war eine mutige, moderne Neuinterpretation, die sowohl inhaltlich als auch stilistisch neue Wege gegangen ist. Und das fand beim durchaus beim jungen Publikum Anklang.

Das Stück basiert auf der gleichnamigen Buchreihe von Angela Sommer-Bodenburg und hat durch diverse Umsetzungen in Hörspielen, Filmen, Serien und Musicals einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Und so war es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Kinder mit ihren Eltern und Verwandten den Weg ins Theater gefunden haben.

„Die größte Änderung liegt in der Erzählstruktur und beim Stilmittel“, erklärte Christian Zell, der im Stück den Vampir Rüdiger von Schlotterstein verkörpert. „Unser Ansatz ist eher sitcomartig. Figur tritt auf, Figur macht Gag und die Leute können lachen, während es im Original eher Abenteuergeschichten sind, bei denen es viel mehr um diesen Vampirkult geht. Bei uns geht es um was Leichtes, Lockeres.“

Billie-Eilish-Musik passt zur Vampir-Inszenierung

Doch da hören die Änderungen nicht auf. Bei jedem Szenenwechsel wird Musik von Billie Eilish eingespielt, die hervorragend zur Inszenierung passt. Außerdem hat das Ensemble mehrere Geschichten aus dem Original zu einer einzigen verwoben, die trotz der humorvollen Ausrichtung auch ernste Themen anspricht. „Wenn man sich die Message dieser Geschichte anschaut, dann geht es um essenzielle Dinge. Es geht um Interkulturalität, um Akzeptanz, um Fremdsein – und letztendlich geht es auch um Freundschaft“, erklärt Schauspielerin Anne Noack, die im Stück eine moderne, alleinerziehende Interpretation der Helga Bohnensack spielt.

Die Mischung aus Humor und einer tieferen Message gefiel dem Publikum. Mehrere Hundert Kinder verfolgten das Stück aufmerksam und lachten bei den zahlreichen Humor- und Slapstickeinlagen herzhaft. Die herausragende schauspielerische Leistung sämtlicher Akteure sowie die hervorragend geschriebenen Dialoge sorgten zudem auch beim älteren Publikum regelmäßig für ein Schmunzeln.

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