Integrativer Arbeitsplatz

Der gute Geist der Cobra heißt für alle Dennis

Dennis Szameitat liebt seinen Arbeitsplatz in der Cobra – das Team ist für ihn Familie.
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Dennis Szameitat liebt seinen Arbeitsplatz in der Cobra – das Team ist für ihn Familie.

Am Anfang stand die Einrichtung eines integrativen Arbeitsplatzes – heute weiß kaum einer mehr, wie es vorher war.

Von Andreas Römer

Solingen. Das wird seine Party: Dennis Szameitat wird im Dezember seinen 45. Geburtstag und sein 20-jähriges Jubiläum als Mitarbeiter der Cobra feiern. Viele Solinger kennen Dennis Szameitat als den guten Geist der Cobra. Als Hausmeister ist er im soziokulturellen Zentrum an der Merscheider Straße nicht wegzudenken. „Ohne Dennis können wir es uns gar nicht mehr vorstellen“, sagt Anja Stock, Leiterin der Cobra und selbst seit fast 25 Jahren dabei.

Sie kann sich noch gut erinnern, wie Dennis Szameitat seinen Weg zur Cobra gefunden hat. „Er war Mitglied eines Theaterprojekts der Behindertenheimstätten Solingen. Nach einem Auftritt bei uns haben uns die Betreuer damals gefragt, ob wir nicht einen Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung einrichten und mit Dennis besetzen wollen“. Zusammen mit der Lebenshilfe wurde ein integrativer Arbeitsplatz eingerichtet und nach einem erfolgreichen Praktikum stand sofort fest: Dennis darf, nein er muss bleiben. Nicht nur weil er ein „zuverlässiger und fleißiger Mitarbeiter“ ist, seine nette offene Art kommt an und nach jetzt 20 Jahren gehört er unbedingt zur „Familie Cobra“.

Dennis Szameitat kümmert sich um die Kehrmaschine, mit der die Halle gesäubert wird, richtet die Bestuhlung in der Halle ein, hält alles auch vor der Tür sauber und kümmert sich um alles, wo Not am Mann ist. Auch außerhalb der Cobra ist er längst bekannt, verteilt er doch die Flyer mit dem neuesten Programm oder trägt die Plakate in die Schaufenster der Solinger Geschäfte.

Seinen Arbeitsplatz findet Dennis einfach nur toll. „Die ganzen Konzerte, Theateraufführungen und Partys – und ich bin fast immer dabei.“ Und er ist das wandelnde Geschichtslexikon der Cobra. Er fotografiert alle Events und scheint sich auch alle merken zu können. „Bei so viel Programm haben wir oft vergessen, wer wann bei uns aufgetreten ist, aber Dennis braucht man nur zu fragen – er weiß das immer. Besser als Google“, erzählt Anja Stock lachend.

Dennis Szameitat hat es schon zu Fotoausstellungen gebracht. Dabei sind es nicht nur Bilder aus der Cobra, die er zu bieten hat. Er reist gern und bringt von überall seine Bilder mit. „Ich darf ja umsonst mit der Bahn fahren – dann fahre ich schon mal morgens nach Frankfurt, mache ein paar Bilder und fahre dann wieder zurück“, erzählt der Hobbyfotograf. 2007 gab es die erste Spiegelreflexkamera, seit 2009 nur noch digitale Bilder, die alle auf einer großen Festplatte gespeichert sind.

In der Corona-Zeit, als die Cobra monatelang geschlossen war, hat Dennis Szameitat die Büroräume neu gestrichen, nur rumsitzen ist eben nicht seins. Dann hat er noch das Steine-Bemalen für sich entdeckt. Es sind schon ein paar Hundert kleine Kunstwerke geworden, am liebsten auf Steinen aus der Wupper. Einige sind schon für einen guten Zweck versteigert worden. Die liebsten Stücke sind in einer Vitrine in seiner Wohnung ausgestellt. Dennis wohnt mit seinem Freund Markus in einer Behinderten-WG. Zu seinem Arbeitsplatz geht er zu Fuß, nimmt sein Fahrrad oder fährt mit dem Bus – am liebsten natürlich die O-Busse. Ein weiteres seiner Hobbys.

Aber jetzt freut er sich erst mal auf die anstehenden Feiern und darauf, zum 20-jährigen Cobra-Bestehen wieder Bilder ausstellen zu dürfen.

Cobra

Seit der Eröffnung in den Räumen der ehemaligen Cobrafilm 1994 ist die Cobra ein Ort soziokulturellen Lebens. Auch wenn die Zeiten zuletzt schwierig waren, behauptet sich die Cobra seit nunmehr 28 Jahren erfolgreich in der Solinger Kulturlandschaft. Nach der Pandemie hofft man jetzt auf steigende Zuschauerzahlen. Programm unter: Cobra-Solingen.de.

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