De Hangkeschmedden werden 70 Jahre alt

Brunhild Triesch (l.) und Judith Schreiber zeigen einige der Bücher, die De Hangkeschmedden über die Jahre veröffentlicht haben.Foto:Christian Beier
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Brunhild Triesch (l.) und Judith Schreiber zeigen einige der Bücher, die De Hangkeschmedden über die Jahre veröffentlicht haben.Foto:Christian Beier

Um die Mundartgruppe ist es seit der Pandemie stiller geworden

Von Jutta Schreiber-Lenz

Wenn Brunhild Triesch und Judith Schreiber von der Mundartgruppe De Hangkeschmedden ins Erzählen kommen, wird es lebhaft. Man spürt, wie viel Herzblut die beiden jüngsten aktiven Mitglieder in ihre Literaten-Gruppe stecken. 70 Jahre schon hält die Gruppe die Solinger Mundart hoch. Groß gefeiert wird allerdings nicht. Seit der Corona-Krise ist es bei den Beteiligten deutlich stiller geworden.

Dennoch melden sich De Hangkeschmedden regelmäßig zu Wort. Jeden zweiten Sonntag im Monat sind sie ab 19.04 Uhr im Bürgerfunk von Radio RSG zu hören. „Wir sind immer wieder überrascht, wie treu unsere Fangemeinde da zuhört“, sagt Judith Schreiber, die sich erst vor fünf Jahren der Mundart-Gruppe angeschlossen hat. „Ich bin gefragt worden“, sagt sie, nicht ohne spürbaren Stolz. Denn „einfach Mitglied werden wie in einem Verein war noch nie das Prinzip“, sagt Brunhild Triesch, selbst seit 1988 mit dabei. Seit einigen Jahren können zudem Patienten Nachrichten aus Solingen auf Platt hören, die von der Studiowelle 2 des Klinikums ausgestrahlt werden. Auch für dieses Format gibt es nach wie vor eine sehr positive Resonanz. „Vielfach hören wir, wie schön es war, wieder einmal etwas ,op Platt‘ zu hören“, sagt Brunhild Triesch.

Sie führten mit Grundschülern Theaterstücke „op Platt“ auf

Auch die Besuche in Seniorenheimen kamen gut an. Die Pandemie ließ das jäh abbrechen. Triesch, pensionierte Grundschullehrerin, hat zu ihrer aktiven Berufszeit an der Scheidter Straße viel Zeit und Energie investiert, um auch Jüngeren einen Zugang zum Platt zu ermöglichen. Dem ersten Theaterstück „Mäck on Mör“ (Max und Moritz), 1987 vom damals aktiven Hangkeschmedden Manfred Müller in Mundart übersetzt, und mit Grundschülern auf der großen Bühne im Theater aufgeführt, folgten weitere, zum Beispiel „Schniiwittchen“, oder „Der gesteiwelte Müter“. Aber auch andere Mitglieder wie Ute Schulz, Eva Butzmühlen und Heidi Theunissen schrieben kleine Stücke, Sketche oder Lieder für die Jugend. Leider aber hätten diese Bemühungen um Nachwuchs keinen dauerhaften Erfolg gebracht. „Mit Beginn der weiterführenden Schule brach das jeweils ab“, sagt Brunhild Triesch ein bisschen wehmütig. Gut in Erinnerung ist der Mundartgruppe auch der Stand auf dem Zöppkesmarkt, der immer stark umlagert war. „Inzwischen sind wir nicht nur durch Corona gebeutelt, sondern auch durch Todes- und Krankheitsfälle“, sagt Triesch.

Am 28. Juli 1951 wurde der Verein gegründet. Ziel war es, das Idiom der „oulen Soliger“ zu pflegen. Dafür wurden sie mit dem Rheinlandtaler sowie dem Kulturpreis der Bürgerstiftung Baden 1991 geehrt. Das Gründungsmitglied Karl Ernst durfte 1993 den Ehrenring der Stadt Solingen entgegennehmen.

Zu den zahlreichen herausgebrachten Büchern zählen unter anderem das Wörterbuch „Halb on Half“ in Hochdeutsch und Mundart sowie die Ausgabe der Redewendungen „Solinger Kalleroden“.

Hintergrund

Die Mundartgruppe: Zu den Hangkeschmedden gehören neben Brunhild Triesch und Judith Schreiber noch Ruth Henning, Ulrich Langenberg, Ute Schulz, Marlene Wagner, Gerd Thomas und Hannelore Krebs. Andreas Erdmann verfasst regelmäßig im Namen der Hangkeschmedden Mundart-Texte für die ST-Serie „Solinger Mundart“. | S. 19

Kontakt: Weitere Informationen gibt es telefonisch bei Brunhild Triesch, Tel. 5 64 62, oder Judith Schreiber, Tel. 5 38 89.

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