Politik

Das wünschen sich Jugendliche in Solingen

Karsten Römling hat die Ergebnisse der Schultour ausgewertet.
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Karsten Römling hat die Ergebnisse der Schultour ausgewertet.

Im Sommer hat der Jugendstadtrat gefragt, was sich in Solingen verbessern soll. Das sind die Ergebnisse.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Was soll sich in Solingen verbessern? Mit dieser Frage ist der Jugendstadtrat im Sommer an Schülerinnen und Schüler in der Klingenstadt herangetreten. Und die haben viele Ideen. Dafür sprechen zumindest die 357 Rückmeldungen, die das Gremium erreichten. Sie zeichnen „das Idealbild einer nachhaltigen, grünen, sicheren, sauberen, sozial gerechten, sportlichen und weltoffenen Stadt, die tagsüber und nachts etwas zu bieten hat“, fasst Karsten Römling die Ergebnisse zusammen. Der Student hat sich federführend um die Auswertung gekümmert.

Zwei wesentliche Ziele hatte die Schultour des Jugendstadtrats im Juni 2022. Zum einen wollten die Mitglieder auf ihre Arbeit aufmerksam machen. „Zudem wurde gezielt abgefragt, welche Bedarfe und Interessen junge Menschen in der Stadt haben“, erläutert Römling. Bewusst habe man eine sehr offene Frage gestellt, um einen möglichst breiten Überblick zu erhalten.

Die Kehrseite: Die Auswertung ging für den 19-Jährigen mit hohem Aufwand einher. Mit Unterstützung der Jugendförderung und des Projektes „fYOUture“ hat er die Rückmeldungen in elf Kategorien eingeteilt – von Sportinfrastruktur über Stadtgestaltung, Mobilität und Kultur bis hin zu soziale Gerechtigkeit und Armut. „Teilweise habe ich daraus noch Unterkategorien abgeleitet“, berichtet der frühere Schüler des Gymnasiums Schwertstraße. Seit 2021 gehört er dem Jugendstadtrat an. Im Oktober hat er sein Studium in Bonn aufgenommen: Politik und Gesellschaft, Begleitfach Wirtschaft.

Ergebnisse spielen alltägliches Leben der Jugendlichen wieder

„Sport ist ein großes Thema“, fasst Karsten Römling eines der zentralen Ergebnisse der Schultour zusammen. Die Jugendlichen stellen vor allem Anforderungen an die Infrastruktur – ein Teil wünscht sich ein Spaßbad, ein anderer zusätzliche Fußball- oder Bolzplätze, weitere Befragte hoffen auf mehr und besser ausgestattete Basketballfelder. „Die Sportinfrastruktur ist verbesserungswürdig und ausbaufähig“, fasst Römling die Ergebnisse zusammen.

Gleiches gilt für die Situation in der Innenstadt. Diese wird von den Schülerinnen und Schülern nicht als attraktiv wahrgenommen. Sie bemängeln ein nicht ausreichendes Angebot in den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie. Zudem sprechen sich mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für mehr Grün in den Zentren aus.

„Die Ergebnisse spiegeln alltägliche Themen wider“, betont Karsten Römling. So zeigt die Auswertung unter anderem Wünsche nach einer besseren Taktung des Öffentlichen Personennahverkehrs, mehr Festen und Veranstaltungen, Sauberkeit und Ordnung sowie einer größeren Zahl Jugendtreffs und Feiermöglichkeiten.

Am Dienstag, 24. Oktober, ist die Befragung Thema im Jugendhilfeausschuss (17 Uhr, Theater und Konzerthaus). Im Anschluss möchten die Mitglieder des Jugendstadtrates aus den Erkenntnissen Forderungen ableiten, kündigt Karsten Römling ein. Damit sich die Politik mit diesen beschäftigt, will das Gremium von seinem Rede- und Antragsrecht Gebrauch machen.

Dem Meinungsbildungsprozess möchte Römling nicht vorweggreifen. Welche konkreten Forderungen der Jugendstadtrat stellen könnte, beantwortet der 19-Jährige deshalb noch nicht. Deutlich macht er lediglich: „Unsere Anregungen dürfen nicht untergehen.“ Insbesondere Kommunen wie Solingen, die kein Standort großer Universitäten sind, hätten mit Aderlass zu kämpfen: Viele junge Menschen kehren ihrer Heimat den Rücken. Es gelte, dieser Entwicklung mit attraktiven Angeboten entgegenzuwirken.

Erhebung

An zwei Real-, drei Gesamtschulen und drei Gymnasien gastierte die Schultour des Jugendstadtrats im Juli dieses Jahres. Repräsentativ ist die Erhebung nach wissenschaftlichen Kriterien nicht. Dennoch erlaube sie „durchaus Rückschlüsse auf Bedarfe und mögliche Handlungsansätze“, heißt es in der schriftlichen Auswertung zur Aussagekraft.

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