Haus Hackhausen

Das Wasserschloss – ein Ohligser Kleinod

Wolfgang Armbrüster hat eine enge Beziehung zu Schloss Hackhausen. Seine Frau ist eine Enkelin des ehemaligen Eigentümers August von Recklinghausen.
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Wolfgang Armbrüster hat eine enge Beziehung zu Schloss Hackhausen. Seine Frau ist eine Enkelin des ehemaligen Eigentümers August von Recklinghausen.

Wolfgang Armbrüster stellt die wechselhafte Geschichte des Hauses Hackhausen in einem bebilderten Buch vor

Von Andreas Erdmann

Die Geschichte des Hauses Hackhausen in Ohligs beginnt spätestens im Jahr 1342. Damals erwirbt ein „Thilmann von Hackhausen, Vogt zu Solingen“ laut einer Urkunde ein Waldstück bei Monheim. „Man kann folglich von der Existenz eines festen und repräsentativen Hauses in Hackhausen in der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgehen“, erklärt der Solinger Autor Wolfgang Armbrüster in seinem Buch „Hackhausen in Solingen“. Es erschien jetzt im Selbstverlag. In dem eindrucksvollen, 88 Seiten fassenden Werk lässt Armbrüster die Historie des Gebäudes und seiner Bewohner durch die Jahrhunderte Revue passieren. Bereichert wird das Buch von vielen historischen und aktuellen Fotos.

Wolfgang Armbrüster hat eine enge Beziehung zum Schloss in Hackhausen. „Meine Frau ist eine Enkelin des ehemaligen Eigentümers August von Recklinghausen“, berichtet er, „und wir bewohnen heute noch eine Zweitwohnung in einem der anliegenden Nebengebäude“. 20 Jahre lang habe er das Anwesen mit den Gebäuden, dem Park und den Gartenanlagen verwaltet. „Neun Jahre lang leitete ich, hier in der Nähe, die Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof. Aus meinen langjährigen Führungen von Besuchern durch das Gebäude und die Parkanlagen ist dann langsam die Idee erwachsen, die Geschichte Schloss Hackhausens einmal in einem Buch zusammenzufassen.“

Ausgebaut zu einem schlossähnlichen Gebäude mit einem umgebenden Park um den Wassergraben wird das Haus mindestens im Jahr 1539 unter Johann von Bottlenberg, genannt Kessel, und seiner Frau Mechthild von und zu Schöller. Zu der Zeit befindet sich auf dem Grundstück am Viehbach auch bereits eine Getreidemühle. Einschneidend ist das Jahr 1766, in dem die Brüder Steffen Adolph und Carl Abraham von Bottlenberg in einen Erbstreit geraten. „Sie brechen das alte Gebäude mit zwei Türmen an der West- und Nordseite ab und errichten um 1772 an seiner Stelle ein Rokokoschloss ohne Türme mit einer Zugbrücke zum Garten hin“, berichtet Armbrüster.

Welche Empfindungen das Wasserschloss in dem großen Park 1828 auslösen konnten, vermitteln Briefe von Thora von dem Bussche-Ippendorf, genannt Kessel, aus denen der Autor zitiert: „. . .Wie gut es mir hier gefällt, wie allerliebst ich Hackhausen finde, wie ganz entzückt ich davon bin. Die Lage ist wirklich reizend, eine unaussprechliche Lieblichkeit in allen Umgebungen. Auch das Haus ist von außen wunderhübsch und alle Zimmer allerliebst freundlich, besonders die, welche ich jetzt bewohne, gar zu hübsch und elegant eingerichtet. . .“

Im Jahr 1849 geht der Besitz an einen Pächter über. 1886 dann kommt es zur völligen Zerstörung der Wirtschaftsgebäude und der Getreidemühle durch einen Brand. Im Folgejahr wird das Schloss selbst – durch Brandstiftung – zum Raub der Flammen. Wiederhergestellt und erhalten bleibt nur mehr ein einstöckiger Flachbau. „In diesem Zustand erwirbt der Kölner Bankier August von Recklinghausen den Besitz und lässt das Schloss und einen Teil der Wirtschaftsgebäude wiedererrichten. Die Baupläne stammen von dem namhaften Architekten Paul Schulze-Naumburg.“

Dabei orientiert er sich am alten Rokokostil. Alte Baumbestände kann er in den Park integrieren. Ein letzter Brand – vermutlich durch Selbstentzündung von eingelagertem Heu – zieht 1983 Scheune, Stall und Verwalterhaus stark in Mitleidenschaft. Die Erben von August von Recklinghausen lassen die Gebäude wieder errichten, und sie dienen fortan als Wohn- und Geschäftsgebäude.

Heute zieht das Wasserschloss Hackhausen zunehmend Besucher an: Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer. Auch Hochzeiten finden dort zunehmend häufiger statt. „Dabei bleibt diese Schlossanlage ein eigener Kosmos mit einer Aura, an der sich über die Jahrhunderte nur wenig geändert hat“, betont Armbrüster. „Ein Ort der Ruhe, an dem Architektur und Natur eine gelungene Verbindung feiern.“



















Wolfgang Armbrüster hat eine enge Beziehung zu Schloss Hackhausen. Seine Frau ist eine Enkelin des ehemaligen Eigentümers August von Recklinghausen.

Das Buch

Neu erschienen: „Hackhausen in Solingen – Baugeschichte, Bewohnerinnen und Bewohner Garten und Park“ von Wolfgang Armbrüster, Selbstverlag Hackhausen 1, 42697 Solingen. Hardcover, 88 Seiten, 14,80 Euro. Zu erwerben ist das Buch in den Ohligser Buchhandlungen Kiekenap, Jahn und Die Schatzinsel, bei Thalia in der Innenstadt sowie beim Autor.

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