Brettspiele

Das Tageblatt gibt Tipps für einen Spieleabend

Es geht um Handwerker und Händler von Edo.
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Bei „Iki“ geht es um die Handwerker und Händler von Edo.

Brettspiele sind in Familien ebenso beliebt wie in Freundeskreisen. Zum Start des neuen Jahres gibt ST-Experte Bernhard Meier unseren Lesern eine ganze Reihe Empfehlungen.

Solingen. Brettspiele haben sich wieder einen festen Platz im Kinderzimmer oder am großen Esstisch zurückerobert – trotz Smartphones, Apps und Konsolen. Einer, der diese Leidenschaft schon lange teilt, ist ST-Spieleexperte Bernhard Meier. Zum Start des neuen Jahres gibt er unseren Lesern eine ganze Reihe Empfehlungen. Dabei geht es etwa um den spannenden Aufbau von Handelsbeziehungen – sei es, um eine erfolgreiche Glas-Dynastie aufzubauen oder im fernen Japan den Wohlstand einer Stadt zu mehren. Witzig wird es beim Spiel um Ratten und ihren auf den Käsemond zu fliegen.

Aber auch vor Tabuthemen schrecken Spieleentwickler nicht zurück: Als nach der Cholera-Epidemie um 1850 die Stadt London einen größeren Friedhof benötigt, wird er aus Platzgründen außerhalb angelegt. Wer ihn am besten entwickelt, holt die notwendigen Punkte zum Sieg.

Was auch immer Sie am meisten anspricht: Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und ein glückliches und strategisches Händchen.

„Iki“: Es gilt, Handwerker und Händler anzuwerben

Wir befinden uns auf einem belebten Markt der Stadt Edo (das heutige Tokio), wo sich entlang der Hauptstraße viele Händler niedergelassen haben. In den Häusern dahinter leben Handwerker verschiedenster Zünfte. Über den Zeitraum eines Jahres (drei Runden pro Jahreszeit plus eine Bonusrunde am Ende) sollen die Spieler den Wohlstand der Stadt mehren, indem sie Händler und Handwerker anwerben und ihnen Arbeitsplätze rund um den Markt zuweisen.

Zu Beginn des eigenen Zuges hat der Spieler die Möglichkeit, einen der ausliegenden Händler (Karten) gegen Geld anzuwerben, auf den freien Platz eines Hauses zu legen und einen eigenen Kobun (Angestellten) dort zu platzieren.

Anschließend bewegt der Spieler seinen Meister entlang der Hauptstraße, nutzt dort, wo er anhält, den ansässigen Laden und/oder einen der beiden Händler, die dahinter ihre Dienste anbieten. Ein fremder Händler gewinnt so an Erfahrung, sein Kobun springt auf die nächste Stufe, bis er irgendwann in Rente geht.

Am Ende der Jahreszeit generiert jeder Kobun Einkommen für seinen Meister (z.B. Geld, Punkte, Feuerschutz, Reis) muss aber, sofern er nicht in Rente ist, mit Reis ernährt werden, um den Laden nicht schließen zu müssen. Der Punktbeste gewinnt.

Fazit: Ein stimmiges, gut ausgestattetes Kennerspiel mit einigen taktischen Tücken.

„Iki“ von Giant Roc für 2 bis 4 Spieler ab 14 Jahren

„London Necropolis Railway“: Zug um Zug fahren Särge und Trauergäste zum Friedhof

Als nach der Cholera-Epidemie um 1850 die Stadt London einen größeren Friedhof benötigt, wird er aus Platzgründen außerhalb angelegt. Tote und Trauernde sollen von nun an mit Hilfe der Eisenbahn dorthin transportiert werden. Planung und Durchführung des Projektes ist Aufgabe der einzelnen Spieler.

Das dreiteilige Tableau jedes Planers besteht aus dem Bahnhof in London, der Eisenbahnstrecke und der neuen Nekropolis. Jeder startet mit einem Satz Aktionsscheiben und einem Zug, der am Bahnhof in London steht.

Ein Tabu wird spielerisch thematisiert.

Der Spieler wählt, wenn er an der Reihe ist, eine der ausliegenden Aktionskarten und die beiden Scheiben, die dieser Karte zufällig zugeordnet wurden. Mit Hilfe passender Scheiben kann er auf der Karte dargestellte Bereiche (Bahnhof, Bahnstrecke oder Nekropolis) aktivieren und die dort angegebene Aktion ausführen. Auf diese Weise werden die Särge und Trauernde in die Nekropolis transportiert, Kapazitäten erweitert, Mitarbeiter angeworben und bezahlt, Grabfelder angemessen belegt und, wenn möglich, mit einer Krypta ausgestattet.

Wer den neuen Friedhof am besten entwickelt, holt die notwendigen Punkte zum Sieg.

Fazit: Wenn man sich vom gewöhnungsbedürftigen und tabuisierten Thema nicht abschrecken lässt, findet man ein funktionierendes und durchaus ansprechendes Spiel für Strategen.

„London Necropolis Railway“ von Spielworxx für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren

„First Rat“: Der große Traum vom Flug zum Käsemond

Sie sind der Leader eines gewieften Rattenteams und träumen wie alle ihre Artgenossen auf dem großen Schrottplatz davon, mit Hilfe des überall herumliegenden Mülls eine Rakete zu bauen und damit zum legendären Käsemond zu fliegen.

Das Spiel „First Rat“ verspricht Tiefgang.

Bis zu vier Ratten kann jedes Team aufbieten und über den Schrottplatz jagen, wo sie je nach Feld Baumaterial (Dosen, Flaschen, Technikmüll) einsammeln, Wege mittels alter Glühbirnen ausleuchten (was den Ertrag der Felder verbessert) oder Käse und Apfelreste horten, um Proviant zu sammeln oder um im Rattenbau den Nachwuchs aufzuziehen und dort Vergünstigungen abzustauben.

Wer Baumaterial abgibt, darf an drei Stufen der Rakete basteln und Punkte kassieren. Die gibt es auch für Käselieferungen, die Verbesserung der Beleuchtung und die Aufzucht des Nachwuchses. Wer es schafft, mehrere Ratten im gleichen Zug auf farbgleiche Felder zu ziehen, darf dort agieren, was den Ertrag immens verbessert. Am Ende des Weges wartet die fertige Rakete auf die Ratten, doch es gilt, zügig zu sein, die besten Plätze sind schnell belegt. Es gewinnt der Punktbeste.

Fazit: ein spaßiges Wettrennen durch den Schrottplatz mit durchaus taktischem Tiefgang für die ganze Familie.

„First Rat“ von Pegasus für 1 bis 5 Spieler ab 10 Jahren

„Tapestry“: Wer kann sein Volk sicher in die Zukunft führen?

Der Aufstieg der Kulturen ist Thema dieses Kennerspiels. Jeder Spieler baut eine Zivilisation auf mit dem Ziel, den meisten Ruhm (Punkte) zu ernten, indem er sein Volk sicher in eine große Zukunft führt. Vier Fortschrittsleisten (Wissenschaft, Technologie, Entdeckung und Militär) sind zu durchlaufen, wobei das Fortschreiten auf einer Leiste häufig Auswirkungen auf weitere Leisten hat.

Alles dreht sich um den Aufstieg der Kulturen.

Der Zug auf ein neues Feld kostet Ressourcen, diese sind begrenzt, und es wird umso teurer, je weiter man vorankommt. Dafür bietet jedes Feld besondere Möglichkeiten und oft, meist gegen Zuzahlung, einen Bonus. Die Aktion Entdecken eröffnet neue Gebiete auf der Weltkarte, diese liefern dadurch Rohstoffe oder Gebäude, welche der Entdecker auf dem persönlichen Hauptstadtplan baut. Das wiederum generiert besseres Einkommen, welches ausgeschüttet wird, wenn der Spieler eine Epoche abschließt. Das muss er spätestens dann, wenn er keine Ressourcen mehr hat.

Einmalige Prunkbauten als Wahrzeichen für die eigene Hauptstadt gehen nur an Spieler, die als erste bestimmte Felder erreichen. Gebiete der Weltkarte gilt es zu erobern und zu halten, Erfindungen erleichtern die Entwicklung, und vieles mehr. Am Ende gewinnt der Punktbeste.

Fazit: Ein faszinierendes, strategisches Spiel mit opulenter Ausstattung.

„Tapestry“ von Feuerland für 1 bis 5 Spieler ab 12 Jahren

„Dune Imperium“: Auch Intrigen helfen weiter – kurzfristig

Die faszinierende Welt des legendären Wüstenplaneten inspirierte zu diesem gelungenen Deck-Building- und Worker-Placement-Spiel, das durch einen durchdachten Mechanismus und die atmo-sphärische Gestaltung beeindruckt. Ausgestattet mit einem für alle Spieler identischen Starterdeck nimmt jeder zu Beginn der Runde fünf Karten auf der Hand.

„Tolle Ausstattung“ lobt unser Experte.

Am Zug spielt man eine Karte, platziert einen eigenen Agenten auf eines der Felder, welche die Karte zur Auswahl gibt, und führt die dort beschriebene Aktion aus. Meist geht es darum, Ressourcen (Wasser, Spice, Geld) zu sammeln, die man für andere Aktionen benötigt, oder Truppen zu rekrutieren, um sie zu stationieren oder direkt ins Feld zu führen.

Intrigen kann man später einsetzen

Zudem gewinnt man bei einigen Feldern Einfluss auf Machtgruppen des Planeten, erhält so Punkte oder schaltet Sonderfähigkeiten bestimmter Karten frei. Die nicht genutzten Handkarten verwendet man anschließend zum Kauf neuer, möglichst starker Karten und/oder für den Konflikt am Ende der Runde, der den stärksten Parteien Belohnungen in Form von Punkten, Ressourcen oder Intrigenkarten einbringt. Intrigen kann man später einsetzen, um eigene Fähigkeiten kurzfristig zu verbessern. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Fazit: rundum gelungen, flüssig zu spielen, tolle Ausstattung!

„Dune Imperium“ von Dire Wolf/Legendary (Vertrieb Asmodee) für 1 bis 4 Spieler ab 13 Jahren

„Mille Fiori“: Spieler gründen Glas-Dynastie

Der Ruf der Lagune ist legendär. Auf der Insel leben bedeutende Glashersteller und Künstler, auch das berühmte Mille-Fiori-Glas hat hier seinen Ursprung. Aufgabe der Spieler ist es, eine erfolgreiche Glas-Dynastie zu gründen.

„Mille Fiori“ ist für alle ab 10 Jahren geeignet.

Die Produktion in den Werkstätten ist dabei nur ein Aspekt, es gilt auch in die Wohnhäuser der Insel zu investieren, einflussreiche Personen aus allen Schichten zu gewinnen, erfolgreich Handel zu treiben und Glaswaren über den Hafen zu exportieren. Der Spielplan ist dementsprechend in fünf Abschnitte unterteilt, deren Felder werden im Laufe der Partie mit durchsichtigen Rauten in den Farben der Spieler belegt, was fast immer sofort eine Reaktion auslöst.

Punkte und Boni werden verteilt oder Extrazüge ermöglicht. Das Platzieren der Rauten ist kartengesteuert, jeder Spieler erhält zunächst fünf Karten, sucht sich eine für seinen Zug aus und gibt die anderen verdeckt an den linken Nachbarn weiter. Alle Spieler handeln hier gleichzeitig. Die gewählte Karte bestimmt, in welchem Bereich eine Raute gesetzt wird, welches Feld sie belegen darf und wie viele Punkte sie generiert.

Nach vier Aktionen endet die Runde, eine Karte bleibt übrig. Nach mehreren Runden gewinnt der Punktbeste.

Fazit: ein stimmig gestaltetes taktisches Familienspiel mit guter Ausstattung und einfacher Regel.

Mille Fiori“ von Schmidt-Spiele für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren

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