Projekt

„Das Schweigen brechen“ – Projekt erfolgreich beendet

Restmittel kommen dem Verein Max-Leven-Zentrum zugute.

Von Tanja Alandt

Es sei reiner Zufall, dass das digitale Pressegespräch zum erfolgreich beendeten Projekt „Das Schweigen brechen“ genau am Tag zum Gedenken der NS-Opfer stattfand, stellten die fünf Zoom-Teilnehmer fest. Umso stimmiger war das Datum dennoch. Initiatorin des 2018 gestarteten und jetzt erfolgreich beendeten Projekts, das sich um Entlastung von Kriegskindern in Solingen bemüht, war die ehemalige Lehrerin Iris Tappert: Bei Fortbildungen hatte sie mitbekommen, wie viele Männer darüber weinten, dass ihre Väter bei der SS waren. Denn nicht nur Kriegskinder und deren Kinder und Enkelkinder litten unter den Folgen und Nachfolgen etwa von Vertreibungen, auch die Kinder und Enkel von Kriegsverbrechern hätten eine schwere Last zu tragen, berichtete sie.

Betroffene leiden unter Familien-Gemeinnissen

„Viele verstehen nicht, dass Opfer, egal von welcher Seite, Hilfe brauchen“, bestätigten zudem Ines Kern und Thomas Hummelsheim. Sie begleiteten die acht festen Teilnehmer während der das Projekt ausmachenden Erzählwerkstätten und gaben ihnen bei aufkommenden Traumata psychologische Unterstützung. Andere Klienten wüssten wiederum gar nicht, woher ihre Symptome herrühren. Das müsse bei Therapien erst einmal beleuchtet werden. Sie spürten, dass etwas in der Familie komisch ist und litten unter den Familien-Geheimnissen und deren Weitergabe von Generation zu Generation. Aus Schmerz und Scham werde nicht darüber gesprochen. Viele zerbrächen daran. Deshalb sei es wichtig, für dieses Thema zu sensibilisieren und es aus der Tabu-Zone zu holen.

Die frühere Gleichstellungsbeauftragte Gisela Köller-Lesweng berichtete von dem großen Interesse der öffentlichen Veranstaltungen wie Lesungen oder des Fachtages, zu denen teilweise 80 Personen gekommen sind. „Das Projekt ist zwar abgeschlossen, aber mit dem Thema wollen wir nicht abschließen“, sprach sie für alle. Sie würden gerne den Staffelstab der Erzählwerkstatt in Solingen an andere weiterreichen, die diese ebenfalls mit psychologischer Betreuung wieder anbieten.

Doch zunächst soll der Restbetrag aus dem Projekt in Höhe von 500 Euro an den Verein Max-Leven-Zentrum gespendet werden, was nicht nur die Vorsitzende Daniela Tobias freut. Sie möchte den Betrag für zukünftige Präsenzveranstaltungen einsetzen, die dieses Themas betreffen.

Veranstaltung: Die Schirmherrin des Projektes „Das Schweigen brechen“, Dr. Ilka Werner, moderiert heute um 19.30 Uhr eine Zoom-Veranstaltung der Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum mit Beiträgen zum ehemaligen bergischen Konzentrationslager Kemna am Wuppertaler Stadtrand.

https://t1p.de/ce3p

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solingerin prallt gegen Lieferwagen
Solingerin prallt gegen Lieferwagen
Solingerin prallt gegen Lieferwagen
Nur ein wetterbedingter Einsatz - Sperrmüll und Tonnen nicht rausstellen
Nur ein wetterbedingter Einsatz - Sperrmüll und Tonnen nicht rausstellen
Nur ein wetterbedingter Einsatz - Sperrmüll und Tonnen nicht rausstellen
Verstärkung fürs Notfallseelsorge-Team
Verstärkung fürs Notfallseelsorge-Team
Verstärkung fürs Notfallseelsorge-Team
Lennestraße in Ohligs: Ärger über gesperrte Parkbuchten
Lennestraße in Ohligs: Ärger über gesperrte Parkbuchten
Lennestraße in Ohligs: Ärger über gesperrte Parkbuchten

Kommentare