Adventskonzert

Das Publikum bejubelt einen Ausnahmepianisten

Adventskonzert mit Martin James Bartlett im Kunstmuseum – 25-Jähriger spielte sogar für die Queen.

Von Sven Karasch

Über ein ganz besonderes musikalisches Glanzlicht konnten sich die rund 80 Besucherinnen und Besucher des Kunstmuseums Solingen freuen: Der Ausnahmepianist Martin James Bartlett beschenkte sie zum Advent mit einem virtuosen Klavierkonzert. Ein Geschenk war das Konzert zum einen, weil es „gerettet“ werden konnte, wie es die Konzertleiterin Renate Höller formulierte. Es handelte sich nämlich um ein Nachholkonzert, das aufgrund der Corona-Lage ursprünglich aus dem Februar dieses Jahres verschoben werden musste.

Auch an diesem Abend waren die Schutzmaßnahmen wegen der aktuellen Situation mit 2G plus besonders streng. Alle Besucher mussten geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein. Darüber hinaus galt abseits des eigenen Platzes eine Maskenpflicht – viele Menschen trugen den Mund-Nase-Schutz aber auch am Platz. Das sehr rücksichtsvolle Miteinander zeigte, wie sehr das Publikum die Livemusik an diesem Abend zu schätzen wusste.

Zum anderen war der Abend etwas ganz Besonderes, weil mit dem 25-jährigen Pianisten aus Großbritannien ein Ausnahmetalent am Steinway-Flügel im Meistermannsaal saß. Bereits mit 17 Jahren wurde er von der BBC zum „Young Musician of the year“ gekürt. Seitdem spielt er zusammen mit renommierten Orchestern und erfolgreich bei internationalen Wettbewerben – selbst für die Queen trat er anlässlich ihres 90. Geburtstages auf.

Am Sonntag begann Martin James Bartlett mit zwei Chorälen von Johann Sebastian Bach. Daran schloss sich mit dem Stück „Gavotte“ in sechs Variationen die technisch anspruchsvolle Barockmusik des französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau an. Mit der Sonate Nr. 31 von Joseph Haydn berührte Bartlett die Wiener Klassik und in Richard Wagners „Isoldes Liebestod“ ging es oft kraftvoll zu.

Zum Schluss spielte Bartlett „La Valse“ von Maurice Ravel. Ursprünglich war das Werk des französischen Komponisten für das Jahr 1906 als Hommage an Johann Strauß angedacht – fertiggestellt wurde aber es erst 1920. Dazwischen lagen die Ereignisse des 1. Weltkrieges. Und so war ein Werk, zu hören, in dem zwar noch Teile eines zerrissenen klassischen Wiener Walzers herumwirbelten, das aber geprägt war von einem Sturm von Dissonanzen. Als der letzte wuchtige Akkord auf die Tasten des Flügels donnerte, waren die Zuhörer sichtlich beeindruckt, standen von ihren Plätzen auf und spendeten dem Künstler viel Applaus.

Zum Dank spielte Bartlett als Zugabe das Stück „Widmung“ von Robert Schumann.

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