Das Ensemble Partita Radicale improvisiert

Zeitgenössische Kammermusik

Von Wolfgang Günther

Am Mittwochabend brachte das Ensemble der Neuen Musik im kleinen Saal des Theater- und Konzerthauses Werke von südamerikanischen Komponisten zur Uraufführung. Die Geigerin Gunda Gottschalk gründete mit den beiden Flötistinnen Ortrud Kegel und Karola Pasquay sowie Ute Völker (Akkordeon) 1989 das Ensemble „Partita Radicale“, das sich ganz der Aufführung zeitgenössischer und improvisierter Musik verschrieben hat. Zum Konzert im Kammermusiksaal kam Posaunist Adrian Bosch als Gast hinzu.

„Wir sind immer auf der Suche nach neuen, außergewöhnlichen musikalischen Projekten“, erklärte die Musikerin Karola Pasquay, Tochter des unvergessenen Solinger Pianisten Wolfgang Pasquay. Nun gehört die radikale zeitgenössische Kammermusik nicht gerade zu den populärsten Genres der klassischen Musik. Aber wenn man sich, wie die etwa 20 Besucher im Saal, darauf einlässt, kann der Zuhörer durchaus positive Überraschungen erleben. Zwei Jahre lang haben die Musikerinnen an einer Zusammenarbeit mit Komponisten aus Südamerika gearbeitet. Sowohl die Argentinierin Natalia Solomonoff wie der aus Uruguay stammende Komponist Osvaldo Budon haben Musik für das Ensemble geschrieben, beide waren bei der Uraufführung ihrer Musik in Solingen anwesend.

„Árbol de la dicha“ (Baum der Freude) ist das Werk von Natalia Solomonoff betitelt. Bei den drei Teilen dieser Musik erklingt der Auftakt besonders schroff, schnell findet der Hörer aber einen Zugang zu dieser Musik, und als Gegensatz zum Beginn endet der letzte Teil in verblüffender Harmonie. In zwei Improvisationen des Ensembles ertönten aus den beiden Flöten feine Interpretationen der Natur, wobei auch die menschliche Stimme zu ihrem Recht kam. Osvaldo Budon spielt in seiner Komposition mit dem Notenmaterial des US-amerikanischen Komponisten Charles Ives. Schlusspunkt dieser guten Stunde mit virtuos gespielter experimenteller Musik war ebenfalls ein Werk des Komponisten aus Uruguay.

Während die Akkordeonistin auf ihrem Platz bleib, verteilten sich ihre Kolleginnen im Saal und spielten auf Mundharmonikas. Da huschten hauchzart gespielte Noten wie Irrlichter durch den Saal, schrill gespielte Teile fühlten sich an wie Stromstöße. Es war sicher eine sehr ungewöhnliche Begegnung mit experimenteller Musik, aber in keiner Passage langweilig. Der lange Applaus der Zuhörer war ein verdienter Dank dafür.

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