Statistik

Darum liegt Solingen beim Trinkwasserpreis vorne

Ein großer Teil des Solinger Trinkwassers kommt aus der Sengbachtalsperre.
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Ein großer Teil des Solinger Trinkwassers kommt aus der Sengbachtalsperre.

Nach einer landesweiten Statistik sind die TBS besonders teuer – die halten den Vergleich für unzulässig.

Von Andreas Tews

Solingen. Das Trinkwasser sei in Solingen das teuerste in ganz Nordrhein-Westfalen. Mit dieser Aussage erregte das Statistische Landesamt Mitte des Monats Aufsehen in der Klingenstadt. Und tatsächlich war der Preis von 3,22 Euro pro Kubikmeter zu Beginn des Jahres der höchste landesweit. Solingen liegt noch vor den Nachbarstädten Wuppertal (2,56 Euro) und Remscheid (2,96 Euro). Dies habe zum einen infrastrukturelle Gründe, erklärt Frank Beaujean von den Technischen Betrieben Solingen (TBS). Vor allem aber hinke der Vergleich zwischen den Städten.

Preiserhöhungen: Der Preis von 3,22 Euro pro Kubikmeter gilt seit Anfang 2022. Seinerzeit war er um 5 Cent erhöht worden. Die Steigerung seit 2012 betrug nach Angaben der Statistiker des Landes 54 Cent (20,1 Prozent). Die nächste Erhöhung (um 9 Cent auf 3,31 Euro) hat der Stadtrat zum 1. Januar 2023 beschlossen. Dies dürfte den negativen Spitzenrang in der landesweiten NRW-Statistik nicht gerade verbessern. Dass Solingen so ungünstig da stehe, hat nach Beaujeans Meinung aber Gründe, die unter anderem in der Methode der Statistik liegen:

Grundgebühr: Denn die Technischen Betriebe erheben im Gegensatz zu Städten wie Remscheid keine Grundgebühr beim Trinkwasser. Das bedeutet, dass der gesamte Aufwand über den Kubikmeterpreis abgerechnet wird. In Remscheid ist der Verbrauchspreis zwar niedriger, dies gleicht nach Einschätzung des TBS-Mannes aber der Grundpreis in etwa aus. Die Gesamtausgaben für eine durchschnittliche Familie seien in etwa gleich. In Solingen mache sich der Wasserverbrauch stärker bemerkbar. Beaujean: „Wer viel Wasser verbraucht, zahlt in Remscheid weniger, wer wenig verbraucht, bei uns in Solingen.“

Topographie: Außerdem macht sich in Solingen laut Beaujean die hügelige Lage bemerkbar. Diese erhöhe den Aufwand, der zur Schaffung und Unterhaltung der Leitungen betrieben werden müsse. In Städten im Flachland reiche zum Beispiel oft ein einfacher Wasserturm aus, um die Versorgung zu gewährleisten. In Solingen seien zusätzlich Pumpen notwendig, um das Wasser die Berge hinaufzubefördern.

Wasserwerk: Ein weiterer Unterschied zum Beispiel zu Remscheid sei, so erklärt Stadtwerke-Sprecherin Lisa Nohl, dass Solingen in Glüder ein eigenes Wasserwerk betreibe. Hinzu komme die 50-Prozent-Beteiligung am Wasserwerk Baumberg. Dies verursache höhere Kosten. Remscheid bezieht sein Wasser inzwischen weitgehend von der Großen Dhünntalsperre im Rheinisch-Bergischen Kreis. Es wird auch dort vor Ort aufbereitet.

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