Kneipensport wird immer beliebter

Darts-Euphorie hat Solingen längst erreicht

Oliver Bendrat (l.) und David Stöß erklären das System der Solinger Dartliga.
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Oliver Bendrat (l.) und David Stöß erklären das System der Solinger Dartliga.

Nachdem ein Deutscher bei der Darts-WM einen großen Erfolg erzielte, sind die Solinger Feuer und Flamme für den Sport. Das ist die Solinger Dartliga.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Eine Welle der Darts-Euphorie schwappte vor wenigen Wochen über Deutschland hinweg, als Gabriel Clemens bei der Darts-Weltmeisterschaft das Halbfinale erreichte – als erster deutscher Spieler überhaupt. Auch bei der Solinger Dartliga wurde der Auftritt des „German Giant“ gebannt verfolgt. Dort wird beobachtet, dass die Beliebtheit des Kneipensports in Deutschland schon seit Jahren steigt – auch in Solingen.

Die Solinger Dartliga „Echt Scharf“ wurde im Jahr 2019 gegründet und entstand aus der Fusion zweier einzelner Ligen in der Stadt. Das Ziel: „Wir wollten den Dartsport in Solingen weiterbringen“, erklärt David Stöß. Gemeinsam mit Georgios Plafountzis und Oliver Bendrat hat er den Vorstand der Liga inne.

„Aktuell in unserer Liga sind es 17 Mannschaften mit ungefähr zehn Spielern pro Team“, berichtet Oliver Bendrat. Es werde eine Meisterschaft mit Hin- und Rückrunde sowie eine Pokalrunde ausgetragen – „wie beim Fußball“. Am Ende der Saison gebe es dann eine Saisonabschlussfeier mit allen Mannschaften mit einer Ehrung des Meisters und des Pokalsiegers.

Dart: Die Unterschiede zwischen Kneipenspiel und Profis

Gespielt wird in der Dartliga in Gaststätten und auf Automaten. „Hier in Solingen wird nur ‚E-Dart‘ gespielt“, weiß David Stöß. „Sogar überwiegend in Deutschland.“ Dennoch sei Steeldart auf dem Vormarsch. Dieses System wird auch bei der Weltmeisterschaft gespielt. Dort haben die Darts im Gegensatz zur Kunststoffspitze beim Spiel auf den Automaten eine Metallspitze. Zudem gibt es Unterschiede in Bezug auf das Gewicht der Darts, das Regelwerk und weitere Spielelemente – für Einsteiger oft gar nicht so einfach zu durchschauen.

Daher empfiehlt Stöß Interessierten, die gerne die Welt der Darts erkunden möchten: „Einfach mal in ein Dartgeschäft gehen.“ Das sei leider gar nicht mehr so einfach, denn „es gibt einen Shop in Düsseldorf, in Hagen, in Wuppertal, aber nicht in Solingen“, sagt er. „Hier hast du leider gar nichts mehr“, bedauert auch Oliver Bendrat. Dennoch sei das Material zweitrangig, denn „man kann immer ein Vermögen dafür ausgeben“, sagt David Stöß, doch „unterm Strich scheiterst du an deinem Kopf“.

Beim Dart sei „alles Kopfsache“, erklärt er. „Das ist der größte mentale Sport, den es gibt.“ Im professionellen Bereich hätten so gut wie alle Top-Spieler einen Mentaltrainer. Bei allem sportlichen Ehrgeiz stehen in der Solinger Dartliga jedoch die Gemeinschaft und das Ausüben der gemeinsamen Leidenschaft im Vordergrund. „Wir bevorzugen das freundschaftliche Miteinander“, stellt David Stöß klar. „Das ist einfach eine große Community.“

Dart: Auch eine Frauenmannschaft spielt in der Liga

Auch immer mehr Frauen fänden den Weg zum Kneipensport, weiß Monika Bendrat. „Es gibt immer mehr Frauen, die darten“, beobachtet sie. „Ich habe hier in der Liga mit einer Frauentruppe angefangen“, erinnert sich die Gründerin des Teams „Crazy Wild Hunter“. „Vorher hießen wir ‚Crazy Wild Girls‘, aber jetzt haben wir ein paar Männer dabei“, sagt sie lachend. „Es werden trotzdem immer mehr Frauen.“

Bei der Dartliga freut man sich über neue Spieler. Jeder sei willkommen. „Auf unserer Internetseite stehen alle Spielzeiten“, erklärt David Stöß und ermutigt alle Interessierten: „Wenn einer Bock hat und sagt, ich will das mal testen: Geht in die Gaststätten an den Spieltagen. Spielt mal mit.“

Kontakte

Weitere Informationen zur Dartliga sowie Spielpläne und die aktuelle Tabelle gibt es im Internet. Dort sind auch die Kontaktdaten des Vorstands zu finden.

www.solinger-dartliga.de

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