Historisches Foto

Was und wo wurde hier gefeiert? 

Erkennen Sie diese Szenerie wieder?
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Erkennen Sie diese Szenerie wieder?

Vergangene Woche suchten wir eine Top-Adresse für Feiern: Das Haus Gravenberg wird bereits in der neunten Generation von der Familie Lohmann geführt.

Von Moritz Jonas

Solingen. Streng genommen steht das Haus, welches wir letzte Woche im historischen Foto suchten, nicht einmal wirklich in Solingen, wie Helmut Uellendahl zu bedenken gibt. Der Baum am linken Bildrand befände sich zwar in Solingen, das Haus Gravenberg stehe dagegen in Langenfeld. Dennoch ist das Haus an der Auffahrt zur A3, wie Frank-Michael Sutor richtig anmerkt, vielen Solingern ein Begriff und gehört zur Stadt dazu.

Vermutlich liegt das unter anderem auch an der langen Historie des Hauses. Denn der Betrieb wird nun bereits in der neunten Generation von Familie Lohmann geführt, um genau zu sein, seit 1774, wie Norbert H. Posthum weiß.

Als Bezahlung gab es Kartoffeln anstatt Geld

Das Haus Gravenberg auf der Stadtgrenze zu Langenfeld haben viele Leser erkannt.

Anfang der 50er Jahre habe die Familie Lohmann neben dem Gasthaus dort noch einen Landwirtschaftsbetrieb gehabt. „Dort haben wir als Kinder für 40 Pfennig die Stunde Kartoffeln aufgelesen oder Rüben vereinzelt. Das Besondere dabei war, dass neben dem Lohn die Feldhelfer von ihrem Lehrer der Wiescheider Schule von ihren Hausaufgaben befreit waren,“ erzählt Uellendahl. Sein drei Jahre älterer Bruder habe Jahre zuvor anstelle der zu dieser Zeit wertlosen Reichsmark 25 Kilo Kartoffeln als Bezahlung erhalten.

Regina Mengele ist das Postkutschentreffen aus dem September 2005 in besonderer Erinnerung geblieben. Anlässlich der letzten Postkutschenfahrt zwischen Solingen und Langenfeld im Jahr 1905. Auf einem Doppeldecker-(Pferde)-Omnibus habe Walter Scheel gesessen und die Honoratioren der Stadt Solingen. Beim Haus Gravenberg war der Mittagshalt. Derweil sich die Prominenz an der Erbsensuppe stärkte, hatte sie die Gelegenheit, die prächtigen Kutschen und die nicht minder imposanten Pferde zu bestaunen.

Nicht nur Politprominenz fand ihren Weg ins Haus der Familie Lohmann, auch Sportler kehrten immer wieder dort ein. Vor einem Heimspiel habe dort immer der Mannschaftsbus von Bayer Leverkusen gestanden, die hier ihren Treffpunkt hatten, erzählt Rita Flocke. Anschließend daran, erzählt Norbert H. Posthum, hatten er und seine Familie einmal den damaligen Manager der Mannschaft, Reiner Calmund, am Nachbartisch sitzen.

Angela und Herbert Breidenbach erinnern sich, als sie nach ihrer

Die Ansicht des bekannten Ausflugslokals hat sich in der langen Zeit seiner Geschichte kaum verändert.

kirchlichen Trauung 1974 ihre Hochzeitsfeier dort ausrichteten, habe an dem Wochenende in Langenfeld zugleich auch ein Reitsportfest stattgefunden. An diesem nahmen Spring- und Dressurreiter teil, die im Hotel untergebracht waren. Sie haben unter anderem Unterschriften von Liselott Linsenhoff, Josef Neckermann und Hans Günter Winkler erhalten. Damals wie heute war das Hotel Lohmann für private und Firmenfeiern die erste Adresse. Und dies scheint für viele zu gelten.

ST-Leserin Theresa Casel feierte gleich zwei Hochzeiten dort: „Am 10.7.1969 heiratete ich das erste Mal dort, die Feier ging über den ganzen Tag. Am 30.5.1985 fand das Mittagessen, nach meiner zweiten Hochzeit, auch dort statt. Zwischendurch erlebte ich noch viele gemütliche Stunden mit Freunden im Haus Gravenberg.“

„Ich habe mich so sehr gefreut, mal wieder ein so schönes Motiv in der Zeitung zu sehen,“ sagt Marlies Drescher. Sie sei gleich auf drei Goldhochzeiten gewesen, die dort im großen Saal stattfanden. Im Oktober 2018 habe sie dort außerdem ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Die Speisen im Restaurant des Hauses waren nicht unbedingt für jeden erschwinglich. Dazu weiß Renate Meding eine Geschichte zu erzählen: „Unser Sohn, damals 14 Jahre alt, lud uns ins Restaurant Lohmann zum Essen ein. Er hatte sein ganzes Taschengeld gespart, um uns eine Überraschung zu bereiten. Nachdem wir die Speisekarte bekamen, wurde er blass. Seine Aussage war: Das Essen pro Person dürfe nicht mehr als zehn D-Mark kosten.

Aber nicht nur Hotel und Restaurant sind den Lesern in guter Erinnerung geblieben. Auch das Gebiet drumherum ist vielen Solingern noch immer sehr präsent. Gerd Oemenyi und Klaus Weltersbach erinnern sich noch sehr gut an den Sportplatz und die Rehe hinter dem Haus.

Das neue Rätselfoto

Was und wo wurde hier gefeiert? Was verbinden Sie mit diesem Bild? Woran erinnern Sie sich beim Betrachten? Senden Sie uns Ihre Antworten – gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten – bis kommenden Donnerstag, 3. Dezember, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion: redaktion@solinger-tageblatt.de

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