Pandemie

Sparkasse sieht sich als Navigator in der Krise

Die Mitarbeiter der Sparkasse haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie rund 700 Beratungsgespräche mit Kunden geführt. Ziel sei es, „jetzt gut durch die Krise zu kommen und die Zeit danach bereits im Blick zu haben“, sagt der Vorstandsvorsitzende Stefan Grunwald. Foto: Michael Schütz / Beier (Porträt
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Die Mitarbeiter der Sparkasse haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie rund 700 Beratungsgespräche mit Kunden geführt.

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Grunwald berichtet von großem Beratungsbedarf. Es gelte aber, auf alles mit Bedacht zu reagieren.

Von Philipp Müller

Solingen. Eines gibt Stefan Grunwald, der Vorstandsvorsitzende der Stadt-Sparkasse Solingen, zu: Die Dynamik der Corona-Pandemie habe auch sein Haus überrascht. „Dann haben wir am 14. März unseren Krisenstab einberufen.“ Innerhalb einer Woche wurde die Sparkasse neu aufgestellt. „Uns war von Anfang an wichtig, alle Filialen offen zu halten, als Ansprechpartner vor Ort zu bleiben.“ Denn es herrsche in der Kundschaft eine große Verunsicherung. Rund 700 Gespräche hätten die Mitarbeiter, vom Vorstand bis zum persönlichen Berater, bereits mit gewerblichen und auch vielen privaten Kunden geführt.

Sehr schnell sei auch eines klargewesen: Die Sparkasse müsse die Rolle eines Navigators durch die Krise einnehmen. In den Gesprächen gehe es darum, den klaren Kopf zu behalten. Die Sparkasse vermittle den Kunden klare Vorgaben, sagt Grunwald: „Strukturiere dich. Überlege, welche Hilfen du wirklich brauchst. Macht für den Betrieb Kurzarbeit Sinn? Gehe auf deine Lieferanten und Kunden zu.“

Würden all diese Antworten vorliegen, gehe es an die Umsetzung aktueller Möglichkeiten. Die Stadt-Sparkasse Solingen selbst bietet eine dreimonatige Aussetzung der Tilgung laufender Kredite an. „Das verschafft erstmal flüssige Mittel“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Nüchtern müsse man aber auch festhalten: „Wir finanzieren die Verluste und stellen so Liquidität sicher.“ Daher müssten die Mitarbeiter des Hauses auch auf eine „valide Kreditwürdigkeit“ achten. Denn man ginge nicht nur mit Bundes- oder Landesmitteln um, sondern setze auch die Anlagen der eigenen Kunden ein.

Da sei es von Vorteil, dass Solingen „ein Dorf“ sei, man sich gut kenne. Außerdem treffe die Krise auf eine eigentlich gesunde Solinger Wirtschaft, die in den vergangenen zehn Jahren in der Regel gut agiert habe. Frühere Krisen – wie die des Euro – habe den Unternehmen Handlungsfähigkeiten auch für die aktuelle Lage verliehen.

Hilfen werden kleinen und großen Solinger Unternehmen geboten

Jetzt gehe es auch darum, dem kleinen Einzelhändler oder Selbstständigen zu helfen. Das Soforthilfeprogramm des Landes NRW laufe gut. „Wir verzeichnen in Solingen bereits rund 1600 Überweisungen auf Geschäftskonten aus dieser Hilfe“, berichtet er. Vieles laufe in Koordination mit der Solinger Wirtschaftsförderung, die einen „tollen Job“ mache.

Ziel sei es, „jetzt gut durch die Krise zu kommen und die Zeit danach bereits im Blick zu haben“, sagt der Vorstandsvorsitzende Stefan Grunwald.

Bei den Darlehn der Kreditanstalt für Wiederaufbau des Bundes (KfW) seien 60 bis 80 Anträge in Vorbereitung, die spätestens Ende April eingereicht werden sollen. Da werde das Programm für mittlre Unternehmen, ab elf Beschäftigten mit der Zusage der KfW, die volle Haftung für drei Monatsumsätze auf Basis von 2019 zu übernehmen, nochmals ein starkes Werkzeug sein. Jedoch müsse dieser Ansatz der Bundesregierung noch von der EU genehmigt werden. Damit rechnet Grunwald für die kommende Woche.

Doch bei allen Programmen müsse man eines beachten: Herrsche wieder wirtschaftliche Normalität, müssten die Hilfen zurückgezahlt und dazu entsprechend finanziert werden. Daher liefen die Gespräche mit den Kunden intensiv und vor allem zielorientiert.

Für die Sparkasse selbst seien das angespannte Zeiten. „Aber unsere Mitarbeiter zeigen sich sehr motiviert und einsatzfreudig, das will ich an dieser Stelle betonen.“ Diese seien auch für die privaten Kunden da. Denn die könne es durch Kurzarbeit finanziell treffen. Auch diesen verspricht Grunwald Hilfe der Sparkasse.

Selbst abseits des Kreditgeschäfts unter den Vorzeichen der Krise will die Sparkasse jetzt Impulse setzten. So für den örtlichen Handel über eine Gutschein-Plattform. „Wir wollen mit Unterstützung der Menschen einen Beitrag dazu leisten, die vielen Läden und Geschäfte in der Corona-Krise zu erhalten, die unsere Stadt so lebenswert machen“, begründet Stefan Grunwald das Engagement.

GUTSCHEIN-AKTION

HANDEL Die Sparkasse Solingen bringt mithilfe einer Online-Gutschein-Plattform hilfsbereite Menschen mit ihren Lieblingsläden und -unternehmen zusammen. Dort kann man Gutscheine kaufen, die jetzt bezahlt und später eingelöst werden.

https://helfen. gemeinsamdadurch.de

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