Pandemie

Solinger Impfzentrum steht ab Mitte Dezember bereit

Ein Impf-Marathon steht bevor.
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Ein Impf-Marathon steht bevor.

Gesundheitsamt bereitet sich auf Corona-Impfungen vor.

Von Andreas Tews

Solingen. Den Standort für das geplante Coronaschutz-Impfzentrum wird die Stadt „in Kürze“ bekanntgeben. Zusätzlich kündigte der zuständige Sozialdezernent Jan Welzel (CDU) an, dass die damit befasste Mannschaft am 15. Dezember an den Start gehen werde. Gegenüber den Politikern des Sozialausschusses berichteten er und die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Annette Heibges, in einer Videokonferenz, dass die Vorbereitungen für das Zentrum laufen.

Mehrere Pharmahersteller haben zum Winter Impfstoffe angekündigt. Erste Genehmigungsverfahren laufen auf EU-Ebene. Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärt, dass er im Januar mit einem Impfstart rechne.

Welzel betonte, dass der Impfstoff zu Beginn nicht flächendeckend zur Verfügung stehen werde. Laut Ankündigung der Bundesregierung sollen zunächst Senioren und Vorerkrankte sowie besonders wichtige Berufsgruppen geschützt werden. Mit einer massenhaften Impfung aller Bevölkerungsgruppen rechnet Welzel nicht vor Juni 2021. Dann würden die Impfungen aber in Hausarztpraxen erfolgen.

Zum Impfzentrum erklärte der Dezernent, dass die Stadt hier im Auftrag der übergeordneten Behörden handele. Es werde jeweils zur Hälfte durch den Bund und das Land NRW finanziert. Die dort eingesetzten Ärzte werde die Kassenärztliche Vereinigung zur Verfügung stellen. Die Stadt plane die zusätzliche personelle Ausstattung unter anderem in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz, den Johannitern und dem Arbeiter-Samariter-Bund.

Geplant seien auch mobile Impfteams, erklärte Welzel auf Anfrage von Frank Knoche (Grüne). Die würden zum Beispiel in den Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Die aktuelle Infektionslage in diesen Einrichtungen bereitet Amtsleiterin Heibges Sorgen. Sie seien neben den Privathaushalten, in denen das Virus häufig übertragen werde, einer der Corona-Schwerpunkte in Solingen. Ausbrüche mit Todesfällen seien in vier Senioreneinrichtungen bekanntgeworden.

Mit Blick auf die bundesweit geplanten Lockerungen der Coronaschutz-Bestimmungen zu Weihnachten raten Welzel und Heibges den Bürgern, sich freiwillig vorsichtig zu verhalten. „Es muss nicht alles sein, was geht“, sagte Heibges auf Anfrage von Uli Preuss (SPD). Nach ihrer Meinung ist trotz der angekündigten Impfstoffe keine Entwarnung angebracht.

Standpunkt: Corona kostet Kraft

andreas.tews@ solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Andreas Tews

Die vergangenen Monate haben an den Kräften der Verantwortlichen des Gesundheitsamtes und anderer zuständiger Dienststellen gezehrt. Bei ihnen ist angesichts der immer unübersichtlicheren Lage in den vergangenen Wochen zwar nicht alles glatt gelaufen. Am Engagement an den zuständigen Stellen dürfte es aber nicht gelegen haben. Deren Mitarbeiter und ihre Vorgesetzten haben längst erkannt, dass Corona nicht nur gefährlich ist. 

Die Pandemie kostet diejenigen, die mit ihr zu tun haben, viel Kraft. Dies zehrt an der Substanz – körperlich und mental. In der Sitzung des Sozialausschusses war Dr. Annette Heibges anzumerken, dass Verstorbene für sie nicht nur Zahlen in einer Statistik sind. Die Todesfälle – unter anderem in den Pflegeheimen – gehen der Leiterin des Gesundheitsamtes offenkundig nahe. Umso wichtiger war ihr zu betonen, dass die Pandemie längst noch nicht überstanden ist, nur weil Impfstoffe in Sicht sind. Ihr Appell ist berechtigt: Durch verantwortungsvolles Handeln haben wir es alle selbst in der Hand, den Behörden zu helfen, den Überblick zu bewahren. 

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