Coronavirus

Testen: Solinger finden kreative Lösungen

Lara Fischer (links) und Marta Grzegorek vor dem Walder Stadtsaal: Seit Freitag hat dort ein weiteres Testzentrum geöffnet.
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Lara Fischer (links) und Marta Grzegorek vor dem Walder Stadtsaal: Seit Freitag hat dort ein weiteres Testzentrum geöffnet.

Nachfrage dürfte wegen neuer Schutzverordnung schnell steigen – Zentrum im Walder Stadtsaal eröffnet.

Solingen. Die Nachfrage nach Schnelltests in der Klingenstadt steigt, ebenso die Zahl der Anbieter. Seit Freitag ist auch Andreas Heibach Betreiber eines Testzentrums – in seinem Walder Stadtsaal. Der Gastronom will mit den Tests dabei helfen, dass Kneipen und Restaurants bald wieder öffnen können: „Wir haben seit Monaten geschlossen und hatten seit einem Jahr keine große Veranstaltung mehr. Es ist ein Überlebenskampf“, berichtet er.

Nach Ostern, sofern es die Corona-Infektionszahlen zulassen, will die Stadt vorsichtige Öffnungsschritte gehen. Neben Hygienekonzepten und der Kontaktnachverfolgung wird für einen möglichen Besuch in Kino oder Kneipe ein negativer Test notwendig sein. Laut ab Montag gültiger Corona-Schutzverordnung dürfen Solinger Händler („Click and meet“) und Dienstleister, Museen und Tierparks geöffnet bleiben, die Kunden müssen einen negativen Test vorlegen.

Corona-Schnelltests: Nachfrage in Solingen freitags und samstags am höchsten

Die Nachfrage wird also stark ansteigen. Jüngst kletterten die Testzahlen von 1290 Anfang März auf 2882 in der Vorwoche. In dieser Woche waren es allein von Montag bis Donnerstag 2362 – meist ist die Nachfrage erst freitags und samstags am höchsten.

„Ich will und kann jetzt ein Teil der Lösung sein.“

Andreas Heibach, Gastronom

Der Staat zahlt die Tests, die für Bürger kostenlos sind. Für die Eröffnung des Testzentrums darf Andreas Heibach auf 1000 Euro Zuschuss hoffen – weit weniger als die Investitionen in Schutzmaßnahmen im Stadtsaal, berichtet er. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) bezahlt den Einkaufspreis von bis zu 6 Euro für jeden Test und 12 Euro pro getesteter Person. Davon muss Heibach auch Personal, Schutz- und Desinfektionsmaterial bezahlen – und in Vorleistung treten. Es gebe Abschlagszahlungen, aber abgerechnet mit der KV werde in „ein bis drei Monaten“. Die Stadt hilft bei der Einhaltung der Mindeststandards und genehmigt das Konzept. Außerdem berät eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamts bei Fragen im laufenden Betrieb.

Heibach hat eine große Hoffnung: „Dass die Leute bald direkt vom Test in den Biergarten oder ins Restaurant gehen können.“ Er sei froh, endlich mithelfen zu können. „Ich will und kann jetzt ein Teil der Lösung sein.“ Nicht zuletzt sein Beispiel zeigt, dass die Solinger kreativ sind bei der Einrichtung von Testzentren. Die Betreiber des Schnelltestzentrums in der Alten Maschinenhalle, die schon vor Weihnachten gestartet sind, kommen ursprünglich aus der Veranstaltungsbranche.

Christian Jürgens hat sich ebenfalls etwas einfallen lassen. Wie viele Kollegen hatte er in seiner Grünewald-Apotheke nicht ausreichend Platz, um Tests anzubieten. Kurzerhand teilt er sich nun die Räume mit der benachbarten Fahrschule von Markus Harscheidt, dessen Sohn Jonah hilft beim Testen. „Am Donnerstag hatten wir den ersten positiven Fall. Wir konnten verhindern, dass weitere Menschen angesteckt werden“, berichtet Jürgens. Er ist überzeugt, dass es sinnvoll ist, viel zu testen. Und fände es gut, wenn in Solingen bald noch mehr Testmöglichkeiten angeboten würden. Zumal er schon vor Ostern mit einer deutlich höheren Nachfrage rechnet. „Die Menschen werden sich trotz allem an Ostern treffen wollen und mit einem Test auf Nummer sicher gehen.“

Im Moment, das berichten Apotheken und Testzentren einstimmig, gibt es ausreichend Schnelltests auf dem Markt, mit denen sie Kunden auf das Corona-Virus testen können. Engpässe gibt es bei den frei verkäuflichen Laientests. Alexander Bauer, der in Alexander- und Turm-Apotheke ebenfalls testet, geht davon aus, dass diese keine Rolle bei Öffnungen spielen können. „Der Spucktest etwa ist stark beeinflussbar durch Getränke oder Zähneputzen. Und es kann niemand kontrollieren, wann er gemacht wurde.“ In den Testzentren erhielten alle ein einheitliches Dokument, das Datum und Ergebnis klar festhalte.

Testzentren

Im Schnelltestzentrum und in Bethanien braucht es einen Termin, im Walder Stadtsaal nicht. Grünewald- und Biber-Apotheke setzen auf Voranmeldungen, Alexander- und Turmapotheke nicht. Details zu Verfahren, Öffnungszeiten und Anbieterliste online: www.solingen.de/de/inhalt/coronavirus-test

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