Clemens-Galerien

Neue Impfstation nimmt Betrieb auf

Kümmerten sich gestern um die Impfwilligen (v. l.): Aylin Diel, Emine Kaya, Guido Krämer sowie Mediziner Dagobert Januschke. Foto: Michael Schütz
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Kümmerten sich gestern um die Impfwilligen (v. l.): Aylin Diel, Emine Kaya, Guido Krämer sowie Mediziner Dagobert Januschke.

In den Clemens-Galerien bildete sich am Montag eine Schlange – für eine Impfung ist keine Terminvereinbarung nötigl.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die neue städtische Impfstation war noch nicht eröffnet, da bildete sich in den Clemens-Galerien bereits eine Schlange. Gegen 14.45 Uhr, als die ersten schon versorgt waren, warteten knapp 20 Solingerinnen und Solinger auf ihre Impfung gegen das Coronavirus. Seit Montag ist es möglich, sich im ehemaligen Apple-Geschäft immunisieren zu lassen. Mit dem neuen Angebot schafft die Verwaltung Ersatz für das Ende September geschlossene Impfzentrum im früheren Kaufhof-Gebäude.

„Dort haben sich zuletzt noch 200 bis 300 Menschen pro Tag impfen lassen. Deshalb wollten wir verhindern, dass dieses Angebot ersatzlos gestrichen wird“, erklärte Guido Krämer vom Stadtdienst Gesundheit. Vor allem für junge Menschen sei die Möglichkeit, sich in zentraler Lage ohne vorherige Terminabsprache impfen zu lassen, interessant. Sie haben in der Schule und im Freundeskreis viele Kontakte. Zudem suche diese Gruppe in der Regel eher selten einen Arzt auf.

„Es macht nach wie vor Sinn, sich impfen zu lassen.“

Guido Krämer, Stadtdienst Gesundheit

Rund 110 400 Solingerinnen und Solinger sind Krämer zufolge vollständig geimpft. Das entspreche einer Quote von etwa 69 Prozent. Stadtsprecherin Sabine Rische vermutet, dass dieser Wert nach den Herbstferien „wegen der veränderten Vorzeichen“ steigen könnte. Seit knapp einer Woche gibt es für die meisten Menschen kein kostenloses Corona-Testangebot mehr.

Im Kaufhof-Komplex standen zehn Impfstraßen zu Verfügung. Bis zu 1500 Menschen wurden dort zu Spitzenzeiten täglich gezählt. Am neuen Standort in den Clemens-Galerien gibt es zwei Kabinen. Vier Stunden lang ist das Angebot von montags bis freitags geöffnet. 60 Impfungen sind in dieser Zeit möglich, kalkuliert Krämer. „Sollte größerer Bedarf bestehen, können wir die Öffnungszeiten ausweiten.“

Zum Einsatz kommen die Vakzine von Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson. Für den medizinischen Part ist die Kassenärztliche Vereinigung verantwortlich. Die Organisation liegt in den Händen des Personals des bisherigen Zentrums. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Angebot. Zunächst ist das Ladenlokal bis Ende Januar 2022 angemietet. Für die Verlängerung um ein Vierteljahr bestehe eine Option.

Stadt möchte Impfquote in Solingen erhöhen

Impfwillige müssen lediglich einen Lichtbildausweis und gegebenenfalls die Einverständniserklärung der Eltern vorweisen. Bei Auffrischungsimpfungen sei es zudem von Vorteil, den Impfnachweis mitzubringen. Die werden zwar in erster Linie bei niedergelassenen Ärzten durchgeführt. „Wir schicken aber niemanden weg“, betont Krämer.

Von einer Sache zeigt sich der Mitarbeiter des Stadtdienstes Gesundheit überzeugt: „Es macht nach wie vor Sinn, sich impfen zu lassen.“ Bei 290 der mehr als 110 000 vollständig geimpften Solingerinnen und Solingern sei es bislang zu einem Impfdurchbruch gekommen. Dies wertet Krämer als gute Quote, zumal die Covid-19-Krankheitsverläufe bei dieser Gruppe weniger schwer gewesen seien. Die Wirkung der Impfung lasse sich auch daran ablesen, dass die meisten Menschen, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, keinen vollständigen Schutz hatten.

Mit der neuen Impfstation in den Clemens-Galerien möchte die Stadt die Impfquote in Solingen erhöhen. Auch mobile Angebote sind weiterhin vorgesehen. Zwar legt das Impfmobil in dieser und der kommenden Woche eine Pause ein. Danach soll es jedoch wieder regelmäßig bei Mc Donald’s am Frankfurter Damm sowie am Hauptbahnhof stehen.

Öffnungszeiten

Die neue Impfstation in den Clemens-Galerien ist an sechs Tagen pro Woche geöffnet. Montags bis freitags ist es zwischen 14 und 18 Uhr möglich, sich ohne vorherige Terminvereinbarung impfen zu lassen. Samstags ist die Anlaufstelle im früheren Apple-Geschäft von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Impfwillige müssen einen Lichtbildausweis vorzeigen. Das Impfzertifikat wird unmittelbar vor Ort ausgestellt, erklärt die Stadt.

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