Coronavirus

Erste Kräfte der ambulanten Pflege geimpft - Solingen macht Reihentests in den Kitas

Martin Michalk vom ambulanten Pflegeteam Ambiente Jaan Ludwig war einer der ersten dieser Berufsgruppe, der geimpft wurde. Foto: Christian Beier
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Martin Michalk vom ambulanten Pflegeteam Ambiente Jaan Ludwig war einer der ersten dieser Berufsgruppe, der geimpft wurde.

Vermehrt Infektionen in Kindertageseinrichtungen – Impfung von ambulanten Pflegekräften ist am Donnerstag angelaufen.

  • Durch Ausbrüche in Solinger Kitas ist der Inzidenzwert wieder deutlich angestiegen.
  • Mit dem Astrazeneca-Impfstoff sind am Donnerstag Kräfte aus der ambulanten Pflege geimpft worden.
  • In Solingen wurden bereits 4987 Erst- und 3367 Zweitimpfungen verabreicht.

Solingen. Der Wettlauf der Infektionszahlen gegen die Immunisierung durch Impfungen geht weiter. Zudem stand die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes mit dem Schwerpunkt der schrittweisen Öffnung von Schulen am Donnerstag im Mittelpunkt der digitalen Corona-Pressekonferenz der Stadtspitze.

Ausbrüche in verschiedenen Kitas mit Infektionen von Erziehern und Kindern, teils auch mit der englischen Virus-Mutation, haben die Sieben-Tage-Inzidenz auf 96,1 steigen lassen. Da auch am Donnerstag insgesamt 45 positive Corona-Tests für Solingen gemeldet wurden, befürchtet Guido Krämer vom Stadtdienst Gesundheit am Freitag einen weiteren Anstieg der Inzidenz.

„Deshalb werden wir unsere Teststrategie erheblich ausweiten“, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). So wird es ab nächster Woche flächendeckende Reihentests in den Kitas geben. Beginnen will die Stadt mit den 26 innerstädtischen Einrichtungen, da in der City die höchste Bevölkerungsdichte ist. Erzieher, Eltern, eventuell auch Kinder sollen regelmäßig getestet werden. Den Mitarbeitern in den Stadtteil-Kitas will man zunächst anbieten, sie für Selbst-Testungen zu schulen. „Genug Testmaterial ist vorhanden“, so Kurzbach.

Solingen: Mathe, Deutsch und Sachkunde im Wechselunterricht für Grundschüler

83 der 95 Solinger Kitas sind derzeit geöffnet, 41,9 Prozent der Kinder besuchen die Einrichtungen aktuell. Gemäß der NRW-Landesregierung sollen auch die Grundschüler und Schüler der Abschlussklassen ab dem 22. Februar zurück in die Schulen kommen. „Ich bin froh, dass der Wechselunterricht bei der Schulministerin kein Tabu-Thema mehr ist“, spielte Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) darauf an, dass der jetzt vorliegende Vorschlag von geteilten Klassen und abwechselnden Schultagen schon im Oktober als „Solinger Weg“ vorlag, vom Land aber damals abgelehnt wurde.

Für die Grundschüler wird ein Wechselunterricht mit den Schwerpunkten auf Mathe, Deutsch und Sachkunde vorgeschlagen. „Die Schulen sind aber durchaus aufgefordert, individuelle Wege zu gehen“, so Becker. Für die Abschlussklassen kann die Form des Präsenzunterrichts in den Schulen festgelegt werden. „Es ist an der Zeit, über Lockerungen nachzudenken, aber dann müssen wir auch die Schutzmechanismen erhöhen“, betonte Kurzbach.

Solingen: 240 ambulante Pflegekräfte wurden am Donnerstag geimpft

Ein wichtiger Schutzbaustein sollen die Impfungen sein. Am Donnerstag waren die ersten Gruppen der ambulanten Krankenpfleger im Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof-Gebäude an der Reihe. Diese Termine organisiert die Stadt selbst. „Bei uns sind alle 15 Mitarbeiter mit dabei, wir freuen uns, dass wir jetzt geimpft werden“, erklärte Martin Michalk, Fachbereichsleiter beim Ambiente-Pflegeteam Jaan Ludwig. 80 Pflegebedürftige betreut das Team pro Woche. „Das ist eine hohe Verantwortung, deshalb ist die Impfung wichtig, auch wenn wir Mitarbeiter dreimal pro Woche und die Klienten jeden zweiten Tag getestet werden.“

Die insgesamt 240 ambulanten Pflegekräfte, die am Donnerstag geimpft wurden, erhielten das Astrazeneca-Vakzin. „Mit diesem Sonderkontingent von 1100 Impfdosen werden auch nächste Woche Dienstag und Donnerstag ambulante Pflegekräfte und danach Rettungssanitäter und Therapeuten in Altenheimen geimpft“, so Udo Stock, Leiter des Solinger Impfzentrums. „Wenn ich es hätte auswählen können, hätte ich den Biontech-Impfstoff gewählt, wegen der höheren Wirksamkeit“, erklärte Ambiente-Geschäftsführer Jaan Ludwig. „Aber jeder Impfstoff ist besser als nichts.“

4987 Erst- und 3367 Zweitimpfungen gab es bislang in den Senioreneinrichtungen und Kliniken. Eine erste positive Auswirkung: In den vergangenen sieben Tagen gab es in den Seniorenheimen keine Erkrankung mehr. Und auch das lässt hoffen: „Ab Mitte April ist zudem deutlich mehr Impfstoff angekündigt“, erklärte Udo Stock.

Nachrücker-Liste

Hausärzte: Die Hausärzte reichen Listen von über-80-jährigen Impfwilligen ein. Die werden dann kurzfristig ins Impfzentrum gebeten, falls Impfdosen übrig bleiben.

Termin: Da diese Liste keine Garantie ist, sollen alle Über-80-Jährigen einen regulären Termin über die KV vereinbaren.

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