Schulausschuss

Laute Luftreiniger stören Unterricht

Bislang kommen in Solingen vor allem im Schulzentrum Vogelsang mobile Luftreinigungsgeräte zum Einsatz. Archivfoto: Christian Beier
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Bislang kommen in Solingen vor allem im Schulzentrum Vogelsang mobile Luftreinigungsgeräte zum Einsatz.

Schulausschuss bringt fest installierte Luftfilteranlagen bei zukünftigen Bauprojekten ins Spiel

Von Manuel Böhnke

Solingen. Seit dem Frühjahr kommen 20 mobile Luftreinigungsgeräte in Solinger Schulen zum Einsatz. Der Großteil steht in Räumen des Schulzentrums Vogelsang, die keine Lüftungsmöglichkeit haben. Die bisher gesammelten Erfahrungen sind durchwachsen. „Die Rückmeldung von der Schulleitung ist, dass es große Probleme gibt, die Geräte einzusetzen“, erklärte Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienst Schule, am Dienstagabend im Ausschuss für Schule und Weiterbildung. Der Knackpunkt sei die Lautstärke der Anlagen. Die Geräuschkulisse führe dazu, „dass kein vernünftiger Unterricht mehr leistbar ist“.

„Es nützt niemandem etwas, Geräte in Klassen zu stellen, die aus bleiben, weil sie zu laut sind.“

Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienstes Schule

Vogt betonte, die Verwaltung habe versucht, diesen Aspekt bei der Bestellung weiterer Geräte verstärkt zu berücksichtigen. Ganz zu lösen sei das Problem allerdings nicht: „Die Geräte brauchen eine bestimmte Leistung . Deshalb sind sie groß und machen auch Krach.“ Vor diesem Hintergrund hält es der Stadtdienstleiter nicht für sinnvoll, über mehr als die georderten 175 Luftreiniger nachzudenken. „Es nützt niemandem etwas, Geräte in Klassen zu stellen, die aus bleiben, weil sie zu laut sind.“

Wann die 175 Anlagen in Solingen eintreffen, ist Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) zufolge unklar. Die Bestellung sei zwar erfolgt, bis zur Anlieferung werde es wegen der großen Nachfrage jedoch „noch einige Zeit dauern“. Ein Förderprogramm des Landes und Bundes ermöglicht die Anschaffung. Die Filter sind für Räume in Kitas und Schulen gedacht, die lediglich über eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten verfügen. In Solingen trifft das auf 175 der rund 1720 Räume zu. Die Quote liegt bei knapp zehn Prozent.

Dagmar Becker wies in diesem Zusammenhang auf die Einschätzung des Umweltbundesamt hin, wonach der flächendeckende Einsatz von Luftreinigern auch in gut zu belüftenden Räumen nicht sinnvoll sei. Die Technik vermittle eine Scheinsicherheit. Regelmäßig zu lüften, wo es möglich ist, Abstand zu halten und Masken zu tragen, bleibe „das A und O“.

Derweil beschäftigen sich die Fachpolitiker mit der Frage der zukünftigen Ausstattung der Solinger Lernorte. Sie gaben der Verwaltung auf Antrag von CDU, SPD und Grünen mit auf den Weg, „bei Sanierungs- und Neubaumaßnahmen im Bereich Kita und Schulen zu prüfen, ob fest installierte Luftfilteranlagen mit Frischluftzufuhr eingebaut werden können“. Einen ähnlichen Vorstoß hatten zuvor die Fraktionen der FDP sowie Die Linke/Die Partei gemacht.

Oliver Vogt erklärte, dass diese Frage nicht nur Solingen betreffe. Es gebe Anzeichen, wonach das zuständige Landesministerium derzeit an einer neuen Schulbaurichtlinie arbeite, die die Installation solcher Anlagen vorschreibt. „Da müssen wir abwarten“, sagte der Stadtdienstleiter. Matthias Knospe zeigte sich „gespannt, wie die Diskussion weitergehen wird“. Der Leiter des Gebäudemanagements äußerte Bedenken: Die raumlufttechnischen Anlagen auf die einzelnen Räume anzupassen, sei ein langwieriger Prozess. Außerdem brauche es regelmäßige Wartung und Pflege. Klar sei, dass mit dem Einbau erhebliche Mehrkosten verbunden wären, die in der aktuellen Schulentwicklungsplanung nicht vorgesehen sind.

Mittel gibt es dagegen für „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“. Das Aktionsprogramm von Land und Bund soll einerseits schulische Bildungsdefizite ausgleichen. Zum anderen möchte man jungen Menschen Angebote in den Bereichen außerschulische Beratung und Bildung sowie Freizeitgestaltung und Engagement machen. Mehr als 900 000 Euro stehen Solingen dafür auf mehrere Bereiche verteilt zur Verfügung. „Das Geld soll in bestehende Strukturen fließen, damit es eine langfristige Wirkung entfalten kann“, kündigte Dagmar Becker an.

Impfungen

Seit dem Ende der Sommerferien sind mobile Impfteams in den Solinger Schulen unterwegs. Bisher haben 473 Schülerinnen und Schüler das Angebot angenommen. Den Spitzenplatz belegt Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) zufolge eine Einrichtung, an der bislang 94 Impfungen durchgeführt wurden. Geplant ist, die Aktion fortzusetzen und auf die LVR-Förderschule Halfeshof und die Süßwarenfachschule auszuweiten. Auch die Zweit-impfungen werden in den Schulen durchgeführt.

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