Kindeswohlgefährdung

Corona: Konstante Zahlen bei Meldungen an das Jugendamt

Rüdiger Mann berichtet von konstanten Zahlen. Foto: Michael Schütz
+
Rüdiger Mann berichtet von konstanten Zahlen.

Corona brachte keine Auffälligkeiten bei den registrierten Kindeswohlgefährdungen.

Von Andreas Tews

Solingen. Im Umgang mit Kindeswohlgefährdungen hat es sich laut Rüdiger Mann positiv ausgewirkt, dass Lehrer und Erzieher in vielen Fällen auch in der Corona-Zeit Kontakt zu den Familien gehalten haben. Darum, so schildert der Leiter des Jugendamtes, sei die Zahl der gemeldeten Fälle während des Lockdowns nicht spürbar zurückgegangen und auch danach nicht sprunghaft angestiegen. Wichtig sei auch, dass die ambulanten Hilfen für Familien weitergelaufen seien.

Als die Schulen geschlossen waren und auch die Möglichkeiten, auszugehen, eingeschränkt waren, befürchteten viele Experten einen Anstieg bei den Zahlen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. „Darum haben wir den Kontakt zu den Familien gehalten“, berichtet Mann. Nach seiner Erfahrung hatten es viele Familien zu Beginn des Lockdowns sogar als entlastend empfunden, wenn Eltern zu Hause bleiben konnten und durch die Corona-Beschränkungen der „Freizeitstress“ nachgelassen habe. Später sei aber spürbar gewesen, dass Existenzängste zur Belastung in den Familien wurden.

Pro Jahr gehen beim Jugendamt rund 500 Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen ein. Diese Zahl ist nach jetzt veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes 2019 um 101 auf 486 gesunken. Mann sieht dies als Rückkehr zu den üblichen Werten. 2018 sei ein „Ausreißer nach oben“ gewesen – möglicherweise, weil da der Fall des Babys Felicitas bekanntgeworden war, in dem das Solinger Jugendamt eingriff.

Bei den 486 Meldungen von 2019 stellte das Jugendamt in 31 Fällen akute Anzeichen für eine Vernachlässigung oder Misshandlung fest. In 36 Fällen konnte zumindest nicht ausgeschlossen werden, ob eine Kindeswohlgefährdung vorlag. 163 Mal war zwar das Kindeswohl nicht gefährdet, die Familien benötigten aber professionelle Hilfe.

Die meisten Meldungen (148) kamen von der Polizei, Gerichten oder der Staatsanwaltschaft. Verwandte oder Bekannte waren es in 56, Kitas oder Schulen in 53 Fällen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Jugendamt bestätigt Trend: Gefährdungen von Kindeswohl nehmen zu
Solinger Jugendamt bestätigt Trend: Gefährdungen von Kindeswohl nehmen zu
Solinger Jugendamt bestätigt Trend: Gefährdungen von Kindeswohl nehmen zu

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare