Pandemie

Impfeinladungen kommen ab Montag

11.000 Personen erhalten in den nächsten Tagen eine Einladung für die Impfung gegen das Coronavirus.
+
11.000 Personen erhalten in den nächsten Tagen eine Einladung für die Impfung gegen das Coronavirus.

Mittwoch sollen die Impfungen in Seniorenheimen abgeschlossen sein – dann sind über 80-Jährige an der Reihe.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Der Zeitplan für den nächsten Schritt bei den Corona-Impfungen steht: Am kommenden Montag verschickt die Stadt an alle Solinger, die am 31. Januar 80 Jahre und älter sind und die nicht in einer Pflegeeinrichtung leben, den Informationsbrief zu den anstehenden Impfungen. Das sind etwa 11 000 Personen.

In diesem Brief ist alles über den Ablauf der Impfung und vor allen Dingen das Anmeldeverfahren erklärt. Ab dem darauffolgenden Montag, dem 25. Januar, sei dann die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein freigeschaltet, um Termine zur Impfung im neu eingerichteten Impfzentrum in der Innenstadt zu vereinbaren. „Die Türen des Impfzentrums werden dann ab dem 1. Februar geöffnet sein“, skizzierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) am Donnerstag bei einer digitalen Pressekonferenz die Abläufe.

Die Vereinbarung der Termine gehe ausschließlich über die KV Nordrhein – online oder über deren Telefon-Hotline 116 117. „Es macht deshalb leider keinen Sinn, mit dem Wunsch nach einem Impftermin an die Stadt heranzutreten“, betonte der Stadtchef angesichts zahlreicher Bürgeranfragen.

„Ich rufe dazu auf, sich an der Impfaktion zu beteiligen“, unterstrich Kurzbach seine Hoffnung auf eine hohe Impfrate. Auch wenn die aktuelle Inzidenzzahl und die Anzahl der Patienten in den Kliniken etwas zurückgegangen sei, sei die Risikosituation, vor allen Dingen auch durch die ansteckendere Coronavirus-Mutation B.1.1.7, ungebrochen. Er bat aber auch um etwas Geduld. „Es ist wahrscheinlich, dass die Anmelde-Hotline am Anfang überlaufen sein wird.“

Solinger, die den Weg ins Impfzentrum nicht selbstständig antreten können, sollen sich über den Hausarzt eine Krankenfahrt verschreiben lassen, so der Hinweis der Stadt. Menschen, die bettlägerig und auf eine Impfung zu Hause angewiesen sind, müssen sich hingegen noch etwas gedulden. „Impfungen durch den Hausarzt können erst mit einem der anderen Impfstoffe, die nicht so extrem gekühlt werden müssen, erfolgen“, erklärt Udo Stock, Leiter des Solinger Impfzentrums.

Bei den Impfungen in den Senioreneinrichtungen sei man mittlerweile gut auf dem Weg. Voraussichtlich bis kommenden Mittwoch werden dort alle 3700 Bewohner und Mitarbeiter ihre erste Impfung erhalten haben. „Bis Mitte Februar wird dann die zweite Impfung erfolgen, dafür sind die Impfdosen vom Land garantiert“, versicherte Udo Stock.

Solingen: 660 Impfdosen pro Woche für die über 80-Jährigen

Für die jetzt anstehenden Impfungen erhält Solingen aktuell 660 Impfdosen pro Woche. Hinzu kommt noch ein spezielles Kontingent für Rettungskräfte und mobile Pflegekräfte. „Die Impfstoffmenge regelt derzeit, wie lange es dauern wird, bis alle über 80-Jährigen geimpft sind“, so Stock. Er geht von Impfungen bis in den April aus. Parallel beginnt ab Montag auch schon die Impfung des Krankenhaus-Personals, das die Impfungen in Eigenregie durchführen wird. Unerfreulich sei, dass die Einwohnerzahl von Solingen beim Land mit 159 000 nach wie vor zu gering bewertet werde. „Davon ist nämlich die Menge der zugewiesenen Impfdosen abhängig“, so Stock.

Etwas entspannt ist die Lage derzeit in den Solinger Krankenhäusern. 34 Menschen müssen aktuell stationär behandelt werden, davon 13 auf den Intensivstationen. „Seit zwei Tagen gab es auch keinen weiteren Todesfall“, erklärte Dr. Annette Heibges, Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit. Zurückgegangen sei auch die Anzahl der Tests in Bethanien. Von den am Mittwoch 153 dort getesteten Menschen seien fünf Positiv gewesen.

Die Laborergebnisse der positiv getesteten Solinger werden derzeit an die Virologie der Uni Köln weitergeleitet und auf die neue Virus-Mutation untersucht. „Wir wollen Betroffene schnell herausfiltern“, so Dr. Heibges. Das sei bei den beiden bislang bekannten Fällen gelungen. Bei dem England-Rückkehrer habe es keine weiteren Ansteckungen gegeben. Beim zweiten Fall, einer jungen Frau, konnten die Ansteckungen auf die Familie begrenzt werden.

Schulen und Kitas

Notbetreuung: 781 Kinder nutzen derzeit die Notbetreuung, das sind etwa 13 Prozent der (vorwiegend) Grundschüler.

Kitas: In den Kitas sind derzeit etwa 40 Prozent der Kinder anwesend. „Dauert der Lockdown länger, wird die Zahl wohl steigen“, so Dezernentin Dagmar Becker (Grüne).

Standpunkt

simone.theyssen-speich@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Simone Theyßen-Speich

Geduld ist es wohl, die uns allen in den vergangenen Monaten am meisten abverlangt wurde – beim Anstehen vor Geschäften ebenso wie beim Homeschooling mit den Kindern und vor allen Dingen beim Warten auf den Impfstoff. Und auch wenn es jetzt für die jeweiligen Altersgruppen darum geht, einen Impftermin zu vereinbaren, wird Geduld gefragt sein. Aber das Ziel, möglichst viele Menschen zu impfen, sie damit vor der Covid-19-Erkrankung und deren schweren Folgen zu schützen und uns alle bald wieder in ein halbwegs normales Leben zurückzuführen, sollte diese Geduld wert sein. Schon zu Beginn der Pandemie und über die ganzen Monate hinweg gab es auch immer wieder große Zeichen von Solidarität, wenn es etwa darum ging, für ältere Mitbürger und Nachbarn einzukaufen. Diese Unterstützung kann auch jetzt in Familien und Nachbarschaften wieder gefragt sein, um älteren Menschen dabei zu helfen, etwa einen Impftermin online zu vereinbaren. Mit Blick auf das zu erreichende Ziel sollte das gemeinsam gelingen. Und eben mit etwas Geduld, die wir alle in der Pandemie erlernen mussten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenzstufe 3 wird ausgesetzt - Impfzentrum am 2. und 3. August geschlossen
Corona: Inzidenzstufe 3 wird ausgesetzt - Impfzentrum am 2. und 3. August geschlossen
Corona: Inzidenzstufe 3 wird ausgesetzt - Impfzentrum am 2. und 3. August geschlossen
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare