Aktion

Gräfrather bietet Wohnmobil-Dinner

Beim Nikolaus-Dinner für Wohnmobile auf dem Gräfrahter Marktplatz war für fünf Fahrzeuge Platz. Das Team vom Kaffeehaus servierte beispielsweise ein Bratkartoffel-Süppchen als Vorspeise. Fotos: Michael Schütz
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Beim Nikolaus-Dinner für Wohnmobile auf dem Gräfrahter Marktplatz war für fünf Fahrzeuge Platz.

Gastronom Peter von der Heiden lud am Nikolausabend auf den Marktplatz ein.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der Gräfrather Marktplatz ist am Nikolausabend vorweihnachtlich illuminiert: Lichterketten betonen die Idylle um den alten Brunnen, ein hoher, mit Holzsternen und Päckchen geschmückter Tannenbaum strahlt vor dem Aufgang zur Klostertreppe. Mittendrin, zu einem Kreis aufgestellt, parkten am Samstagabend drei Wohnmobile, ein Wohnwagen und ein zum Campingbus umgebauter Bulli T4. Ihre Besitzer hatten es sich in den jeweilige Innenräumen gemütlich gemacht: Sie genossen ein extra für diesen Abend aufgelegtes Menü vom Kaffeehaus am Marktplatz.

Inhaber Peter von der Heiden beteiligte sich mit diesem „Nikolaus-Dinner“ erstmalig an dem seit Corona neuen Veranstaltungsformat: Tellergerichte werden vom Lokal unter Einhaltung aller Corona-Auflagen – Mund-Nasen-Schutz beim Servieren, nur bis zur Auto-Tür – an das Wohnmobil geliefert und dort in aller Ruhe von den angereisten Gästen verzehrt. „Ich dacht, unsere Gräfrather Dezember-Kulisse ist so schön, die eignet sich wunderbar für sowas“, sagte von der Heiden. Die Nachfrage gab ihm schnell recht: Die mit dem Ordnungsamt abgestimmten fünf dafür freigegebenen Parkplätze waren schnell ausgebucht. „Ich hätte gerne noch zwei Autos mehr dazu gestellt, aber ich verstehe die Bedenken der Stadt und bin auch mit den fünf Fahrzeugen zufrieden“, betonte Peter von der Heiden.

Das Team vom Kaffeehaus servierte beispielsweise ein Bratkartoffel-Süppchen als Vorspeise.

Steinbutt oder Filetspitzen mit raffinierten Beilagen, als Vorspeise ein Bratkartoffel-Süppchen und zum Nachtisch Zimteis von der kooperierenden Nachbareisdiele Giulia gab es am Samstagabend auf den Ess-Tischen der Wohnmobile. Zusätzlich hatte von der Heiden seine unmittelbaren Nachbarn, die Eisdiele und die Kinderarzt-Praxis mit ins „Wohnmobil-Dinner-Boot“ geholt: Dort saß auch jeweils ein Paar und genoss die Mahlzeit. „In mein Lokal darf ich niemanden lassen und dort sitzen die Haushalte auch für sich“, sagte der Gastronom, der akribisch darauf achtete, alle Vorgaben einzuhalten. So werde das Ganze spätestens um 22 Uhr beendet sein. „Sonntagmorgen um 10 Uhr endet die Sonder-Erlaubnis für die Fahrzeuge, dann müssen alle weg sein“, berichtete er.

Eine Übernachtung im Wohnmobil gehörte also mit zum Konzept – und damit auch der Wein oder das Bier zum Essen. Offensichtlich ein Format, dass sowohl Gäste aus Düsseldorf oder dem Kreis Mettmann überzeugte. „Mal schauen, ob wir sowas noch einmal machen“, sagte Peter von der Heiden. „Einige Marktanwohner waren skeptisch. Verärgern möchte ich niemanden – aber ich hoffe schon, dass sich niemand ernsthaft gestört gefühlt hat, so dass die Option für ein zweites Mal bleibt. Solange der Lockdown einen normalen Gastrobetrieb verbietet, bin ich froh über solche Chancen.“

Solingen: Die Kartoffel-Kiste in Höhrath bietet ein ähnliches Konzept ab

Auch Klaus Dieter Land vom Höhrather Restaurant „Kartoffel-Kiste“ hat Wohnmobile und Pkw mit Camping- Anhängern als Kunden entdeckt. Seit 14 Tagen bietet er sein Konzept an, dass gut angenommen wird: Wohnmobil-Besitzer melden sich an, parken auf dem Parkplatz des Lokals, wo maximal fünf solcher Fahrzeuge Platz finden, wenn man die aktuell nötigen Abstandsgebote ernst nimmt.

„Unsere Gäste können aus einer digitalen Karte wählen – wir bringen die Gerichte dann zum Fahrzeug. Das ist zwar kein Ausgehen im Lokal, aber doch anders als in Schälchen und Tüten verpackte Mahlzeiten“, erzählt Klaus Dieter Land. Über die Nachfrage kann er sich nicht beklagen. Es sei zwar nicht so, dass er sich vor Aufträgen kaum retten könne. „Aber es läuft.“ Neben Solingern, Remscheidern und Wermelskirchenern zählt er Gäste aus Wuppertal, Haan oder auch aus dem Ruhrgebiet auf. „Es gibt eine Seite bei Facebook, die Gastronomen benennt, die das Konzept anbieten. So wird man bekannt.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Wegen des zweiten Lockdowns dürfen Gastronomen auch in Solingen keine Gäste in ihren Lokalen bewirten. Diese Gastronomen bieten Abholung oder Lieferung an.

Öffnungsverbot

Frist: Noch bis zum 10. Januar 2021 dürfen Gastronomie-Betriebe keine Gäste in ihren Räumen bewirten, sondern nur Speisen außer Haus verkaufen.

Finanzielle Ausfälle: Seit dem Beginn der Pandemie mussten die Lokale extreme Einbußen hinnehmen.

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