Schule in Zeiten von Corona

So funktioniert das digitale Klassenzimmer

Die Benutzeroberfläche des Google-Classroom erinnert an andere Anwendungen des Internetriesen. Das erleichtere die Bedienung für die Schüler, meint Lehrerin Petra Hobrecht von der August-Dicke-Schule. Foto: Christian Beier
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Die Benutzeroberfläche des Google-Classroom erinnert an andere Anwendungen des Internetriesen. Das erleichtere die Bedienung für die Schüler, meint Lehrerin Petra Hobrecht von der August-Dicke-Schule.

Die ADS nutzt ein Angebot von Google, um die Schüler mit Lernmaterialien zu versorgen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Viele Schulen setzen in der Zeit der Schulschließungen verstärkt auf das Internet als Kommunikationsweg für Unterrichtsinhalte. Schließlich sind keine Ferien und die Lehrpläne sollten weitmöglichst abgearbeitet werden: Gut also, wenn Lehrer neben ihrer pädagogischen und fachlichen Qualifikation ihrer jeweiligen Fächer noch eine IT-Affinität haben. Wie zum Beispiel Petra Hobrecht von der August-Dicke-Schule (ADS).

Die Lehrerin für Englisch und Mathematik führte an ihrer Schule nun den „Google Classroom“ für den Unterricht übers Internet ein. Bereits seit Längerem hatte sie für die „ADS“ durch ihre Kontakte zur Universität Lancaster eine Kooperation in „Smart Technology“ angeleiert und folgerichtig die Projektleitung dafür übernommen. „Damals haben wir zum Beispiel als einer der ersten Schulen in Solingen den Schülern schuleigene Mail-Adresse gegeben, über die auch schon Lernstoff abgerufen wurden.“

Der ADS-Google-Classroom, der nun an den Start gegangen ist, um die schulfreie Zeit nicht gleichzeitig zur unterrichtsfreien Zeit werden zu lassen, sei bisher nur eine „Spielwiese“ für sie und ein paar Kollegen gewesen, erzählt Petra Hobrecht. Jetzt aber war die Zeit reif, dieses virtuelle Klassenzimmer tatsächlich für die allgemeine Benutzung einzurichten.

Solingen: Schüler haben sich schnell an die Bedienung gewöhnt

„Bislang hatten wir ein anderes System im Einsatz. Schließlich war das Internet bis dato nur ein begleitender Arbeitsweg, um Lernstoff zu vermitteln.“ Jetzt aber sei die Zeit gewesen, neue Pfade zu bahnen und auszuprobieren: Mit der Google-Classroom-App hat die Schule nun ihre individuelle Domain eingerichtet, die optimal genutzt werden kann, um zum Beispiel Lern-Material auszutauschen. „Das was dort passiert, bleibt schulintern.“

Der Vorteil an dem Angebot des Internetriesen sei, dass die meisten Schüler mit den Google-Abläufen vertraut seien und deshalb die Einrichtung und Anwendung reibungslos funktioniert habe, sagt Hobrecht. „Die haben sich schnell in den virtuellen Klassenräumen zurechtgefunden.“ Jetzt stehen sie in regelmäßigem Austausch mit den entsprechenden Fachlehrern, die die übers Internet gestellten Aufgaben kontrollieren und korrigieren können. Es gebe auch Funktionen, über die Lehrer erkennen könnten, wer die gestellten Aufgaben schon erledigt hat.

Alles in allem also eine Technologie, die gut helfe die schwierige Zeit bis zur Wiedereröffnung der Schule zu überbrücken. Im Outback von Australien zum Beispiel seien solche digitalen Lern-Technologien längst gängige Praxis, sagt Hobrecht. „Dort werden Distanzen zu sehr ländlichem Wohnen längst auf diese Weise überbrückt.“

Natürlich sei das echte Miteinander in einer Schulgemeinschaft durch digitales Lernen, sei es auch noch so perfektioniert, nicht zu ersetzen. Aber reines Wissen könne auf diese Weise durchaus vernünftig vermittelt werden. „Man kann ja über diese Plattform auch miteinander kommunizieren, auch Video-Konferenzen sind möglich.“

Solingen: Digitales Lernen könnte wichtiger Beitrag zum Umweltschutz sein

Solche Möglichkeiten zu haben, sei auch nach der Wiederöffnung sinnvoll, sagt Hobrecht. „Man kann auf diese Weise komplett auf Arbeitsblätter verzichten“. Dieses papierlose Handeln ist im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt.

DIGITALES LERNEN

UNTERRICHT Auch an anderen Solinger Schulen werden Schüler mit Lernmaterial für Zuhause versorgt. In der Regel wird dabei überall auf das Internet gesetzt. Via Mail oder über Clouds wird dabei Lernmaterial verschickt, das die Schüler zuhause bearbeiten können.

SCHULSCHLIESSUNG Nach jetzigem Stand bleiben die Schulen bis nach den Osterferien geschlossen und öffnen am 19. April wieder ihre Pforten. Durch den sich rasend ausbreitenden Virus Sars-CoV-2 wurden alle Schüler ab dem 16. März in sogenannte Lernferien entlassen.

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