Kultur

Corona-Krise: Freie Künstler bangen um ihre Existenz

Künstler Peter Amann macht sich Sorgen. Archivfoto: Christian Beier
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Künstler Peter Amann macht sich Sorgen.

Verein Güterhallen sucht nach Möglichkeiten der Hilfe.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Das Coronavirus hat einen großen Einfluss auf die Solinger Wirtschaft und Unternehmen. Neben dem Einzelhandel und der Gastronomiebranche ist noch ein weiterer Bereich besonders von den Auswirkungen betroffen: die Solinger Künstlerszene und die freien Kunstschaffenden.

„Die Lage ist prekär“, betont Peter Amann vom Atelier „Pest-Projekt“. Die Einschränkungen durch das Coronavirus würden den Südpark betreffen, nicht nur die Menschen in den Güterhallen. Für die Künstler laufe gerade effektiv nichts mehr. Nicht nur Veranstaltungen wie Ausstellungen seien abgesagt worden, sondern auch der Verkauf stoppe. Allerdings hat Peter Amann noch Glück im Unglück: Durch seine Rente sei er nicht so sehr angewiesen auf die Erlöse wie ein paar seine Mitstreiter, die nur von ihrer Kunst leben. Amann: „Ein paar Leute müssen mitunter aufgeben.“

Solingen: Es wird nach Lösungen gesucht

Die wegen der Corona-Krise erforderliche Absage aller Veranstaltungen traf auch die selbstständigen Künstler, die von dem Erlös ihrer Konzerte, Ausstellungen und Auftritte leben. Wenige Tage später mussten auch Ateliers und Galerien schließen. „Es gibt keine Absicherung für die Selbstständigen“, erklärt Amann.

In diesen Tagen beschloss die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ein Hilfspaket in Höhe von fünf Millionen Euro, die an freie Künstler ausgezahlt werden sollen. Nach Angaben des Landes soll dieses im Rahmen von Einmalzahlungen von bis zu 2000 Euro passieren. Den Künstlern in den Güterhallen bleibt nun nichts anderes übrig, als Kunst auf Vorrat zu schaffen. Aber selbst das sei aufgrund der Existenzängste schwer. „Man ist nicht in der Stimmung, um Kunst zu schaffen.“ Nach alternativen Möglichkeiten werde gerade gesucht, versichert Petra Krötzsch, Sprecherin des Vereins Güterhallen. „Man muss gucken, wie man die Güterhallen überlebensfähig macht.“

Auch Peter Amann bleibt zunächst zuversichtlich. Die Künstler verhalten sich untereinander solidarisch und stecken – virtuell – die Köpfe zusammen. Amann: „Mit Kunst ist man nie reich geworden, aber man wird kreativ.“

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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