Corona-Krise

Einlass in Kliniken und Altenheimen neu geregelt

Konstanze Teske informiert eine Besucherin des Palliativen Hospizes über die Registrierungsliste und die Händedesinfektion Foto: Christian Beier
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Konstanze Teske informiert eine Besucherin des Palliativen Hospizes über die Registrierungsliste und die Händedesinfektion.

Besucher, Patienten und Bewohner sollen mit den Vorgaben vor dem Virus geschützt werden.

Von Simone Theyßen-Speich und Anja Kriskofski

Solingen. Abstand zu halten und nicht zwingend notwendige Kontakte zu vermeiden – das ist das Gebot der Stunde. Aber gerade in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie im Hospiz ist der soziale Kontakt zu den Angehörigen für die Patienten oder Bewohner eine wichtige Stütze im Alltag.

Deshalb haben die Solinger Einrichtungen sich gemäß der Vorgaben des NRW-Gesundheitsministeriums auf die neuen Regelungen umgestellt. „Für das städtische Klinikum gilt derzeit, dass jeder Patient pro Tag einen Angehörigen für eine Stunde empfangen darf“, erklärt Klinikum-Sprecherin Karin Morawietz.

Das Klinikum in Solingen registriert am Eingang jeden Besucher mit Namen und Kontaktdaten, um Kontakt aufnehmen zu können, falls die Infektionskette nachgewiesen werden muss. Mitarbeiter des Klinikums haben zudem am Eingang an der Gotenstraße Temperatur bei den eintreffenden Besuchern gemessen, um mögliche Symptome erkennen zu können.

Solingen: Ausnahme in der Kinderklinik und auf der Palliativstation

Ausnahmeregelungen gebe es etwa bei Kindern, die in der Kinderklinik sind, oder Patienten auf der Palliativstation. „Dort soll nach Rücksprache mit den Ärzten Kontakt zur Station aufgenommen werden, um die Besuchszeit abzusprechen“, so Karin Morawietz.

Vor der St. Lukas Klinik weise ein Hinweisschild im Eingangsbereich darauf hin, dass Besuche derzeit nur eingeschränkt möglich sind, berichtet Cerstin Tschirner, Sprecherin der Kplus Gruppe. Seit dem Wochenende gilt offiziell ein Besuchsverbot und die Maßgabe, dass Besuche auf das Mindestmaß reduziert werden sollen. „Viele sind sehr verständnisvoll, und viele Besucher bleiben ganz weg.“ Wer einfach am Kundenstopper vorbeilaufe, werde vom Mitarbeiter am Empfang angesprochen. „Angehörige werden gebeten, vorher anzurufen und auf der Station zu fragen, ob sie kommen können.“ Auch in der St. Lukas Klinik werden alle Besucher namentlich registriert. Die Kplus-Sprecherin appelliert an die Angehörigen, zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern, sich an die Regelungen zu halten und den Kontakt zu den Angehörigen möglichst telefonisch aufrecht zu erhalten.

Für die Seniorenheime gilt ein komplettes Besuchsverbot. Bei der Kplus Gruppe betrifft das in Solingen das St. Joseph Altenheim sowie das St. Lukas Pflegeheim. „Die Mitarbeiter versuchen, in kleinen Gruppen die Bewohner zu beschäftigen, für die sie ja auch Bezugspersonen sind“, sagt Cerstin Tschirner. Bei dem schönen Wetter würden zum Beispiel Balkonkästen neu bepflanzt. „Bei den Angehörigen leisten die Mitarbeiter viel Aufklärungsarbeit.“ Aus-nahmen vom Besuchsverbot seien möglich, zum Beispiel für schwerstkranke Patienten.

Auch im Palliativen Hospiz PHoS ist die Besuchsregelung derzeit ein großes Thema bei Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern. „Nach dem ganz strikten Erlass vom vergangenen Freitag, nach dem jeder Bewohner nur einen Bewohner für eine Stunde pro Tag empfangen darf, gibt es jetzt eine neue Regelung“, erklärt Cordula Scheffels, Vorstandsvorsitzende von PHoS.

Solingen: Auch PHoS hat die Besuchszeiten eingeschränkt 

Derzeit hat PHoS in seinem stationären Hospiz die Regelung, dass zwei Gäste pro Bewohner und Zimmer empfangen werden dürfen. Mit der Heimaufsichtsbehörde sei festgelegt worden, dass die Besuchszeit dafür auf den Zeitraum von 15 bis 18 Uhr eingeschränkt wird.

„Die Besuche dürfen auch nur noch in den Zimmern stattfinden“, erklärt Cordula Scheffels weiter. Die Ehrenamtler von PHoS dürfen das Hospiz derzeit nicht betreten. Der neue Erlass hängt öffentlich am Hospiz aus. Auch die Registrierungspflicht der Besucher wird eingehalten. „Natürlich kann diese Regelung in extremen Situationen wie einem Sterbefall aufgehoben werden“, so die PHoS-Vorsitzende.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Er wird laufend aktualisiert.

ERLASS DES LANDES

NRW In dem Erlass „Sicherstellung der pflegerischen Versorgung vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Corona-Virus“ spricht das NRW-Gesundheitsministerium Handlungsempfehlungen für die Aufsichtsbehörden im Bereich der stationären und ambulanten Pflege aus. So ist es Einrichtungen in bestimmten Fällen gestattet, von den Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes abzuweichen.

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