Unterstützung

Coronahilfe bringt alten Menschen Einkäufe vor die Tür

Arkadusz Kremiec fährt für die Coronahilfe. Zwei volle Taschen hat er für eine Seniorin an der Wilhelmshöhe eingekauft.
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Arkadusz Kremiec fährt für die Coronahilfe. Zwei volle Taschen hat er für eine Seniorin an der Wilhelmshöhe eingekauft.

Angebote, auch die der privaten CoronaCareSG-Gruppe, werden von Parisozial koordiniert. Die Hilfe wird sehr gut angenommen.

  • Die private Facebook-Gruppe CoronaCareSG aus Solingen hat sich spontan gebildet.
  • Solinger Gruppe kennt auch das Problem mit Toilettenpapier und Nudeln.
  • Etwa 20 Menschen pro Tag werden in Solingen beliefert.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Ebenso schnell wie das Coronavirus Solingen erfasst und die Stadtverwaltung darauf reagiert hat, ist auch die Hilfe aus dem Boden gestampft worden. Hilfe für Menschen, die als Risikogruppe unter den Einschränkungen und den gesundheitlichen Gefahren besonders leiden.

Bereits vor zwölf Tagen, als die Schulen geschlossen und das Stadtleben runtergefahren wurde, hat sich die private Facebook-Gruppe CoronaCareSG um Michael Roden spontan gebildet. „Aktuell haben wir 1800 Mitglieder – Menschen die Hilfe anbieten, und Menschen, die Hilfe brauchen“, erzählt Gründungsmitglied Uli Preuss.

Das Angebot ist mittlerweile angeschlossen an die stadtweite Hilfsaktion der Wohlfahrtsverbände, die unter dem Stichwort „Coronahilfe“ vom Paritätischen Wohlfahrtsverband koordiniert wird.

Solingen: Von Tag zu Tag gibt es mehr Anfragen

„Wir sind in dieser Woche gestartet, hatten Montag und Dienstag noch Anlaufschwierigkeiten, aber jetzt haben wir von Tag zu Tag mehr Anfragen“, resümiert Jürgen Deuter von Parisozial, der alles koordiniert. Es gebe viel Hilfsbereitschaft in Solingen, und die alten Leute, denen geholfen wird, seien sehr dankbar.

Nach Stadtteilen sortiert schickt Jürgen Deuter Fahrer zu den Supermärkten. Einer von ihnen ist Arkadusz Kremiec, der eigentlich in der Haustechnik des Paritätischen beschäftigt ist. In dieser Woche war der 53-Jährige etwa beim Aldi-Discouter an der Weyerstraße auf Einkaufstour. „Ich habe für eine ältere Dame, zu der ich jetzt fahre, alles bekommen“, berichtete er.

Etwa 20 Menschen pro Tag werden in Solingen beliefert

Natürlich kennt auch er das Problem mit Toilettenpapier und Nudeln. „Aber da tauschen wir Fahrer uns untereinander aus, wenn es irgendwo etwas gibt.“ Etwa 20 Menschen pro Tag werden von den derzeit fünf Fahrern beliefert. „Wir stellen die Einkäufe vor der Tür ab, die Kunden legen dann das Geld bereit oder überweisen.“ Da viele Geschäfte die Abgabe von Waren nur noch in kleinen Mengen gestatten, werde der Einkauf für mehrere Kunden schwieriger, weiß Jürgen Deuter. „Wir versuchen deshalb jetzt, eine Sondergenehmigung zu bekommen.“ Alte Menschen, die nicht mehr mobil sind, greifen auf das Angebot ebenso zurück wie Menschen mit einer Lungenkrankheit. „Zudem weist die Stadt uns Leute zu, die in Quarantäne sind“, so Deuter.

Auch andere Hilfe landet bei ihm, etwa 50-Liter-Bioethanol für Desinfektionsmittel oder ein Assistenz-Pfleger, der helfen möchte, und den er an die Notfall-Nummer der Stadt vermitteln konnte.

Kontakt: Tel. 88 07 32 99 coronahilfe@parisozial-solingen.de

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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