Corona-Krise

Bund bringt Solinger aus Neuseeland zurück

Paul Grünewald (vorne), Niels Ackermann und Fynn Moldenhauer landen nach 26 Stunden im Flieger in Frankfurt.
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Paul Grünewald (vorne), Niels Ackermann und Fynn Moldenhauer landen nach 26 Stunden im Flieger in Frankfurt.

Paul Grünwald hielt mit zwei Freunde die Schwierigkeiten der Rückreise in einem Video fest.

  • Junge Solinger steckten wegen der Corona-Krise in Neuseeland fest und erlebten eine Odyssee.
  • Nachdem ihre Flüge storniert wurden, wurde ihre Heimreise von der Bundesregierung organisiert.
  • Nachdem sie wieder in Deutschland waren, mussten sie zunächst in Quarantäne.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Zwei Monate am anderen Ende der Welt reisen – einen Monat in Australien und einen Monat in Neuseeland. Das hatten sich die Solinger Paul Grünewald, Niels Ackermann und der Hannoveraner Fynn Moldenhauer ein bisschen anders vorgestellt als es am Ende gekommen ist. Am 30. Januar sind sie ohne Vorahnung, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus verändern würde, nach Australien gereist, am 7. März ging es dann weiter nach Neuseeland, wo sich die Lage innerhalb weniger Tage zuspitzte, so dass sie auf das Rückholprogramm der deutschen Bundesregierung angewiesen waren.

Für die Rundreise durch Neuseeland haben Grünewald, Ackermann und Moldenhauer ein Auto gemietet. Ihre Reise hielten sie in einem Video fest.

„Die ganze Situation um Corona spitzte sich in Deutschland bereits zu und da haben wir den Entschluss gefasst, dass wir nach Hause müssen“, berichtet Paul Grünewald. Daraufhin haben der 18-Jährige und seine beiden Freunde einen Rückflug mit der Fluggesellschaft Ethiad für den 24. März gebucht – ursprünglich war geplant am 17. April auszureisen. Dieser ging von Christchurch auf der Südinsel Neuseelands über Sydney nach Deutschland. Allerdings: „Kurz vor dem Flug hat Sydney den Transitbetrieb gestoppt, wir wären mit unserem Flieger drei Stunden zu spät gewesen“, so Grünewald. So saßen die Backpacker erstmal in Neuseeland fest. Grünewald: „Es gibt aber schlimmere Ecken.“ Für die verbleibende Zeit hatten die drei das Glück, in einem Haus unterzukommen, das der Anbieter AirBnB immer wieder für ein paar Tage an Reisende vermietet.

Während der Quarantänezeit haben die drei Freunde sich ihre Zeit mit Sport am Strand vertrieben.

Anstatt von drei geplanten Tagen bis zu den ersten Rückholflügen wurden es jedoch am Ende zwei Wochen, in denen sie in dem AirBnB unterkommen mussten. Denn: Mittlerweile hatte Neuseeland den Flugbetrieb komplett eingestellt. „Es war zwar alles durcheinander, aber die deutsche Regierung hat uns gut informiert“, erklärt Grünewald.

Das war auch der Punkt, an dem Grünewald, Moldenhauer und Ackermann drüber nachdachten, für längere Zeit in Neuseeland zu bleiben, wie sie in einem Youtube-Video berichteten. Einen Plan dafür hatten sie auch schon: Zwei Wochen die Südinsel bereisen und dann arbeiten.

Dann sei aber auch in Neuseeland eine Ausgangssperre verhängt worden. „Das war schon eine kritische Situation und bei so viel Zeit drinnen, geht man sich schon irgendwann auf die Nerven.“ Die meiste Zeit verbrachten sie damit, fernzusehen oder Sport zu treiben. An sich hätten sie die Situation aber locker genommen: „Besonders ärgert es uns, dass wir die Südinsel nicht mehr bereisen konnten, aber wir hatten Glück im Gegensatz zu anderen Backpackern. Wir hatten einen Fernseher und eine Küche und konnten einkaufen gehen, wann wir wollten.“

Für die Rückholaktion fallen normale Flugpreise an

Am 5. April war es dann allerdings so weit, die drei waren für eine Rückholaktion mit der Lufthansa eingetragen. „Erleichternd“, beschrieb Grünewald das Gefühl, sicher zu wissen, dass sie nach Hause fliegen können. Um fünf Uhr morgens mussten sich die Freunde am Flughafen einfinden und ausgedruckte Dokumente mitbringen, beschrieb der 18-Jährige den Ablauf vor Ort. Diese ließen sie sich zuvor an einer Polizeidienststelle ausdrucken. Von Sicherheitsabstand war am Flughafen nur zu Beginn die Rede, im Flieger saßen die Passagiere „sogar auf den Sitzen der Stewardessen“, um möglichst viele Deutsche zurückzuholen. Gesundheitskontrollen seien keine gemacht worden. Nach 26 Stunden am selben Platz kamen sie dann nachts am 8. April in Deutschland an. „Im Endeffekt war es eine gute Entscheidung nach Hause zu fliegen.“

In der darauf folgenden Quarantäne habe der Solinger nun Zeit seine Youtube-Videos zu bearbeiten, sagt er. Außerdem müsse er sich darum kümmern Gebühren für bezahlte Flüge, die er aber aufgrund der Beschränkungen nicht antreten konnte, wiederzubekommen. „Der Rückholflug wird uns etwa einen normalen Economyflug kosten, für die anderen werden Stornogebühren anfallen“, sagt Grünewald.

YOUTUBE

KANAL Der Solinger Paul Grünewald betreibt seit längerer Zeit einen Youtube-Kanal „Paul gnw“ auf dem er auch die Videos seiner Reise in Neuseeland hochlädt. „Normalerweise haben meine Videos etwa 500-2000 Aufrufe, bei dem Vlog über die Rückholaktion waren es in kürzester Zeit bereits 1000“, berichtet Grünewald. In Quarantäne habe er nun viel Zeit, neue Videos seiner Zeit auf Reisen zu produzieren. Das 21-minütige Video über die Rückreise ist seit dem Wochenende online.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen zum Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Wegen der Corona-Pandemie wurden viele Flüge verschieben oder ganz gestrichen. Viele gestrandete Solinger bangten um ihre Rückreise.

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