Der Appell „Bleibt zu Hause“ verhallt

Der Wochenmarkt auf dem Neumarkt war nicht mehr ganz so gut besucht, wie es an anderen sonnigen Tagen sonst der Fall ist.
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Der Wochenmarkt auf dem Neumarkt war nicht mehr ganz so gut besucht, wie es an anderen sonnigen Tagen sonst der Fall ist.

Nicht alle setzen Maßnahmen in der City sofort um. Im Handel herrscht viel Ungewissheit.

Von Philipp Müller 

Solingen. Waren am Montag noch viele Menschen im Hofgarten unterwegs, war es am Dienstagmittag recht leer. Die Ruheinseln, auf denen sich eigentlich niemand aufhalten sollte, sind teilweise besucht. Sicherheitspersonal verweist die Kunden, denn der Besuch der „Shopping Mall“ ist nur zum Einkauf für den täglichen Bedarf geöffnet.

Kultureinrichtungen wie das Industriemuseum sind bereits geschlossen. Ab heute auch alle Spiel- und Bolzplätze.

Die Situation stellt sich am Dienstag so dar: Die Auflagen des Landes NRW und der Stadt Solingen werden nur teilweise umgesetzt. Erst recht nicht von der Bevölkerung. Es sind viele Jugendliche, die eigentlich daheim bleiben sollten, unterwegs. Aber auch ältere Solinger sonnen sich auf den Außenterrassen der Cafés. Der Appell „Bleiben Sie zu Hause“ verhallt offenbar ungehört.

Es herrschte trotz des Aufrufs, zu Hause zu bleiben, Betrieb in der Stadt – vor allem auf den Terrassen der Cafés.

Besonders betroffen von Einschränkungen ist die Gastronomie. So auch das Alex am Mühlenplatz. Dort wird der Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten. Mehr noch: Gäste werden nur bedient, wenn sie Name und Anschrift hinterlassen. Das gilt ab Mittwoch für alle Restaurants.

Das Kino Lumen darf bis zum 19. April keine Filme mehr zeigen. Auch Spielhallen und Wettbüros sind neben weiteren Geschäften geschlossen.

In den Eiscafés der Innenstadt herrscht eher Wildwuchs. Während das La Luna am Hofgarten auf der Terrasse große Abstände zwischen den Tischen lässt, sitzen die Gäste beim Eiscafé Dolomiten dicht an dicht. Das Ordnungsamt ist unterwegs und erklärt den Gastronomen, was zu tun ist. Das brauchen sie in den Gaststätten Kotten und Markttreff am Neumarkt nicht zu tun. Die sind bereits geschlossen. Am Markttreff versichert ein Zettel, man sei der Gesundheit des Personals und der Gäste verpflichtet und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

Markt in Solingen: Ein- und Ausgangsschleuse regelt Zugang zum Brotstand

Auf dem Markt herrscht deutlich weniger Betrieb als sonst. Aus der Reibeplätzchenbude kommt ein resigniertes Abwinken auf die Frage, wie es laufe. „Seit dem Morgen nicht gut.“ Anders am Brotstand von Udo Laufs. Brot ist auch in den Supermärkten gefragt und teilweise ausverkauft. „Ich habe normal zu tun, vielleicht etwas mehr“, erklärt der Markthändler. Als Abstandsschutz für die Gäste hat er aus Brotkörben eine Schleuse mit Ein- und Ausgang gebaut. Die Kunden warten artig und geduldig auf Einlass.

Am Markt liegt auch die Gaststätte Fasil. Dort ist jeder zweite Tisch mit einem Tuch abgedeckt, so wird der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten. Weil ab Mittwoch das Lokal ab 15 Uhr geschlossen sein muss, hat Mehmet Ates spontan einen Lieferservice aufgebaut, um ein wenig Umsatz zu retten.

Detlef Ammann, Modehändler an der Kirchstraße, steht ganz allein in seinem Laden. „Seit Montag ist der Umsatz eingebrochen. Dabei habe ich neue Ware bekommen.“ Der Vorsitzende der Händlergemeinschaft der City spricht von einer sehr gedrückten Stimmung unter den Kollegen. Keiner wisse, wie es weitergehe. Er beklagt, dass die Erlasse undeutlich seien.

Das sieht Gastronom Volker Brand vom Brandys auch so. Er ist auf dem Weg zur Bank. Er will am Nachmittag öffnen, da weiß er noch nicht, dass ab 15 Uhr Feierabend zu herrschen hat und es vorläufig die letzte Abendöffnung sein wird.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Live-Blog wird laufend aktualisiert.

FREIZEITANGEBOTE IN SOLINGEN

GESCHLOSSEN: Alle Kneipen, Cafés, Theater, Messen, Ausstellungen, Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spezialmärkte, Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen.

OFFEN: Restaurants von 6 bis 15 Uhr. Der Mindestabstand zwischen den Tischenbeträgt zwei Meter. Es gilt eine Besucherregistrierung mit Kontaktdaten.

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