Coronavirus

Delta-Variante: Eine weitere Infektionen in Solingen

Nur, wer bereits zwei Impfungen bekommen hat, ist vor Delta geschützt.
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Nur, wer bereits zwei Impfungen bekommen hat, ist vor Delta geschützt.

Bei der Reihentestung der Stadt bei 85 Personen sind zwei weitere Corona-Infektionen aufgetreten - Bei einer handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Infektion mit der Delta-Variante.

+++Update 23. Juni+++

Solingen. Bei der Reihentestung von 85 Personen im Zusammenhang mit der Delta-Variante des Coronavirus hat das Gesundheitsamt zwei weitere Infektionen entdeckt. Bei einer davon handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den dann zweiten Fall der Delta-Variante in der Klingenstadt, so Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges.

Der sichere Nachweis dauere rund zehn Tage, da die Variante noch nicht ohne weiteres sequenzierbar ist. Die zweite Infektion dagegen sei eine Alpha-Variante, sie ist derzeit am weitesten verbreitet. Einige wenige der 85 Tests stünden derzeit noch aus. Wie berichtet war in dieser Woche erstmals ein Fall einer Coronainfektion mit der Delta-Variante in Solingen entdeckt worden. Der betroffene Mann kam nicht von einer Reise aus einem Variantengebiet zurück – wo er sich infiziert hat, ist daher unklar.

Die Delta-Variante gilt als wesentlich ansteckender, gut geschützt sind nur bereits doppelt geimpfte Personen. Delta breitet sich deutschlandweit aus und macht in manchen Regionen schon mehr als 20 Prozent der Neuinfektionen aus. Die Inzidenzen sind derzeit allerdings weiter niedrig.

Unser Artikel vom 22. Juni

Solingen. Die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus, die sich derzeit vor allem in Großbritannien und Portugal ausbreitet, hat Solingen erreicht. Dr. Annette Heibges, Leiterin des Solinger Gesundheitsamtes, bestätigte den ersten Nachweis dieser Mutation (B.1.617.2) in der Klingenstadt.

Die Virusvariante Delta gilt als weitaus ansteckender, außerdem sind nach aktuellen Erkenntnissen nur Menschen mit beiden Impfungen gegen diese Variante gut geschützt.

Solingen: Von Schnelltests wird die Delta-Variante weniger gut erkannt

Der positiv getestete Mann habe keine Reiseanamnese, erklärte Heibges. Heißt: Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wo sich der Betroffene angesteckt hat – was etwa bei einem Aufenthalt in Großbritannien leicht zu erklären gewesen wäre. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus bereits stärker in der Klingenstadt ausgebreitet hat als bekannt. In der Region ist es definitiv weiter verbreitet: Wuppertal meldete am Dienstag 7 bestätigte Fälle und 16 Verdachtsfälle in Bezug auf die Deltavariante.

„Die Abstands- und Hygieneregeln helfen auch gegen die Variante.“

Dr. Annette Heibges, Leiterin des Gesundheitsamts

Nach dem Nachweis der Variante in Solingen habe das Gesundheitsamt einen ungewöhnlich großen Kreis um den positiv Getesteten gezogen. „Wir haben eine Reihentestung bei 85 Personen veranlasst, viele sind aufgrund engeren Kontakts auch in Quarantäne“, erklärte Heibges. Die Ergebnisse werden für den Mittwoch erwartet.

Dann wisse man zunächst aber nur, ob diejenigen positiv oder negativ seien – der Nachweis der Deltavariante koste derzeit leider viel Zeit, so Heibges. Rund zehn Tage dauere es, das zweifelsfrei festzustellen. Ein weiteres Problem: Von Schnelltests wird die Variante weniger gut erkannt. „Der Betroffene fühlte sich krank, der Schnelltest war aber negativ. Er hat sich vorbildlich verhalten und sicherheitshalber einen PCR-Test gemacht, der positiv war“, so Heibges.

Sie rät daher dazu, bei Krankheitssymptomen sofort die Kontakte zu reduzieren und im Zweifel den zuverlässigeren PCR-Test zu machen. Generell bittet Heibges um Vorsicht und appelliert an die Eigenverantwortung: „Die niedrigen Inzidenzzahlen geben keinen Anlass für Einschränkungen. Aber die Abstands- und Hygieneregeln helfen auch gegen die Variante. Also im Zweifel lieber eine Maske aufziehen.“

Die Stadt hofft derweil, dass das Impftempo anzieht. Ab Mittwoch können über die Kassenärztliche Vereinigung wieder Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum vereinbart werden. Für kommende Woche rechne die Stadt mit Impfstoff für 750 Personen, in der Woche darauf könnten wohl rund 1400 Personen erstgeimpft werden. „Für die Zeit ab dem 5. Juli liegen uns leider noch keine Zahlen vor“, so Stadtsprecher Thomas Kraft.

Neu ist, dass im Impfzentrum seit dem Wochenende QR-Codes mitverteilt werden, über die Geimpfte an einen digitalen Impfnachweis kommen. Das war ursprünglich ab 1. Juli geplant, konnte nun aber vorgezogen werden.

Obwohl es offiziell keine Impfpriorisierung mehr gibt, gilt das Angebot im Impfzentrum nicht für alle: Angesprochen sind Personen ab 60 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen und Beschäftigte in Krankenhäusern sowie in den (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Andere, die geimpft werden wollen, müssen sich an Ärzte oder Betriebsärzte wenden. Das gilt auch für Kinder zwischen 12 und 16 Jahren, für die eine Impfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird, etwa aufgrund einer Vorerkrankung.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte vorige Woche erklärt, dass bis Ende Juli alle impfwilligen Personen über 12 Jahren in NRW eine Erstimpfung erhalten können.

Termine

Online und telefonisch: Terminbuchungen sind über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) möglich – online schon ab 7 Uhr, telefonisch ab 8 Uhr.

termin.corona-impfung.nrw

Tel. (08 00) 116 117 01

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