Zwei Jahre Sars-CoV-2

Coronavirus in Solingen: Die Pandemie in Zahlen

Schnelltest auf Corona. Archivfoto: Christian Beier
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6379 offizielle Antigen-Schnelltests werden täglich in Solingen durchgeführt.

Heute vor zwei Jahren, am 9. März 2020, wurde Sars-CoV-2 erstmals in Solingen nachgewiesen. Wie sich die Pandemie seither entwickelt hat.

Von Björn Boch

Solingen. Die Welt, Deutschland und auch die Klingenstadt befinden sich im dritten Jahr der Corona-Pandemie. Das erste Mal in Solingen nachgewiesen wurde Sars-CoV-2 bei einem Test genau heute vor zwei Jahren: am Abend des 9. März 2020. Vier Erwachsene waren nach einem Urlaub in Südtirol positiv getestet worden. Fast einen Monat später, am 8. April, wurde der erste Solinger Todesfall bekannt. Inzidenzen wurden damals noch nicht ermittelt – und ein Impfstoff war in weiter Ferne. Ein Rückblick in Zahlen.

Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Solingen gibt es in unserem Blog.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus

271 Menschen, die in der Klingenstadt gemeldet waren, starben seit Beginn der Pandemie an oder mit Corona. Patienten, die beispielsweise in der Lungenfachklinik Bethanien gestorben sind, aber außerhalb Solingens gemeldet waren, sind in dieser Zahl nicht enthalten. Trauriger Höhepunkt war der 12. Dezember 2020 – die Stadt meldete sieben Todesfälle. Von den 271 Todesfällen waren 152 Männer und 119 Frauen – 151 Menschen waren älter als 80 Jahre, 100 zwischen 60 und 79 und 20 Personen zwischen 40 und 59 Jahre alt.

Die Zahl der geimpften Solinger

125 428 Menschen wurden in Solingen laut Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung bis Anfang März zweimal geimpft. Laut Statistischem Landesamt leben aktuell 159 193 Menschen in der Klingenstadt – diese Zahl wird beispielsweise für die Berechnung der Inzidenz herangezogen, weshalb wir sie hier übernehmen (die Stadt selbst geht von 162 948 Einwohnern aus).

Doppelt geimpft sind zu Beginn des dritten Pandemiejahres 78,8 Prozent der Bevölkerung. Den Booster haben sich 101 034 Menschen impfen lassen (63,5 Prozent). Beide Werte stiegen in den vergangenen Wochen nur noch langsam – teils deutlich unter einem Prozent. Da nur die Postleitzahl der Impfstelle erfasst wird, nicht der Wohnort der Geimpften, sind in der Zahl Nicht-Solinger enthalten, die sich in der Klingenstadt haben impfen lassen. Dafür fehlen Solinger, die andernorts geimpft wurden, etwa am Arbeitsort. So ist auch zu erklären, dass es in Solingen mehr Zweit- als Erstimpfungen gibt.

Die Zahl der Coronainfektionen

37 250 bestätigte Coronainfektionen seit Beginn der Coronapandemie meldete die Stadt am Dienstag. Statistisch gesehen waren also 23,4 Prozent der Solingerinnen und Solinger von der Krankheit betroffen – beinahe jeder Vierte. Das ist allerdings nur ein statistischer Wert, da es auch Menschen gab, die sich mehrfach infiziert haben. Diese Einschränkung gilt auch für die Fälle nach Altersgruppen.

1822 Fälle gab es bei Jungen im Alter von 5 bis 9 Jahren – sie sind damit, betrachtet man die Altersgruppen in Fünf-Jahres-Schritten, die am stärksten betroffene Gruppe. Es folgen die Mädchen im selben Alter (aktuell 1737 Fälle laut Landeszentrum Gesundheit). Danach folgen die 10- bis 14-Jährigen – jeweils mehr als 1650 Mädchen und Jungen. Ähnlich hohe Werte verzeichnen nur die Frauen bei den 30- bis 34- sowie den 35- bis 39-Jährigen. In fast allen erwachsenen Altersgruppen gibt es mehr weibliche als männliche Betroffene.

2582,4 Diesen bislang mit Abstand höchsten Wert bei der Sieben-Tage-Inzidenz meldete der Stadtdienst Gesundheit für den 17. Februar. Somit hatten sich binnen einer Woche mehr als 4100 Solingerinnen und Solinger mit Sars-Cov-2 infiziert. Allein auf den 16. Februar hatte das Gesundheitsamt 1101 Infektionen datiert – der bislang einzige Tag mit einem vierstelligen Wert. Ein Teil dieser Infektionen könnte allerdings älter gewesen sein: Anfang Februar hatte es Erfassungsprobleme nach einem Softwareupdate gegeben.

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen

28 Intensivbetten waren in der Spitze von Covid-19-Patienten belegt – 19 von ihnen mussten beatmet werden. Insgesamt 67 belegten Intensivbetten standen da noch 9 freie Betten gegenüber.

Corona-Tests in Solingen

6379 - So viele offizielle Antigen-Schnelltests („Bürgertests“) wurden in den ersten Wochen des Jahres im Schnitt in der Klingenstadt durchgeführt – täglich. Dennoch wird in Solingen im Vergleich zu anderen Städten eher wenig getestet. Alle Städte und Kreise in der Region wiesen nach ST-Recherchen höhere Testquoten auf.

77 Teststellen gibt es im Stadtgebiet. Die Zahl ist seit Herbst vorigen Jahres kontinuierlich gestiegen. Allerdings ist aufgrund der aktuellen Lockerungen – und damit weniger benötigten Testnachweisen – ein Rückgang der Nachfrage und damit der Zahl der Testzentren in naher Zukunft wahrscheinlich.

Städtische Impfstellen für alle ab 12 Jahren

2 Impfstellen sind derzeit geöffnet – im ehemaligen P&C-Gebäude in Mitte sowie auf dem Gelände von Bethanien in Aufderhöhe. Dort wird nur noch freitags geimpft, in Mitte noch mittwochs, freitags und samstags. Die Nachfrage nach Boosterimpfungen sinkt seit etwa Mitte Februar deutlich, so dass das Angebot an Impfstellen und Impfterminen reduziert wurde.

Impfzentrum (ehem. P&C)Kölner Straße 144mittwochs, freitags, samstags 10 bis 18 Uhr
Impfstation im Krankenhaus BethanienAufderhöher Straße 169freitags 17 bis 20 Uhr

Solinger gingen auf die Straße

650 Solingerinnen und Solinger demonstrierten nach Polizeiangaben im Februar unter dem Motto „Solingen Hand in Hand“ für Verantwortung, Achtsamkeit und Respekt in der Pandemie. Das war auch eine Reaktion auf die Entwicklungen rund um die Gruppe „Solinger Widerstand“ – zu Jahresbeginn waren mehr als 500 Menschen unter anderem gegen die Impfpflicht durch die Klingenstadt gezogen. Nach Coronaauflagen aufgrund hoher Inzidenzen gab es keine offiziellen Demonstrationen mehr, sondern sogenannte „Spaziergänge“ mit deutlich weniger Teilnehmern. Die Gruppe hat sich inzwischen in „Solingen in Bewegung“ umbenannt und zahlreiche Aktionen für den März angekündigt.

50 000 000 Euro: Die Stadt geht davon aus, dass sich die Kosten der Corona-Pandemie in Solingen auf mindestens diesen Millionenbetrag belaufen. Das bedeutet auch neue Schulden in dieser Größenordnung. Diese Summe wurde zuletzt bei den Haushaltsplanungen 2022 genannt. Allerdings belasten die Schulden zumindest die aktuellen Haushalte nicht. Sie sollen nach den Vorgaben des Landes NRW in einen Schattenhaushalt ausgelagert und in den Jahren 2025 bis 2074 abgezahlt werden.

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