Corona-Krise

Viele Urlauber kehren aus Risikogebieten zurück

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Quarantänepflicht lässt sich kaum vollständig kontrollieren.

Von Kristin Dowe

Solingen. Ferienzeit ist Reisezeit – und trotz der Corona-Krise kehren in diesen Tagen zahlreiche Solinger aus Urlaubsorten zurück, die vom Auswärtigen Amt als Risikogebiete ausgewiesen wurden. Die Regelung des Landes ist zwar klar – wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich zunächst 14 Tage in Quarantäne begeben und sich bei seinem örtlichen Gesundheitsamt melden – die Kontrollmöglichkeiten der Behörden, ob Rückkehrer dieser Pflicht auch tatsächlich nachkommen, aber begrenzt.

„Es gibt viele verschiedene Einreisewege, natürlich würde eine zentrale Kontrolle entlasten“, gibt Rathaussprecherin Birgit Wenning-Paulsen etwa in Bezug auf die Flughäfen zu bedenken. Denn dort wird den Heimkehrern nur ein Informationsblatt mit weiteren Anweisungen ausgehändigt, Kontrollen finden dort nicht statt. Einige Flughäfen bieten immerhin einen Corona-Schnelltest an. Wenn dieser innerhalb von 48 Stunden negativ ausfällt, kann der Reisende die zweiwöchige Quarantänezeit umgehen. Kostenpunkt: 90 Euro.

Derweil überprüfe das Gesundheitsamt die Einhaltung der Quarantäne „durch unangekündigte Anrufe bei den Betroffenen oder bei Bedarf auch durch Aufsuchen durch den Stadtdienst Ordnung“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Konkrete Zahlen, wie viele Solinger bislang aus Risikogebieten zurückgekehrt sind, lägen nicht vor, doch sei die Zahl deutlich gestiegen. „Die meisten sind Rückkehrer aus der Türkei, auch einige aus den USA sind vertreten, so Wenning-Paulsen. Grundsätzlich empfehle die Stadt Bürgern, sich bei ihren Urlaubsplänen an den Reisehinweisen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zu orientieren.

Auch die Senioren-Union des CDU-Kreisverbandes Solingen beschäftigt sich mit der Problematik. „Wir sollten darüber nachdenken, ob Heimkehrer aus besonders belasteten Regionen nicht allgemein bei der Einreise einen Corona-Test ablegen müssen“, regt deren Kreisvorsitzender Hansjörg Schweikhart an und kritisiert teils verantwortungsloses Verhalten einiger Reisender, die Abstandsregeln und Maskenpflicht bewusst missachteten. „Es geht darum, eine zweite Ansteckungswelle zu verhindern.“

Auch bei den Reiseanbietern sei das Thema angekommen, berichtet Thomas Güthues vom Derpart Reisebüro Dahmen. „Wir weisen unsere Kunden auf die Informationen des Auswärtigen Amtes hin und raten auch schon mal von einer Buchung ab, wenn für das Land eine Reisewarnung gilt.“ Als Alternative seien Ziele in Deutschland – etwa für Wander- und Aktivurlaube – aber auch Urlaubsländer innerhalb der EU – wie beispielsweise Griechenland – gefragt. Die Corona-Krise habe die Tourismusbranche aber dennoch schwer getroffen.

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