Pandemie

Corona: Schülervertreter schreiben offenen Brief an die Schulministerin

Andrea Schaumlöffel, Leiterin des Gymnasiums Vogelsang, muss sich wie das gesamte Kollegium auf Corona testen lassen. Archivfoto:
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Andrea Schaumlöffel, Leiterin des Gymnasiums Vogelsang, muss sich wie das gesamte Kollegium auf Corona testen lassen.

Nach einer Infektion im Kollegium müssen alle Lehrer und einige Schüler getestet werden.

Von Anja Kriskofski und Andreas Tews

Solingen. 21 Lehrer und 109 Schüler des Gymnasiums Vogelsang waren am Montagmorgen bereits in Quarantäne. Nun muss die Schule bis voraussichtlich Donnerstag ganz geschlossen werden: Ein Lehrer hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Da am 2. November ein pädagogischer Tag für das Kollegium stattfand, werden nun alle Lehrkräfte getestet. Bis das negative Ergebnis vorliegt, müssen alle in Quarantäne. Die von dem infizierten Lehrer unterrichteten rund 50 Schüler sowie sechs Kollegen, die beim pädagogischen Tag in seiner Arbeitsgruppe waren, müssen 14 Tage zu Hause bleiben. Neben dem Lehrer seien auch sechs Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 infiziert, hieß es aus dem Rathaus.

Dass sich die Lage an den Schulen zuspitzt, teilte die Stadtspitze am Montag bei einer Pressekonferenz zum Wirtschaftsstandort Solingen mit. Laut Rathaussprecher Thomas Kraft waren am Montag 276 Lehrer und 2049 Schüler in Corona-Quarantäne. Betroffen davon waren demnach 111 Klassen und zwölf Gruppen der offenen Ganztagsbetreuung (OGS). Positiv getestet wurden 13 Lehrer, weitere 33 Bedienstete –vor allem Betreuer der OGS –und 80 Schüler. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) zeigte sich angesichts dieser Zahlen besorgt. Er sieht die Gefahr, dass das Gesundheitsamt durch die vielen Fälle an Schulen „über seine Grenzen hinaus“ gefordert sein könnte.

Solingen: Schülervertreter schreiben offenen Brief an die Schulministerin

Das gilt auch für die Schulen: „Wir sind von morgens bis abends mit Listen beschäftigt“, sagt Andrea Schaumlöffel, Leiterin des Gymnasiums Vogelsang. Angesichts der Coronafälle müssten die Schulen immer ganz schnell reagieren.

Die steigenden Infektions- und Quarantänezahlen befeuern die Diskussion um den Solinger Weg: Das NRW-Gesundheitsministerium hatte die Halbierung der Klassen abgelehnt. Am Montag wandten sich die Schülervertretungen mehrer Solinger Schulen in einem offenen Brief an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Sie unterstützten den Solinger Weg, heißt es darin. „Die aktuellen Maßnahmen sind in Anbetracht dessen, dass 35 von 40 Schulen von Corona betroffen sind, unzureichend.“ Die Schülervertreter fürchten, dass sich die Lage weiter verschlechtert, „bis eine Schulschließung möglicherweise unumgänglich ist“.

Rouven Böttner ist Schülersprecher des Gymnasiums Vogelsang: „Schon seit letzter Woche musste viel Unterricht ausfallen“, berichtet er. Der Hybridunterricht wäre eine Möglichkeit, um mehr Distanz zwischen den Schülern zu schaffen. „Anders als im Frühjahr gibt es jetzt Lernplattformen, die laufen“, sagt Pia Vierling von der Schülervertretung des Humboldtgymnasiums. Auch Till Burberg, Schülersprecher der Geschwister-Scholl-Schule, hat den offenen Brief unterzeichnet. „Bevor alle ins Homeschooling müssen, wäre es besser, die Klassen zu halbieren.“ Seine Stufe hat es bereits getroffen: Die Q1 ist nach einem Corona-Fall in Quarantäne.

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