Pandemie

Corona: Mehr Menschen lassen sich bei Ärzten testen

Nicht alle Ärzte können ihre Patienten auf das Coronavirus testen. In vielen Fällen fehlen Schutzkleidung oder passende Räume.
+
Nicht alle Ärzte können ihre Patienten auf das Coronavirus testen. In vielen Fällen fehlen Schutzkleidung oder passende Räume.

Neben Reiserückkehrern lassen auch Lehrer und Erzieher Abstriche machen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Immer mehr Menschen kehren aus dem Urlaub zurück, seit dieser Woche können sich auch Lehrer und Erzieher kostenlos auf das Coronavirus testen lassen: In den niedergelassenen Arztpraxen zieht die Zahl der Testungen an. Acht Abstriche habe er am Montag genommen, sagt Dr. Stephan Kochen, Internist und Vorsitzender des Ärztenetzwerks Solimed: „So viele hatte ich noch nie an einem Tag.“ Die Zahl der Testungen sei für die niedergelassenen Ärzte zwar „grenzwertig, aber noch machbar“.

Wer aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen zurückkehrt, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben oder ein negatives Testergebnis vorweisen. Der Test ist für sie kostenlos. „Sie müssen das Risikogebiet benennen und eine entsprechende Erklärung unterschreiben“, erklärt Kochen. Er habe unter anderem Solinger getestet, die aus der Türkei oder aus Ägypten zurückgekehrt seien.

Solingen: Schutzkittel werden knapp in der Praxis

Kostenlos getestet werden zudem Menschen mit Erkältungssymptomen sowie jeder, dessen Corona-Warn-App anschlägt. Hinzu kommen nun Lehrer und Erzieher. Erstere können sich laut NRW-Gesundheitsministerium in ungeraden Kalenderwochen einem Coronatest unterziehen, Beschäftigte in der Kinderbetreuung in geraden wie in dieser Woche. „Sie brauchen dafür jedoch eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers.“ Um alle Mitarbeiter testen lassen zu können, habe eine Kindertagesstätte bei einer Hausärztin einen Termin vereinbart, sagt Kochen.

Er selbst nimmt die Abstriche auf das Coronavirus in einer eigenen Infektionssprechstunde in der Garage neben der Gemeinschaftspraxis, ausgerüstet mit Schutzkleidung. So trennt er potenziell Infizierte von den übrigen Patienten und den Mitarbeitern in der Praxis. Angesichts der vielen Testungen gehe jedoch das Material aus. „Masken sind kein Problem, aber ich habe nur noch acht Schutzkittel. Sind die verbraucht, muss ich aufhören zu testen.“ Manche Praxen könnten gar keine Abstriche nehmen: „Entweder fehlt die Schutzkleidung oder die Räume sind nicht so, dass man Patienten trennen kann.“

Dr. Annette Heibges, Leiterin des Gesundheitsamts, fordert Disziplin, denn die Corona-Zahlen bereiten große Sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Betriebsärztin impft 270 BIA-Mitarbeiter - Coronaschutzregeln verlängert
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad
Unbekannte töten Frösche am Heidebad

Kommentare