Pandemie

Corona: Kritiker der Maßnahmen verteilen Infoblätter

Corona-kritische Grafiken und Infoblätter sind in einem Schaukasten in Gräfrath ausgehängt. Foto: Tim Oelbermann
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Corona-kritische Grafiken und Infoblätter sind in einem Schaukasten in Gräfrath ausgehängt.

In Gräfrath gibt es einen Schaukasten, ein Arzt verteilt Flyer.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Nicht erst seit dem aktuellen Teil-Lockdown zur Eindämmung der Pandemie werden auch Stimmen laut, die Zweifel an der Notwendigkeit der umfangreichen Maßnahmen und an dem Weg zur Bekämpfung des Coronavirus haben. So sind ST-Lesern etwa in Gräfrath Schaukästen mit Infoblättern und Grafiken aufgefallen, die das Virus und seine Auswirkungen verharmlosen. Einen davon hat das Institut für Potenzial-Entwicklung Keuchel-Kluth an der Wuppertaler Straße aufgestellt. „Positiv ist nicht krank“, „Maskenpflicht an Schulen – und was, wenn Kinder gar nicht ansteckend sind“ oder „So gefährlich wie eine Autofahrt“ sind die Schlagzeilen.

Maria Keuchel erklärt ihre kritische Sichtweise auf die Corona-Pandemie und die getroffenen Maßnahmen: „Wir haben uns vielseitig informiert, etwa darüber, was ein Coronatest tatsächlich aussagt.“ Ein positives Testergebnis weise nicht explizit das Virus nach, vielmehr könne auch eine andere Immunabwehr dargestellt werden, so ihre Ansicht.

Sie befürchtet, dass die täglich dargestellten Zahlen von Infizierten und Erkrankten den Menschen Angst machten. „Ich würde mir wünschen, dass bei einem positiven Testergebnis weiter geschaut wird, etwa mit einem Antikörper-Test kontrolliert wird, ob tatsächlich eine Coronainfektion vorliegt.“ Maria Keuchel hält es auch für problematisch, in großem Umfang Menschen zu testen, die keine Symptome haben.

Auch eine Patientin des Gynäkologen Dr. Marek Jachowski in der Innenstadt war irritiert über einen Flyer, den ihr der Arzt aushändigte. Die Grafik zeigt die Zahl der Todesfälle mit Covid-19 im Vergleich zur jährlichen Grippewelle. „Ich möchte meine Patienten informieren und ihnen die Angst nehmen, etwa aus Sorge vor Corona nicht zum Arzt zu gehen“, erklärt der Gynäkologe auf ST-Nachfrage. Er wolle keinesfalls damit zum Ausdruck bringen, dass er das Coronavirus für ungefährlich halte. „Aber es ist eben auch nicht so, dass jeder Infizierte sterben muss.“ Die Statistik, die er an seine Patienten verteilt hat, habe er in einer Ärztezeitschrift gefunden.

Bei der Solinger Kassenärztlichen Vereinigung war der Fall bislang noch kein Thema. „Ich gehe davon aus, dass diese Sicht ein Einzelfall ist“, erklärt der Solinger KV-Vorsitzende Dr. Stephan Lenz. Der Großteil der Ärzte stehe hinter dem gemeinsamen Weg der Solinger Mediziner zur Bekämpfung der Pandemie. „Aber auch Ärzte spiegeln den Querschnitt der Gesellschaft – und damit auch die kritischen Stimmen“, so Lenz.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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