Pandemie

Jugendkultur wird trotz Corona aufrecht erhalten

Die Kinder des Ferienprogramms des Vereins „Wir in der Hasseldelle“ waren im Rollhaus zu Besuch. Foto: Tim Oelbermann
+
Die Kinder des Ferienprogramms des Vereins „Wir in der Hasseldelle“ waren im Rollhaus zu Besuch.

Probenraumhaus Monkeys, Skater im Rollhaus und Co. in Zeiten der Corona-Krise.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Aufgrund der Corona-Krise fallen viele Veranstaltungen aus, Partys können nicht stattfinden und auch viele Angebote für Kinder und Jugendliche finden gar nicht oder nur eingeschränkt statt. Dadurch leidet die Jugendkultur. „Es ist wichtig, die bestehenden Angebote wieder ans Laufen zu bekommen“, sagt Lilian Muscutt vom Probenraumhaus Monkeys. Denn Jugendkultur hat einen hohen Stellenwert in Solingen, betont Patricia Stute, Jugendförderung Stadt Solingen: „Kulturelle Bildung macht nicht nur Spaß macht, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zur Identitätsbildung und gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und kann deren Selbstbewusstsein stärken kann.“

Solingen: Probenraumhaus, Rollhaus und Vereine starten mit Angeboten

Das Probenraumhaus bietet Angebote für junge Musiker an. Einmal die Woche findet immer dienstags die Jamsession statt, das Café ist geschlossen. Überall muss Maske getragen, Abstand gehalten und gelüftet werden. Auch Desinfektionsmittel und eine Anmeldung vorab dürfen nicht fehlen. „Wir sind immer noch auf der Bremse, aber der Spaß, denn die Teilnehmer bei den Angeboten haben, zeigt uns, dass die Jugendlichen das brauchen“, so Muscutt. Dennoch ist sie sich sicher, bringt auch das Vergnügen nichts, wenn sich die Jugendlichen infizieren: „Es muss trotzdem sicher sein.“

Regen Zulauf hat das Rollhaus als Anlaufstelle für junge Skater und Biker, bestätigt Stefan Pleuger, stellvertretender Leiter der Jugendeinrichtung. Und das trotz der derzeitigen Einschränkungen.

Für eine Session – sie werden zweimal am Tag für je zwei Stunden mit maximal zehn Personen angeboten – müssen die Jugendlichen sich telefonisch (Tel. 2 21 61 49) anmelden. „Das klappt mittlerweile sehr gut. Zu Beginn waren die Anrufer sehr verhalten.“ So hätten alle gelernt, wie Termine gemacht werden, berichtet Pleuger.

Das Jugendcafé habe geschlossen, die Skater und Biker können nur zum Verschnaufen in die obere Etage kommen. Und da muss Abstand gehalten und Maske getragen werden. „Schön ist das nicht, denn eine Jugendeinrichtung lebt davon, dass die Freunde gemeinsam auf der Couch sitzen, dass sie Nähe zueinander haben“, erklärt Pleuger die Bedeutung des Treffpunktes, „Aber da bin ich verpflichtet, mich durchzusetzen, und auf die Einhaltung der Regeln zu bestehen.“

Probleme habe es jedoch noch nie gegeben. „Ich freue mich, wenn es wieder wie früher wird“, betont der Sozialpädagoge.

Auch Regina Fluck machte die Beobachtung, dass die Kinder bei den Angeboten, dazu zählt bei dem Verein Wir in der Hasseldelle sowohl die Nachmittagsbetreuung als auch das wöchentliche „teenhaus“, in dem sich die Jugendlichen zum Spielen und quatschen treffen, nach dem Lockdown zunächst verhalten waren. Jetzt seien sie aber wieder „warm und anstrengend“. „Es ist wichtig, dass die Jugendkultur gefördert wird“, betont die Leiterin des Jugend- und Kulturzentrums. Derzeit gehe das aber nicht wie gewohnt. „Wir haben derzeit Ferienprogramm, und ein Kind konnte aufgrund der Quarantäne nach einem Tag nicht mehr teilnehmen“, bedauert Fluck. Dennoch hat sie den Eindruck, dass Kinder und Jugendliche mit den neuen Gegebenheiten wie der Maske besser umgehen können als die Erwachsenen. Angebote böten zusätzlich Ablenkung.

Die neuesten Nachrichten rund um das Corona-Virus finden Sie hier: Unser Blog für Solingen wird laufend aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen

Kommentare