Pandemie

Jede Schule muss Antrag auf Distanzunterricht einzeln stellen

Schuldezernentin Dagmar Becker vermisst eine klare Regel. Foto: mis
+
Schuldezernentin Dagmar Becker vermisst eine klare Regel.

Distanzunterricht wird nicht stadtweit umgesetzt – Corona-Regeln seit Mitternacht verschärft.

Von Björn Boch

Solingen. Seit Montagnachmittag ist die neue Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) des Landes NRW öffentlich – die Stadt hatte bereits kurz zuvor ihre bisherige Allgemeinverfügung verlängert. „Wir brauchten Rechtssicherheit für die speziellen Solinger Regeln, zum Beispiel für die Gebiete, in denen Maskenpflicht gilt“, erklärte Stadtsprecher Thomas Kraft. Die CoronaSchVO gilt seit Mitternacht – vorerst bis zum 20. Dezember. Die Stadt arbeitet nun an einer neuen Allgemeinverfügung. Bestimmte Abschnitte der Verordnung wie das Verbot von Feuerwerk auf belebten Plätzen und Straßen müssen noch für Solingen definiert werden.

Möglich ist, dass die Stadt aufgrund weiterhin hoher Inzidenzzahlen (am Montag lag der Wert bei 227,6) schärfere Regeln festsetzt – oder vom Land dazu aufgerufen wird. Änderungen müssen laut Verordnung „im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales“ geschehen. Unklar sei der Stadtverwaltung, ob man nun selbst Vorschläge machen solle oder vom Ministerium aufgefordert werde. Der Passus soll am Dienstag im Krisenstab beraten werden. Die Verwaltungsspitze hatte das Land in der Vorwoche gedrängt, die Schutzverordnung vor dem Wochenende auf den Weg zu bringen. Das ist nicht passiert. Andere Bundesländer hätten die Verordnung weit früher zu Verfügung gestellt, heißt es aus dem Rathaus.

Seit Montagmittag ist klar, dass es an den Schulen weiterhin keinen „Solinger Weg“ – also die Mischung aus Unterricht vor Ort und zu Hause – geben wird. Stadt und Schulen wollten so Kontakte reduzieren und Infektionszahlen senken. In einer E-Mail schreibt das Ministerium: „Wenn das Pandemiegeschehen an einer konkreten Schule dazu führt, dass Präsenzunterricht nicht mehr in ausreichendem Maß erteilt werden kann, richtet die Schulleitung Distanzunterricht ein.“

Laut Solingens Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) muss jede Schulleitung eine Änderung des Unterrichtskonzeptes mit der Bezirksregierung abstimmen. Bei der Stadt habe man leider damit gerechnet, dass es so komme. „Ich hoffe, dass im Sinne des Infektionsschutzes und des geordneten Lernens flexibel damit umgegangen wird. Und dass Schulen, die hohe Quarantäne- oder Infektionszahlen haben, entsprechend reagieren dürfen“, sagte Becker. Eine generelle, stadtweite Lösung bei hohen Inzidenzzahlen hätte den Schulen mehr Planungssicherheit gegeben, so Becker.

Das sagt auch Peter Wirtz, Sprecher des Sprecherrats der Solinger Schulen, der sich eine Regelung, basierend auf Inzidenzwerten, gewünscht hätte. „Nun haben wir keine klaren Richtlinien, draußen wird es immer kälter, was das Lüften erschwert und wir merken, dass die Gesundheitsämter über ihren Grenzen sind“ – etwa bei der Anordnung von Quarantäne. Die Schulleiter beraten in dieser Woche, wie sie weiter vorgehen wollen.

Ab Mitternacht gelten weitere Einschränkungen. 

Eine Übersicht

Kontakte: Private Zusammenkünfte sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgerechnet. Vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar 2021 sind Treffen im engsten Familien- oder Freundeskreis mit maximal zehn Personen gestattet – Kinder bis 14 Jahre sind ebenfalls zusätzlich erlaubt.

Arbeit: In Arbeits- und Betriebsstätten ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen – dies gilt nicht am Platz, sofern ein Abstand von 1,5 Meter zu weiteren Personen eingehalten werden kann. Arbeitgeber sollen Homeoffice ermöglichen sowie rund um Weihnachten Betriebsferien prüfen.

Masken: Neben der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen (öffentlich zugänglich) gilt diese nun auch im Freien, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Für die Solinger Fußgängerzonen galt das bereits, nun auch für das unmittelbare Umfeld von Einzelhandelsgeschäften, etwa auf Parkplätzen.

Handel: Der Einzelhandel bleibt offen. Es gilt: Ein Kunde pro zehn Quadratmeter – und bezogen auf die Fläche, die über 800 Quadratmeter hinausgeht, nur noch ein Kunde pro zwanzig Quadratmeter.

Silvester: Es wird empfohlen, auf Feuerwerk zu verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen wird Feuerwerk untersagt. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sind verboten.

Corona-Regeln

Die neue Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) des Landes NRW auf der Seite des Ministeriums.

In unserem Artikel gibt es eine Übersicht über die aktuell geltenden Regeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare