Pandemie

Corona: Hilfe der Bundeswehr ist laut Stadt „noch nicht notwendig“

In Remscheid unterstützt die Bundeswehr derweil das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten. In Solingen ist ein solcher Einsatz zurzeit noch nicht angedacht.
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In Remscheid unterstützt die Bundeswehr derweil das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten. In Solingen ist ein solcher Einsatz zurzeit noch nicht angedacht.

So viele Solinger wie noch nie in stationärer Behandlung.

Solingen. Viele Städte haben bereits auf Hilfe der Bundeswehr bei der Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten zurückgegriffen. Für die Stadt Solingen sei das derzeit „noch nicht notwendig“, sagte Pressesprecher Lutz Peters auf ST-Anfrage. „Die Bundeswehr ist für uns eine Option, die wir uns offenhalten, aber noch nicht ziehen.“ Die Kontakt-Recherche sei noch mit eigenem Personal zu bewältigen.

Unterstützung benötige die Stadt im Bereich des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), weshalb die Verwaltung ein Amtshilfeersuchen an Polizei und Bundespolizei geschickt hat – wir berichteten. Die Bundeswehr darf in diesem Bereich nicht eingesetzt werden, das verbietet das Grundgesetz.

Solingen: Soldaten müssten zunächst geschult werden

Kräfte, die Kenntnis vom Ordnungsrecht hätten – etwa auch von der Verhältnismäßigkeit der Mittel bei Verstößen – seien nicht leicht zu finden und auch nicht schnell zu schulen, betonte Peters. „Der Kontakt mit dem Bürger muss professionell bleiben“, sagte er mit Blick auf den KOD.

Bei der Bundeswehr müsse berücksichtigt werden, dass die Soldaten nicht vom einen auf den anderen Tag eingesetzt werden könnten, sondern für die Kontaktverfolgung ebenfalls geschult werden müssten, so Peters. Außerdem stelle sich die Frage der Unterbringung. „In der Gesamtschau“ sei die Stadt deshalb der Meinung, dass die Unterstützung noch nicht benötigt werde.

Das Zahlenwerk rund um Corona zeigte keinen einheitlichen Trend. 28 Solinger in stationärer Behandlung bedeuten einen Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Leicht gesunken sind dagegen sowohl der Inzidenzwert als auch die Zahl der derzeit nachgewiesen Infizierten.

Zwar stieg die Zahl der neu Infizierten um 21 an, mehr Menschen sind aber vom Virus genesen und fallen damit aus dieser Statistik raus. Die Zahl der Solinger, die in Quarantäne müssen, steigt wieder: von 1669 am Samstag über 1727 am Sonntag auf 1822. bjb

Standpunkt: Warum Hilfe ablehnen?

stefan.kob@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Stefan M. Kob

Die Stadt hält es für „noch nicht“ notwendig, bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten auf die angebotene Hilfe der Bundeswehr zurückzugreifen. Angesichts einer Inzidenzzahl jenseits der 200, mit der man landesweit zur absoluten Spitze zählt, eine bemerkenswerte Aussage. 

In Remscheid rückten Uniformierte schon bei einem Wert unter 80 ein, um die Kontakte nachzutelefonieren. Und haben gute Arbeit geleistet. In Solingen ist man stolz darauf, alles ganz allein zu stemmen. Man staunt ja schon, wo all die Mitarbeiter bisher gesteckt haben und was womöglich jetzt alles liegenbleibt. Denn bei den tausenden täglichen Telefonaten wird doch jede helfende Hand gebraucht – und sei es, um eigene Kräfte freizuschaufeln, die draußen mit dem Ordnungsdienst für die Einhaltung der Corona-Regeln sorgen. Dafür hätte Solingen gerne Bundespolizisten bekommen – die es nicht gibt, weil die Bürokratie-Hürde zu hoch ist. Warum aber nicht den Spatz in der Hand nehmen, statt der Taube auf dem Dach nachzutrauern? Wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen?

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