Vorläufige Zahlen

Corona: Stadtwerke verkaufen weniger Energie - Stadt zahlt

Die Stadtwerke meldeten für ihre Energiesparte einen Corona-Schaden von 976 000 Euro. Foto: Christian Beier
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Die Stadtwerke meldeten für ihre Energiesparte einen Corona-Schaden von 976 000 Euro.

Stadt gleicht Belastungen durch Corona aus. Klinikum, Verkehrsbetrieb, Kunstmuseum und Gründerzentrum brauchen ebenfalls Zuschuss.

Von Andreas Tews

Solingen. Unter den städtischen Unternehmen, die bei der Stadt für 2021 eine pandemiebedingte Belastung angemeldet haben, sind auch die Stadtwerke. Allein für die Energieversorgungssparte könnte auf die Stadtkasse eine Finanzstütze von 976.000 Euro zukommen.

Die Einbußen seien vor allem auf einen gesunkenen Energieabsatz bei Industrie- und Handelskunden zurückzuführen, berichtet das Rathaus auf ST-Anfrage. Dabei sind die Solinger Stadtwerke kein Einzelfall. Auch in anderen Städten lag bei den Stadtwerken der Energieabsatz coronabedingt unter dem früherer Jahre. Dies bestätigte zum Beispiel für Wuppertal ein Sprecher der dortigen Stadtwerke.

Bei einigen Dienstleistungen fielen Kliniken als Kunden weg

Insgesamt muss die Stadt Solingen ihren Tochterunternehmen voraussichtlich mit 5,8 Millionen Euro unter die Arme greifen. Der größte Betrag fällt mit 4,3 Millionen Euro beim Städtischen Klinikum an. Beim Verkehrsbetrieb der Stadtwerke sind es 427.000 Euro, beim Kunstmuseum 31.000 Euro und beim Gründer- und Technologiezentrum 24.000 Euro. Die Bädergesellschaft und die Bergische Volkshochschule haben nach Angaben des Rathauses für 2021 keine pandemiebedingten Belastungen gemeldet.

Der gesunkene Energieabsatz bei gewerblichen Stadtwerke-Kunden sei auf die coronabedingten Schließungen in Industrie und Handel zurückzuführen, berichtet das Rathaus.

Auch Dienstleistungsgeschäfte konnten die Stadtwerke im vergangenen Jahr nur in geringerem Maße abschließen. Darunter fällt unter anderem die Beratung zu Energieversorgung oder eigener Energieproduktion, der Abrechnungs- und Ableseservice im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch, Wärmebildkamera-Untersuchungen oder das Ausstellen von Gebäudeenergieausweisen.

Der Rückgang sei hier darauf zurückzuführen, dass eine wesentliche Zielgruppe im Bereich der Dienstleistungskonzepte die Kliniken seien. Wegen pandemiebedingter Arbeitsbelastung und der Kontaktsperren seien die Krankenhäuser in dieser Zeit als Kunden weggefallen.
Alles zur Corona-Lage in Solingen lesen Sie in unserem Live-Blog.

Die Finanzstützen hat der Stadtrat mittlerweile grundsätzlich beschlossen. Es handele sich aber noch um vorläufige Zahlen, heißt es aus dem Rathaus. Durch den politischen Beschluss könne die Verwaltung tatsächliche bilanzielle Folgen ausgleichen.

Auch solche städtische Unternehmen, die bislang finanziell auf gesunden Füßen standen, gerieten durch die Pandemie in eine bedenkliche Situation, teilte das Rathaus mit. Die Stadt habe ein großes Interesse daran, sie zu erhalten.

Standpunkt von Andreas Tews: Verantwortung für die Töchter wächst

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Dass sich die Folgen der Pandemie negativ auf die Bilanzen der städtischen Unternehmen auswirken, ist keine Überraschung. Beim Klinikum – durch den zusätzlichen Aufwand und verschobene planbare Operationen – und beim Verkehrsbetrieb der Stadtwerke – wegen der gesunkenen Fahrgastzahlen – liegt dies förmlich auf der Hand.

Dass auch die Energiesparte der Stadtwerke von coronabedingten Einbußen berichtet und deswegen finanzielle Hilfen der Stadt benötigt, hat viele überrascht.

Auf den zweiten Blick ist aber auch dies nachvollziehbar. Landauf, landab berichten die Energieversorger davon, dass gewerbliche (Groß-) Kunden während der Lockdowns deutlich weniger Energie verbraucht haben. Die Stadt Solingen hat sich verpflichtet, finanzielle Corona-Folgen ihrer Töchter auszugleichen. Sie hat ein Interesse daran, dass die Betriebe weiterarbeiten können.

Durch die städtischen Finanzhilfen haben die Entscheider bei Stadtwerken, Klinikum und Co. eine noch größere Verantwortung, sehr vernünftig zu wirtschaften. Denn jetzt geht es auch um das Steuergeld aller Solinger.

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