Winterlandschaft

Corona-Krippe will Hoffnung verbreiten

Andrea und Thomas Heinz sowie Oliver Vogt (r.) stellen die besondere Krippe vor, die in der Liebfrauenkirche steht.Foto:Michael Schütz
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Andrea und Thomas Heinz sowie Oliver Vogt (r.) stellen die besondere Krippe vor, die in der Liebfrauenkirche steht.

Gemeinde St. Sebastian baute eine Winterlandschaft mit Bezug zur aktuellen Lage.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eine Schneelandschaft vor einer Fotografie vom idyllisch anzuschauenden Balkhauser Kotten in frostiger Winterkälte. Davor symbolisieren diverse Schilder mit Aufforderungen wie „Abstandhalten“, „keine Menschenansammlungen“ oder „ab hier Maskenpflicht“ die Corona-Krise. Mittendrin zwei grobgebaute Holzfiguren, die in exakt 1,50 Meter Abstand voneinander stehen, wie ein weiteres Schild zwischen ihnen bestätigt. In diesem Jahr hat die Gemeinde St. Sebastian wieder eine Krippe zu einem aktuellen Thema aufgebaut – dem Thema, dass wahrscheinlich die meisten Menschen beschäftigt hat: die Pandemie.

„In diesem Jahr kann man einfach nicht an diesem Thema vorbei. Dieses Virus bestimmt jedes Gespräch, weil es allgegenwärtig ist und das Leben dominiert“, begründet Oliver Vogt vom Krippenteam die Entscheidung, Corona in die Kirche zu holen. Zum dritten Mal hat er sich mit der Gemeinde St. Sebastian der Aufgabe gestellt, aktuelle Themen in der Vorweihnachtszeit Raum zu geben. „Wir waren uns einig, wie wenig beachtet die bis dahin übliche Krippe in der Adventszeit in der Kirche zuletzt war“, sagt er. „Sie war Deko geworden, mehr nicht. Mit dem neuen Konzept haben wir das erfolgreich verändert. Es wird diskutiert, durchaus kontrovers. Aber das ist ja gewollt.“ Und auch der prominente Platz an einer der vorderen Kirchen-Säulen sorgt dafür, dass die Krippe ausreichend Beachtung findet.

Die diesjährige Installation soll aufzeigen, dass Hoffnung und Zuversicht zentrale Begriffe der Adventszeit sind und auch für unsere „modernen Probleme und Aufgaben im Jetzt gelten“, sagt Andrea Heinz. Sie erstellt die Begleittexte, die an jedem der vier Adventssonntage neu erscheinen, um das jeweils Neue zu erläutern. Denn für jeden Sonntag wird die Szenerie unter dem hohen Holzbogen ein bisschen verändert.

Es gehe um den Weg zum Licht, hin zur Erlösung, zu Christus, erklärt sie. Am zweiten Advent traten nun Engel auf den Plan: Verkünder der frohen Erlösungsbotschaft. Ein Engel kommt zu Wort: „Ich bin Maria erschienen, als sie verzweifelt war. . .“ Auch er hat die Botschaft der Hoffnung als wesentliche Nachricht dabei.

„Es wird diskutiert, durchaus kontrovers. Aber das ist gewollt.“
Oliver Vogt vom Krippenteam

Pfarrer Meinrad Funke zeigt sich einmal mehr angetan von der Corona-Krippe. Sie liefere Gesprächsstoff, sei eben nicht nur Zubehör für die mitunter gefühlt erstarrte Adventstradition, sondern spreche ins aktuelle Leben der Menschen hinein, sagt er. Dass sich ehrenamtliche Mitarbeiter dieser Aufgabe stellen, die Weihnachtsbotschaft in die Jetztzeit zu übertragen, findet er großartig – und kann gut damit umgehen, dass es auch negative Stimmen in der Gemeinde gibt, die sich die Rückkehr zur alten Krippe wünschen.

„Auf diese Weise herrscht Gespräch und Dialog, diese Auseinandersetzung mit dem Thema soll ja gerade sein.“ Im Übrigen werde das Corona- Chaos in der Krippe immer mehr weichen und es wird ruhiger und besinnlicher in der Szene werden, verspricht Andrea Heinze. Nach dem Engel treten Maria und Joseph auf den Plan und dann die Hirten – und schließlich auch Schafe, Ochse und Esel für den Heiligabend – und natürlich das Jesuskind.

Die Motive

Im letzten Jahr war Klimawandel und Umweltverschmutzung das Thema, mit dem sich das Krippenteam bei der Gestaltung auseinandergesetzt hatte. Vor zwei Jahren ging es um Slums am Rande einer Großstadt und das Thema Medien/Digitalisierung.

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